Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 28-29 (9.4.1903)
- Date
- 1903-04-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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metitbe vom Magistrat der Stadt amtlich mitgetheilt, daß Aach Magistratsbeschluß das Schächten im hiesigen Schlachthofe vom 1. d. Mis. verboten sei. Der Vorstand 'wird gegen diesen Beschluß Schritte thun; ob dieselben aber von Erfolg sind, ist sehr fraglich, da der hiesige Schlachthofdirektor von Seiten des Heidelberger Thierschutzvereins im Sinne des Schächiverbots bearbeitet tourbe. Auf den Ausgang ist man sehr gespannt. Kissingen, 7. April. (B a d e b r i e f.) Schon seit einiger Zeit ist es in diesen - Blättern eingeführt, über die Badeorte Register zu führen, und ihre Vorzüge und Nachtheile hier zur allgemeinen Kenntniß zu - bringen. Etwas der letzten Kategorie zu erörtern, bleibt mir erspart, denn wer fände wohl in unserer blühenden Kurstadt irgend welche Mißstände? Ganz natürlich ist es daher, d'aß unser Ort zu den beliebtesten Vadeplätzen Deutschlands gehört, welcher auch von einem zahlreichen, jüdischen Publikum gerne ausgesucht wird. Die Frequenz ist demgemäß in 'den letzten Jahren bedeutend gestiegen. Unter den blühenden Bäumen des Kurparks kann man den Mnenspekulant aus London neben dem Hopfenhändler aus Nürnberg, den Holzhändler aus Rußland neben dem Frankfurter Börsenm'ann antreffen. Was diese mannigfachen Gäste aus allen Theilen Europas hierherzieht, ist neben dem bekannten Renomnw der Heilquellen, auch das der beiden vorzüglichen, jüdischen Restaurants. Denn unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. Bamberger, der kürzlich erst hierherkam, und sich als würdiger Sohn seines berühmten Vaters erwiesen hat, - floriren alle Institutionen der jüdischen Gemeinde, und nicht zum wenigsten die koscheren Hotel-Restaurants. Unter ihnen verdient, selbst auf die Gefahr hin, daß man den Schreiber dieser Zeilen der Geschäftsreklame im redaktionellen Thekle dieser Blätter bezichtigt, besonders hervorgehoben zu werden „Hotel und Pension Herzfeld". Schon durch seine vortheilhaftc u. vornehwe Lage in der Maxstraße und Salinenpromenadd. Unweit der neuen Synagoge, zeichnet es sich vor den anderen aus. Das Hotel, welches der Neuzeit entsprechend eingerichtet, ist verbunden mit einem großen, erstklassigen Restaurant. Der Speisesaal mit anschließender Terrasse liegt inmitten eines hübschen Gartens un'd ist die Verköstigung und Bedienung eine tadellose, so daß den verwöhntesten Ansprüchen Rechnung getragen wird. Selbstverständlich wird alles „streng koscher" geführt und ist es nicht nur gestattet, sondern sogar erwünscht,. Einsicht in den Betrieb zu nehmen, um sich jederzeit betreffs Kaschrus zu überzeugen. Das Hotel ist dos ganze Jahr über geöffnet und werden Kurgäste und Reisende auf das beste bewirthet. Wie man nun aus all dem Angeführten leicht ersehen kann,, ist hier reichlich für die Bequemlichkeit, und die religiösen Bedürfnisse eines frommen Juden ge-' sorgt, und der Aufenthalt, in Kiffingen ist.jedem unserer. Glaubensbruder wärmsten? zu empfehlen. ' - - Stuttgart, 6. April. Dem „Merkur" wird .aus. Hechingen geschrieben: Wie schon kurz erwähnt,/ hielt Rabbinatsverweser F. Wolf am 15. v. M. im kaufmännischen Verein einen Vortrag über „Bibel und Babel." Der Redner -gab einen Einfluß Babels auf manche Gebräuche, Anschauungen und in beschränktem Maße auch auf den religiösen Kultus der Israeliten zu, trat jedoch Delitzsch in seiner Behauptung entgegen, als ob auch der ethische Gehalt der israelitischen Religion und der Bibel, vor allem der monotheistische Gedanke von Babel stamme.; Oe st e r r e i ch. > -/ ' / Wien, 8. April. Am Sonntag, 5. April, fanden die öffentlichen Schlußprüfungen an der Religionsschule der „Adaß Jisroel" (Schiffschul) statt. Es zeigte sich, daß die Lehrer mit Hingebung ihres Amtes walteten. Es war eine rechte Freude,, die kleinen Kinder die Brochaus recitiren zu hören. Die höheren Abtheilungen. Mädchen und Knaben, haben schwierige Pentateuch und Prophetenstücke in geläufiger Weise, hergesagt. Die Schülerinnen der sechsten Mädchenabtheilung übersetzten in fließender Weise Psalm'abschnitte. Die Erfolge der Schule siUd höchst zufriedenstellende. Die Frequenz ist dermaßen gestiegen, daß die Räumlichkeiten sich als zu klein erweisen, und die Schulleitung die Miethräume mit einem eigenen Heime vertauschen möchte. Der Prüfung wohnten, nebst den Ellern der die Schule besuchenden Kinder, viele Freunde und Gönner der Schute bei. Als .Vertreter der Kultusgemei'nde waren erschienen die Herren Dr. Marcus Spitzer und Alfred Berger. Ellbogen, für den Jlld. Schulver'ein des 9. Bezirks: Moses Pappenheim, . Die. Schule hat derzeit drei Lehrkräfte: Dr. M. Rosenfeld, Oesterreicher, kaUd. med. Feuerring.- Herr Rabbiner S. F ü r st dankte dem Lehrkörper : für die selbstlose Aufopferung. Die Prüfung begann um 9 Uhr morgens und dauerte bis 1 Uhr nachmittags. Die Schule hat bei dem reichhaltigen Lehrstoffe noch immer etwas für Einimpfung von n dh'v übrig. G. F. Ungarn. Neutra (Ungarn), 6. April. Am 30. März verschied im Alter von 87 Jahren Herr Sigmund Schonf e l d, womit ein dem öffentlichen Wohl, der Frömmigkeit und der Wohlthätigkeit geweihtes Leben für immer seinen Abschluß gefunden hat. Der Verblichene war viele Jahre hindurch. Vorsteher der israelit. Cultusgemeinde, und besonders zu jenen Zeiten, wo Parteizwist die Gemeinde in zwei feindliche Lager theilte, war es nur seiner Klugheit und seinem auf Herstellung des Friedens abzielenden Bestreben zu danken,, daß