Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 28-29 (9.4.1903)
- Date
- 1903-04-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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einen Grundgedanken. Er sprach über Esra. Nehemia, die Thätigkeit der großen Synode, die Berührung des Judenthums mit dem Hellenismus in Judäa und in Alexandrien, d'en UnabhänMkeitskampf 'gegen Syrien, die Has'monäerherrschaft, das Synhedrion, die Tanaiten. die Entstehung'des Christenthums, die Zerstörung Jerusalems. Wir hatten schon anläßlich des ersten Vortrages Gelegenheit, zu bemerken, daß dem Vor-' tragenden eine ganz besondere Gabe eigen ist, seinen Stoff populär, aktuell und fesselnd zu gestalten. Und diese seine Gabe hat sich im Verlaufe des ganzen Vortragscyklus bekhätigt. Das war kein trockner Notizenkram, nicht verwirrende Einzelheiten. Lebendige Bilder wurden entrollt, plastisch in großen Zügen gab der _ Redner stets ein Ganzes. Welches Interesse diese Vorträge, die stets zahlreich besucht waren, in den weitesten Kreisen erregten, das beweist am Besten der Umstand, daß auch Nichtjuden zu den regelmäßigen Zuhörern ihr Kontigent stellten. Der Talmud-Verein hat sich durch die Veranstaltung dieser Vorträge ein wahres Verdienst erworben. Wie wir hören, wird im Winkerhalbjahr eine Fortsetzung - folgen. Wir werden nicht verfehlen, feiner Zeit wieder darüber zu berichten. Frankfurt a.M. Aus der Einladungsschrift zu der am 4. und 6. April stattgefundenen öffentlichen Prüfung der. „Israelit. Religionsschule" zu Frank-, furt a. M. entnehmen wir: Im abgelaufenen Schuljahr wurden in unseren Anstalten 611 Schüler und Schülerinnen unterrichtet.' Wie diese Angaben zeigen, hat unsere Schule auch in dem vergangenen Jahre einen erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen. Wenn die GesamMtziffer der in unserem Aufträge unterrichteten Kinder dennoch eine kleinere ist, so hat das' seinen Grund darin, daß der Religionsunterricht am Lessing-GymNasium und. am Goethe-Gymnasium inzwischen von der Stadt übernommen worden ist. Kurzfristige Anlagen haben uns einen kleinen Gewinn gebracht. Weiterer Ersparnisse willen haben wir auf die auf dem Grundstück an der Unterlindäu ruhenden Mk. 46,000 eine Abzahlung von Mk. 30,000 geleistet. Das sind aber alles nur klüne Mittel; wir bedürfen. den feststehenden Ausgaben gegenüber, auch sicherer Einnahmen und können die Existenz der Anstalt nicht 'davon abhängig sein lassen, daß Geschenke genug eingehen, um das Defizit zu decken. (Im abgela'ufenen Jahre ist dies nicht geschehen, indem die zur Verwendung verfügbaren Geschenke um ca. 1000 Mk. hinter den Ausgaben zurückblieben.) Frankfurt a. M. Dem Jahresbericht der. „Realschule der -Jsr. Religions-Gesellschaft in Frankfurt a. M." (1902—1903). vym Direktor Dr. Gerson L ä n g e, entnehmen wir:- ' . - Die Realschule wurde von 219, die Vorschule von 130 Schülern und die höhere Mädchenschule von 257 Schülerinnen besucht. DcK Abikurientenexam'en wurde im Herbst 1902 von 1, und Ostern 1903 von 23 Schülern bestanden, von welchen 15 von der mündlichen Prüfung befreit waren. Der Bericht bietet in den Ausweisen'der verschiedenen Kassen wieder den deutlichen Beweis, daß die Anstalt zahlreiche Freunde besitzt, die jtfb’e Gelegenheit benützen, um derselben ihr Wohlwollen zu zeigen. . ' Die Anstalt schaut nunmehr auf 60 Jahre ihres Bestehens zurück, und 'wird dieses Jubiläum am 27. und 28. April durch rine besondere Feier festlich begehen. / : - Hamburgs 6. April. Der „Verein zur Unterstützung kurbedürftiger Israeliten (Theresien-Stiftung)" hielt vor einigen Tagen seine diesjährige Generalversammlung im Bureau der Herren Magnus & Friedmann, Ludwigshof, Hohe Bleichen, unter Vorsitz des Herrn Dr. med. B. Levy ab. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden und wies bei Erstattung des Jahresberichtes darauf hm, daß der Verein auch im verflossenen Jahre 36 Personen den ihnen ärztlicherseits vorgeschriebenen dreiwöchentlichen Kuraufenthalt gewähren resv. eine Beihilfe dazu leisten konnte. Bei fast allen Personen konnte er in seiner Eigenschaft als Arzt eine bedeutende Besserung des Allgemeinbefindens und des besonderen Nebels konstatiren, so daß der Zweck der Beihülfe voll und ganz erfüllt würde. Dir Einnahmen des Vereins waren im verflossenen Jdhre an M itglieds beitragen 1741 Mk., Subvention der Deutsch- Israelitischen Gemeinde 1000 Mk., Zinsen 1219,90 Mark, einmalige Beiträge 330 Mk. etc. Die Ausgaben Waren an Unterstützungskonto 4324,60 Mk., an Botensalär 104,30 Mk., an Kostenkonto 61 Mk. Die Abrechnung wurde . als richtig anerkannt und dem Kassierer Decharge ertheitt. Königsberg, 6. April. Dem Bericht der Religionsschule der „Adaß Jisroel" zu Königsberg i. Pr. für das Schuljahr 1902/3 entnehmen wir: Der Jugendgottesdienst fand jeden Sabbat, Nachmittags von 3—4 Uhr, statt. Die Funktionen bei demselben wurden von den Schülern abwechselnd ausgeübt. An den Festtagen sind die Schüler und Schülerinnen vom Besuche der öffentlichen Schulen auf Grund von Dispensations-Gesuchen befreit, zu welchen am Anfänge des Schuljahres allen Zöglingen Formulare ausgehändigt wurden. Die Frequenz unserer Schule hat in erfreulicher Weise zugenommen. Während des verflossenen Schuljahres wurde die Anstalt von 120 Zöglingen, und zwar 65 Knaben und 55 Mädchen besuchte Aschcrölebcn (Prov. Sachsen). Am i. April, an welchem das neue Fleischbeschaugesetz in Kraft getreten, wurde dem hiesigen Vorstande der israelitischen Gr-