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Der Israelit · 1903-04-09 · Heft 28-29 (9.4.1903) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 28-29 (9.4.1903)
Date
1903-04-09
Page
– (sequence 26)
Language
German
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üitb Bilder prächtiger Gebäude fesseln unfern Blick. Es sind Bibkiotheksbauten aus allen Theilen Europas, deren Ansichten wir hier bewundern können. SÄließkich gelangt man mit noch mehreren Stationen zu dem gesuchten Aufsatz, und auch der bietet so viele Hinweise auf andere Stellen deS Werkes, datz man sich geradezu zwingen muß, das Werk aus der Hand zu legen. Kurz, der „Große Meyer" versteht, sich unentbehrlich zu machen, und Niemand, der auf Bildung hält, versäume es, sich ferne neueste Auflage noch während ihres Erscheinens anzuschaffen. I. & DaS grosse Welt-Panorama der Reisen, Abenteuer, Wunder, Entdeckungen und Kulturihäten in Wort und Bild. Ein Jahrbuch für alle Gebildeten. Groß- Oktav. 603 S. Pr. eleg. geb. Mk. 7.60. Berlin und Stuttgart, W. S p e m a n n. (Redaktion Viktor Ottmann, Berlin.) Es ist ein eigenartiges Werk, dieses „große Weltpanorama". Ein Werk, das von der alten Schablone abweicht, das in prächtiger, moderner Ausstattung uns einführt in die Welt der Abenteuer, der Wunder, der 'Entdeckungen. Hierbei sind sämmtliche fünf Erdtheile in gleicher Weise berücksichtigt. Neben der Erzählung „Im australischen Busch", trifft man auf die Schilderung eines „Ehrentages deutscher Truppen in China." Sibirische Mammutfunde und vorgeschichtliche Grabstätten in Amerika, alles bunt nebeneinander, durch zahllose, vorzügliche Autotypien vortrefflich illustrirt. Daß einzelne Aufsätze den Juden besonders anzögen, kann gerade nicht behauptet werden, aber für dieses wahrhaft treffliche Buch muß sich jeder gebildete Deutsche interessiren. Eine Reihe größerer Erzählungen eröffnet den reichen Inhalt, und längere der kürzere Abhandlungen auf allen Gebieten des heutigen Wissens setzen ihn fort. Besonders lehrreich und bildend für die reifere Jugend, kann es jedoch auä als Geschenk für Erwachsene bestens empfohlen Werder. I. L Zeitungsnachrichten und Corresponden»err. Frankreich. Paris, 3. April. In der hiesigen „Tal.mdstndien-Gesellsch'aft" hielt vor einigen Tagen Zerr Moses Schwab eine äußerst interessante Vorlesu lg über die in Frankreich vorhandenen hebräischen Zuschriften. Die an mehreren Orten aufgefundenen G.absteine, sowie gewisse, auf Tempeln und Synagogen angebrachte Votivtafeln, bezeugen die Anwesenheit uns'rer Vorahnen in Frankreich in sehr weit zurückreichen^en Perioden. Das älteste Denkmal dieser Art,. das man heute kennt, ist ein Grabstein aus Auch, welcher aus dem sechsten Jahrhundert stammt; ferner zwei Grabsteine aus Arles und einer aus Vienne aus dem 7. Jahrhundert. In Dijon, wo man acht Steine ausgegraben hatte, gelang es dem verewigten Rabbiner Gerfon, noch 29 guterhaltene Denkmäler aufzufinden, die alle aus dem 12. Jahrhundert stammen. Charakteristisch ist, daß die Männer nur biblische Vornamen, die Frauen nur französische Namen trugen. In Paris befinden sich im Cluny-Museum 46 Grabsteine und drei in Carnavalet. Außerdem gibt es noch zahlreiche Leichensteine in St. Germain, Orleans, Veziers, Nantes. Nimes und an anderen Orten, welche unzweifelhaft von jüdischen Grabstätten herrühren. Italien. Ancsna. In Folge des Gesetzesvorschlages der obligaten Sonntagsruhe, das jetzt im italienischen Parlamente auf der Tagesordnung ist, wendeten sich sämmtliche italienische Rabbiner, mit dem alten Rabbiner Tedesco von Ancona an der Spitze, in einer Bittschrift an das Parlament. In der Bittschrift wiesen sie darauf hin, daß die Juden wegen des Sabbats dem neuen Gesetze gemäß zwei Tage nacheinander ruhen müßten. Was für sie sehr Nachteilig wäre. Deßhalb verlangten sie im Namen der Freiheit der Person und des Handels, daß das obligate Gesetz der Sonntagsruhe sich auf die Juden nicht erstrecke. Die Bittschrift wurde vom Oberrabbiner von Florenz, Dr. S. Margulies, und dem Advokaten M. Finzi, verfaßt. Es wird von Interesse sein, die Stellung der jüdischen Abgeordneten in der italienischen Kammer zu beobachten. (Die Welt.) England London, 20. März. Der eigentliche Urheber und ehemals energischste Wortführer der vorwiegend gegen unsere Glaubensgenossen gerichteten Anti-Fremden- Bcwegung, Major Evans Gordon, welcher, wie bekannt, im August und September v. I. eine Studienreise nach Rußland, Galizien und Rumänien unternahm, um die Ursachen der jüdischen Auswanderung kennen zu lernen, hat vor Kurzem innerhalb der Fremden-Kommission über feine Wahrnehmungen eingehenden Bericht erstattet und zugleich in einer hiesigen Tageszeitung einen reich illustrirten Artikel darüber veröffentlicht. Daß er, trotz der Befangenheit, mit der er an die Beobachtung herontrat, zu einer vollinhaltlich'en Bestätigung der Schilderungen der „Judenpresse" gelangt ist, und zu einer Berichtigung seiner eigenen früheren Anschauungen sich gezwungen sah, ist immerhin von Bedeutung und verdient hervorgehoben zu werden. Major Gordon hat den ganzen Anstedlungsrayon und Polen, dann Galizien Und zNm Schluß Rumänien beweist. Ganz besonders interessant gestaltete sich ftin Urtheil über die Wahrnehmungen in letzt-

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