Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 58 (1917)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1917)
- Date
- 1917-01-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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-rr.— 1 Januar sich über die angebliche Vergewaltigung der Armenier seitens der Türket so simich entrüsten, die entsetzlichen Greuel an wehrlosen Burenfranen und Burenkindern in freundliche Erinnerung bringt. — Ebenfalls mit den lieben Vettern besaßt sich Dr. Emanuel Laster, der durch sein früheres Büchlein „Eduards unselige Erben" einige Aufmerksamkeit erregt hat. Seine neue Broschüre') über die Selbsttäuschung unserer Feinde ist gerade jetzt, mit Hinblick auf die Frtedensbestrebungen, die nur an dieser Selbsttäuschung scheitern könnten, von aktuellem Interesse. — Aktuell ist und bleibt auch über den Krieg hinaus solange die Völker Europas am Systeme der Volkswehrmacht zum Schutz und Trutz festhalten, das Büchlein, Everltngs vom Fahneneid"). Es versucht den Fahneneid in religiöser, politischer, ethischer, ästhetischer, juristischer und militärischer Beziehung zu würdigen und macht den etwas spröoen Stoff durch einige geschichtliche und literarische Hinweise recht schmackhaft. Bon neueren Ostjudenschristen, die immer noch in breitem, unversiegbarem Strome aus uns etndrtngen, sei „Der Weltkrieg und die Judensrage"') genannt, in der Max Simon in drei Kapiteln, die die Frage der jüdischen Gleichberechtigung, der Ostjuden und oer jüdischen Emigration behandeln, die verschiedenen Seiten des Mischen Problems, wie sie der . Weltkrieg offenbart hat, darstellt. Er weist nach, welch hohes Interesse das Juoentum der ganzen Welt an emem Siege der Mittelmächte har. Beachtenswert ist besonders die Art, wie sich Simon Mit den neuen Rasselehren auseinandersetzt. Er zerstreut die Befürchtungen derer, die nach dem Kriege ein Ueberstuten Deutschlands durch die Ostjuden annehmen und zeigt, daß es keiner Maßnahmen gegen die Ostjuden im Deutschen Reich veoürfe, wenn für Yen Ostjuden im oesetzten Gebiete das Nötige geschehen werde. In das Sonnenretch des Friedens führt uns Dr. Ascher hinüder mir seinem beschaulichen Buche ,,£)oeo//8). Der Verfasser ist durch seme früheren Veröffentlichungen unseren Lesern wohlbekannt. Von diesem Buche ist nur zu sagen, daß es mu seiner edlen Sprache, mir seinem ganz von jüdischem Geiste ourchorungenen, die höchsten Menschheirshoffnungen betührenden Inhalt feine Vorgänger bestätigt. Zur gleichen Kategorie der Frieoensklange mitten im Kriege gehören „die Kriegspsalmen rrsrv."") „Bon Heimat und Glauben" ") und „Fsraels Kampfruf""). Ein Buch schwarzer, schwerer Not bietet uns dagegen m jüdischer Sprache Kahn,^) worin er m dtchrerlscher Form quaivolle Lewen, die die poinffchen Juoen von der russischen Soldateska erlitten haoen, schildert. Wenn auch nicht zur Kriegsliteratur gehörig, so dankt doch wohl auch „Galizien"") dem Kriege seine Entstehung und seine Aktualität. Wir fiiiven darin eine ausführliche Dorsiellung der Geschichte oes Landes, seiner Verfassung uno Verwaltung, sowie anschauliche Schttoerungen von Lano und Leuten. Den Juden des Lanoes ist ein ganzes Kapitel gewidmet, das, ohne aus politische Probleme ernzugehen, objektiv und 6J „Die Selbsttäuschung unserer Feinde." 'Von Dr. Emanuel Laster. Verlag Hans Joseph, Berlin. °) „Vom Fahneneid." Von Dr. Friedrich Everiing. Verlag Georg Bach, Berlin. 7) „Der Weltkrieg und die Judenfrage." Von Dr- Max Simon. (11. u. 80 S.) gr. 8. Geheftet Mk. 1.20- Verlag von B. G. Laubner. Leipzig uno Berlin 101(3- 8) „Oded, das Buch des Friedens." Von Dr. M. Ascher, (Selbstverlag.) °) „Die Kriegspsalmen und die jüdische Volksseele." Von Prof. Dr. I. Hirsche .-Verlag I. Kaufmann, Frankfurt a. M. ") „Von Heimat und y Glauben." Kriegsbetrachtnngen von Dr. Bruno Italiener in Darmstadt. Hof« buchyandlung Darmstadt. ") „Israels Kampfruf"« Von Rabbiner Dr. A. Michalskt. Verlag Lours Lamm, Berlin. ") Verlag „Srhlvarzbuch", Lodz, „Galizien." Land , und Leute. Bon A. v. Guttry.; Verlag Georg Mütter, Leipzig. Der Israelit. No. i Seite ö verstehend, deren Charakter, Tracht, Sitten und Bräuche schildert. Zur besseren Veranschaulichung der Darstellung dienen sehr gut ausgeführte Bilder. (Fortsetzung folgt). Deutsches Meirh. vek valerleiiMlbe tlüfsölenff un9 9ie Sabbafruhe- Srankfurt a. M, 31' Dez. Aus dem Büro der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" wird unsgeschrieben: Das Gesetz über den vaterländischen Hilfs-- dienst hat in