Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 58 (1917)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1917)
- Date
- 1917-01-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 0 Nr.'l Der JSraeltt imiiV-'foinitri'ö 22 000 fronen beträgt. Das MomihY rrljiill von bni ammt'mtikfjeu Hilj'Zrtolbont 11 <>l»0 Kronen, lunfjvnt'D die aubcve Hälfte von den Inden in Lemberg selbst miß qebracht luerbcit muß. Dem Bericht über die Tätigkeit des Komitees für die Monate Januar-November 191.6 entnehmeil wir folgende Ziffern, die voll beit großen Leistlingen dieser jüdischen Hilfsorganisation eill Bild geben. Das Komitee gründete m Lemberg: eine Küche, die täglich 1500 Mittage unentgeltlich verteilt und ein Budget voll 84097 Krollen hat; 3 Kinderheime, in denen 400 Kinder erzogell lverden nild die 1900 Kronen monatlich erfordern; Werkstätteli für Mädchen, in denen 410 Mädchen beschäftigt lvaren; eine Wäscherei, ill der 16 000 Stück Wäsche für Flüchtlinge nnelltgeltlich geivaschell lvurden und die dem Komitee 2500 Kronen gekostet hat; ein Informationsbüro, das in 5700 Fällen juristische Hilfe erteilt hat und .das sich bei den gegenwärtigen Verhältnissen in Galizien als unentbehrlich erwies; eine Arbeitsnachweisstelle und eine Erfrischungsstelle für Flüchtlinge, die sich während der Evaluationen besonders wertvoll zeigte und 64000 Mittage unentgeltlich an Flüchtlinge zur Verteilung brachte. Außerdem versorgte das Kolnitee die Flüchtlinge mit medizinischer Hilfe, sorgte für ihre Kleidung und Beschuhung und verteilte auch kleine Geldnnterstütznngen und Anleihen. Das Komitee dehnte seine Tätigkeit auch außerhalb Lembergs aus, indem es 163 Lokalkomitees in der galizischen Provinz unterstützte. Insgesamt betragen die Ausgaben des Nettungstomitees für die 11 Monate des Jahres 1916 870 618 Kronen. ' In den Debatten teilte der Vorsitzende ergänzend mit, daß von der Regierung und vom Magistrat das Komitee nur 20000 Kronen zur Gründung eines Waisenhauses erhalten hat. 50000 Kronen erhielt der Magistrat von der Regierung zwecks Verteilung unter den jüdischen Flüchtlingen, worüber aber das Komitee keine Rechnung erhalten hat. Damit ist die ganze jüdische Flüchtlingsfürsorge seitens der Regierung und des Magistrats erschöpft. Das Cheöarim in Rußland. Kopenhagen, 23. Dez. Die Rabbiner Grodsenski aus Wilna, Scha- Pira-Kowno (beide zur Zeit in Minsk), Raüinoivitsch-Minsk und Aronsohn-Kiew habere sich an das Jüdische Z e n t r a l k o m i t e e irr Pete.rsbi'.rg mit der Bitte gewendet, der: 70 neuen Ehederschnlen, die sie in 46 russischeil Städten für die Flüchtlingskinder eingerichtet haben, Unterstützungen znkommen zu lassen. Die Gesuchsteller weiserr darauf hin, daß. die Lehranstalten nicht allein ganz, im alten Geiste und deil Bedürfnisstm der Ettern eritsprechend, geleitet sind, sondern auch allen Anforderungen der Hygiene, und Pädagogik weitgehendst Rechnung tragen. Das Zentralkomitee beschloß, für die 70 Ehedarim rrlorlatliche ttnterstützrrngerl in Höhe von 10000 Rubel zu bewilligend Personalien. Berlin, 9t. Dez. Russische Zeitungen aus Petersburg melden den Tod des bekannten jüdischen Philantropen CH. K a ha n. Mit ihm ist eine der edelsten und markantesten Persönlichkeiten der russischen Judenheit dahingegangen. Kaljan, der Gründer und Besitzer der 4 bedeutendsten Naphta-Werken in Rußland maroder jüdischen . Oefsenlltchkeit als Förderer der Tachemoni-Schule in Jaffa und vieler anderer jüdischen Stiftungen bekannt. In einem kleinen Stndchren Litauens geboren, kam er mit 17 Jahren nach Königsberg und gewann bald das Vertrauen der dortigen Kaufmannschaft. Hier begann seine kaufmännische Laufbahn, die ihn später zu ein.r hervorragenden Stellung in der russtschen Finanzwelt hinaufführte. Und CH. Kahan blieb dem Judentum treu und wirkte in weiten Kreisen für. die Ideale der Thora. . Er wirkte vor allem mit dem Gewicht seiner Persönlichkeit. Sein jüdisches Herz führte ihm alle Herzen zu. Seine ganze reiche Erfahrung und seine bedeutenden Mitteln stellte er in den Dienst der jüdischen Wohllätigkei», Seine geschäftliche Tätigkeit war für ihn nur Mittel, um für seine Ideale wirken zu können, dabei war sein Vlick immer aus das Große, aus die Allgemeinheit gerichtet. Bei Kriegsausbruch, der ihn in Deutschland traf, verwendete er alle ihm zur Verfügung stehenden Geldmittel für seine Leidens- und Landesgenossen und eilte selbst, so bald es ging, nach der Heimat. „Man wird mich dort brauchen", sagte er. Was er dort gewirkt, darüber geben uns die russischen Zeitungen Ausschluß. Manche jüdische Gemeinde verdankte ihm ihre Wiederaufrichtung. Er har die Mittel zur Gründung, von Talmudkursen und traditionellen Chadarim gestiftet. So ist der Tod dieses Mannes, dessen Friedensmerke von unschätzbarem Werte waren, ein schwerer Schlag nicht nur für den großen Familienkreis, sondern auch für die Gesamtheit Israels. rrr^n. Bsiesbaden, 25. Dez, Dem prakt. Arzt Herrn Dr. L i p m a n n wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die Berwunderenpflege von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog von Hessen das Militär-Sanitätskrenz verliehen. Herr Dr. Lipmann, der sich als erfahrener, umsichtiger Arzt eines guten Rufes erfreut, hat sich auch durch seine aufrichtige Frömmigkeit und edle Menschlichkeit die Achtung und Wertschätzung weiter Kreise erworben. Düsseldorf, 28. Dez. Im Alter von 68 Jahren starb am 13. Dezember eine der Besten und Frömmsten unserer Gemeinde, Frau Rosa Simon, geborene Emanuel. Beseelt vom Ideale echt jüdischer Wohltntiglnit war die teure Verblichene für Jedermann bereit und mit Rat und Tat zur Stelle. Manch Harle Prüfung hatte sie in ihrem Leben zu bestehen, aber ihr tiefes Gottvertrauen und die aus dem Elernhause (Moses^ Jakob Emanuel *n) mitgebrachte wahrhafte Frömmigkeit ließen ihren Mut nicht sinken und ihre Hond nicht erschlaffen. Alle, die sie kannten, werden ihr ein dauerndes, ehrendes Andenken bewuhren. rvssjn. Fulda, 25. Dez. Herrn ist hier Frau Lehr.r S p t r o nach langem schwerem Krankenlager sanft entschlummert. Was der Kreis der Familie und Freunde an dieser edlen Frau verloren har, kann nur der würdigen, der ihr vorbildliches Warten und Wirken beobachren durfte. Sie hatte zusammen mit ihrem Gatten, mit dem sie in 95jähriger glücklicher Ehe verbunden war, die Freude, ihre Kinder, für die sie l-un 4. Januar 1917 und strebte und die sie zu beglücken suchte, zu echten' guten Menschen heranbiühen zu sehen. Ihr Haus war ihre Welt, ihr Heiligtum, in der» sie als echte, gottessürchtigc Priestcrin ihres Amtes rvaltete, in dem die Schlichtheit und Natürlichkeit ihres Wesens, die Anmut ihrer Tugenden sie mit lichtem Zauber umstrahlte. Die große Beliebtheit der Entschlafenen erkannte man an der ungewöhnlich großen Teilnahme bel der Beerdigung, die am 6. N2M-Tage statlfand. Herr Rabbiner Dr. Frankl aus Halberstadt schildert unter den durch das Religionsgesetz gebotenen Einschränkungen im Tranerhause in schmerzbewegten Worten die Vorzüge der Verewigten, ihr im Namen der Familie den Dank für alle im Leben erwiesene Liebe und Güte aussprechend. iraüiü. Amsterdam, 28. Dez. Herr S. A. S. Hirsch hat das Zeitliche gesegnet. In ihm verliert unsere Gemeinde einen jener seltener werdenden Jechidim, die in einem reiner Gottesfurcht gewidmeten Leben für die Thorawahrheit in die Schranken traten, Tag und Nacht Thora lernten und lehrten. Insbesondere in der bekannten Amsterdamer Chewro „Neschis Chohmo" mar er fast 60 Jahre tagtäglich auf seinem Posten und hat er viele Jahre mir der Hingabe seiner gan;en Persönlichkeit gearbeitet, Auch in dem Vereine „Börse für den Dtamanthandel" hat er als Vorsteher segensreich gewirkt. Bei der Beerdigung, bei der fast alle Oberrabbiner Hollands zugegen waren, wurden seine Verdienste nach Gebühr geehrt. Auf dem Friedhof zu Minderberg gab sein ältester Sohn, Oberrabviner S. H. S. Hirsch-Zwolle in einem nöDr j seinem tiefen Schmerz