weiten Kreisen der religiös gesinnten Judenheit lebhafte Befürchtungen hinsichtlich der Wahrung der Sabbatruhe wachgerusen. Bei aller freudiger Bereitwilligkeit, sich dem Baterlande in schwerer Stunde mit allen Kräften zur Verfügung zu stellen, konnte die Besorgnis nicht unterdrückt werden, daß es in vielen Fällen wegen der Sabbatruhe zu schweren Gewissenskonflikten kommen werde. Erfreulicherweise hat sich der Präsident des Kriegsamtes den ihm in dieser Hinsicht unterbreiteten Vorstellungen durchaus zugänglich erwiesen, und es ist nunmehr im Sinne unserer Anträge in der soeben ausgegebenen Nummer 2 der „Amtlichen Mitteilungen und Nachrichten des Kriegsamtes" vom 29. Dezember 1916 in dem Abschnitt „Rechts- Erläuterungen" hinsichtlich der Sabbatfrage folgendes verfügt worden: Bei dem Abschluß von Arbeitsverträgen mit Hilfsdienstpslichtigen kann natürlich auch aus die Bedürfnisse von Bekennern einer staatlich anerkannten Religion Rücksicht genommen werden, z. B. wenn ein Hilssdienstpflichtiger den Nachweis erbringt, daß er in seiner beruflichen Tätigkeit den Vorschriften seiner Religion über die Ruhezeiten bisher regelmäßig nachgekommen ist. Falls er stach erhaltener schriftlicher Aufforderung zum Hilfsdienst innerhalb von 2 Wochen (vgl. § 7 .Absatz 3 des Gesetzes), keine Arbeitsstelle gefunden hat, die für ihn in diesem Sinne geeignet ist, so steht nichts im Wege, daß er im Überweisungsverfahren um die Ueberweisung an einen Betrieb nachsucht, wo ihm die Einhaltung der religiösen Vorschriften gestattet wird. Es ist nicht unbillig, einen Hilfsdienstpflichtigen vorZwang zur Verletzung seiner Religion zu schützen, soweit dies mit dem vaterländischen Hilfsdienst irgendwie vereinbar ist. Auf Grund dieser amtlichen Feststellung wird es der vom „Verband der Sabbatfreunde" eingerichteten „Vermittlungsstelle für vaterländischen Hilfsdienst" um so leichter möglich sein, eine größere Anzahl von Arbeitsstellen zu ermitteln, die sabbattreuen HilssdienstpfliMgen die Wahrung des Sabbats gestatten. Wir empfehlen unseren Gesinuungsgeuossen, sich, sobald die entsprechenden Aufforderungen der Erster al k ü m m a n d o s s ü v d i e einzelne st Arbeitszweige des Hilfsdienstes ergehen, unter Betonung ihrer religiösen Wünsche freiwillig zu melden, ihre Bewerbungen bei der „Vermittlungsstelle des Verbandes der Sabbatfreunde", Berlin, Oranienbnrgerstraße 65/1, einzureichen, zugleich a b e r a u ck> < $ a u e i g e - ner Initiative lt t ch t feh > n zu l a s s e u, nm für si ch passende Arbeit > o ste n z u finden. No^ten. Organisation 9er lllobltätigkeil. Warschau, 28. Dez. Mit der Organisierung der Bezirrsbüros versucht die Warschauer jüdische Gemeinde das jüdische Wohltätigkeitswesen der Stadt zweckmäßig zu zentralisieren. Damit soll ein gewisses System in die philantropische Arbeit hineingetragen werden. Es sind acht Büros, die unter einem Zentralbüro arbeiten. Bis jetzt befaßt man sich lediglich mit der Registrierung der Unterstützungsbedürftigen und ergaben die Listen aller acht Anstalten 23088 Familien, wa? gleichbedeutend ist mit etwa 110000 Perlen \ 10 «/o der gesamten jüdischen Bevölkerung v. i dieser Grundlage soll nun das ganze U rphtzilrigswesen neu aufgebaut und von d . e rzelnen Büros geleitet werden. Gesterrel ch.Ungavn . Dos Reffunsshornifee. Lemberg, 28. Dez. Die letzte Beratung des jüdischen Rettungskomitees in Lemberg, die am 10. Dezember stattfand, befaßte sich hauptsächlich mit der Jinanzsrage, die in letzter Zeit besonders akut geworden ist. Der Vorsitzende, Prof. Or. Bromberg, berichtete, daß das monatliche Budget des Ret- Für den Reklameteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstiger Angaben religionsgesetzlichen Charakters aus ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. r Telegramm-Adresse: Nesop Fraitkfartmaln. Telephon: Nr. 83. Amt Hansa. Spezialhaus lür Silberwaren Modellieru. Ciselierwerkstätte Lazarus Posen (Ocoe. Hoflieferant Frankfurt a. n. Berlin W. Steinweg 12. Unter den Linden 5. Künstlerisch ansgeführte Kultnsgegonstände. Ez Chajim, Tass, Jad, Ner-Tomid, Chanukalampen etc. Mi? Man verlange gratis und franco Zusendung meines neuen Musterheftes, das eine reichhaltige Auswahl in allen Preislagen enthält. V. Sabbat- Anfang u. Ausgang. tpi mir 6 £ Ti Anfang Datum Ausgang Ubr iMin toicl 5«» 7 Uhr Mn. 6. u. Zrarrkfnrl «. M. 4 15 Z'UI. Lebet. 5 30 Berli« . 4 10 4 58 MS«chr« . 4 SO 5 2t GBtgafc*»«« . . 4 30 5 85 St«tt««rt. . . — — — — Pose« .... — — — — RSrNberL . - 4 20 5 * Hamb«« , . . — j “ —-