Ausdruck. Vermischter. Frankfurt a. M., 91. Dez. Das achte Heft der Blauer der „Agudas Jisroel Jugend-Organisation" ist erschienen und hat folgenden Inhalt: Wolf S. Jacobson : Cyanuka-Leuchten — unsere eeuchlen. — E. N.: Die Ueberleitung zur Friedensarbeit der A. I. I. O. — Moses Jacobson: Aus dem Leben und Treiben an der Preßburger Jeschiwa. — Dr. A. F.: Jüdische Eindrücke in Serbien. — Aus unseren Gruppen., — Spendenliste. Gan Bickelheim, 90. Dez. Der Kriegsfreiwillige Kanonier Kurt Oppenheimer, Sohn des Vorstehers Jsaac Oppenheimer, wurde für bewiesene Tapferkeit vor dem Feinde, mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und gleichzeitig zürn Gefreiten befördert. Bereut, 91. Dez. Der Unteroffizier Gottfried Münz, Sohn des Herrn Rabb. Dr. I. Münz, erhielt das Eiserne Kreuz. Borghorst, 30. Dez. Julius Hertz, Vizej Feldwedel, hat das Eiserne Kreuz erhalten.! Ballenstedt i. H., 30. Dez. Unteroffizier Siegfried Cohn und Unteroffiziert Norbert Cohn, Söhne des Herrn Hermann Cohn, haben, nachdem sie schon seit längerer Zeit das Eiserne Kreuz besitzen, nunnlehr auch von S. Hoheit dem Herzog von Anhalt das Friedrichs-Kreuz erhalten. Hannover, 31. Dez. Am 27. Dezember fand die diesjährige Sitzung des Kuratoriums der Israelitischen Erziehungs Anstalt zu Ahlem statt. Aus dem Jahresbericht geht hervor, daß der Anstaltsbelrleb int bisherigen Umfange aufrecht erhalten wurde. Das Mädchenhaus dient noch immer als Lazarettdie Mädchen sind in einem anderen Gebäude untergebracht, 18 Gärtnerlehrlinge kamen zur Entlassung. Von den 5 zur Entlassung gekommenen Schülern traten 4 in die Gärlnetei-Abreilung and 4 in die Schneiderei der Anstalt als Lehrlinge ein. — Der Gärmerei Beirieb hat im laufenden Jahre auf allen Gebieten gute Erträgnisse geliefert. Insbesondere konnten die Erzeugnisse der Obst- und Gehölzschute in erheblichem Umfange abgesetzt werden. Die Obsternte war vorzüglich. iFür den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters a;«f ihre Zuverlässigkeit zu prüfen, Zentrale für Mzzosversorgmig, Gesellschaft mit beschrankter Haftung. $ <-V/- /2b $ er h a n tt t m a 4j uns* Das Direktorium der Reichsgetreidestelle hat die zur Versorgung der rituell lebenden jüdischen Bevölkerung im deutschen Reiche mit Mazzos erforderlichen Mehlmengen zur Verfügung gestellt und uns mit der Regelung der Verteilung auf Grund behördlich festgesetzter Bedingungen betraut. Wir bitten hiernach alle Mazzos-Verbraucher im eigenen Interesse folgendes genau zu beachten: 1. Mazzos können bei jeder beliebigen Mazzosbäckerei oder Mazzos-Hündlung bestellt werden — jedoch ausnahmslos nur gegen Vorlage eines auf den Namen des Beziehers lautenden ordnungsmäßigen Bezugscheines. 2. Der Antrag auf Ausstellung eines Bezugscheines ist seitens des Haushaltungsvorftandes an den Vorstand der zuständigen Synagogengemeinde (Kultns-Religions-Gcmcindet zu richten, der die näheren Bedingungen bekannt gibt. 3. Anrecht auf einen Mazzosbezugschcin hat jeder, der aus religiösen Gründen Mazzos beziehen will und aus seine sämtliche r Brotkarten für die Zeit vorn 7.-14. April Verzicht leistet. . . 4. Der Antragsteller hat einen amtlichen Ausweis über die Zahl feiner Haushaltungs-Angehörigen vorzulegen. 5. Die Bestellungen auf Mazzos muffen nebst dem Angehörigen Bezugschein ausnahmslos bis spätestens 31. Fanuar 191V in ben Händen der gewählten Bäckerei bezw, des gewählten Mnzzee^tziesernntsn sein - die Lieferung der bestellten Mazzos an Sie Verbraucher darf jedoch nicht vor dem 15. Februar 1017 stattsindcn. Die Mazzos-Licscrantcn werden aus Wunsch über den Empfang der ihnen eingesandten MazzyH-BezugfchstNS htK zgr Lieferung der Mäzzäs Oüiilnr-g leisten. 6. Die auf dem Bezugschein vermerkte Mazzosmcuge stellt den Höchstanspvnch dar, der dem Bezieher zustcht, gewährt jedoch kein Anrecht n-f tntfär1;Mcf;r Lieferung dieser Höchstmenge. /1F cx >C* o ■v- Iran: snrt n. M., 91. Dezember 1916. Schützenstratze 14. Zentrale für Mzzosversorgang G. m. b. K.