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Der Israelit · 1903-04-06 · Heft 27 (6.4.1903) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 27 (6.4.1903)
Date
1903-04-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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bene N2i2. und wir alle sprechen sie mit; Vater, was zeichnet diese Nacht aus vor allen anderen Nächten? Wie oft haben wir am Sabbat und an den Feiertagen einen Armen von der Synagoge mit nach Hanse zu Tisch nehmen wollen, und Du hast es Nicht erlaubt, und heute hast Du gar zwei aus eigenem Antrieb ausgesucht und mitgebracht?" u. s. tnv ~ . Und wenn auf triefe no Fragen, die sich noch leicht verzehnfachen ließen, erst das rechte wr cnay der Eltern folgte, wenn sie der Wahrheit gemäß antworteten: * ~ onsir. Wir waren, nein, wir sind Knechte der Zeit, der Mode, der Sitte und Unsitte, einer AfterbildUng und eines Scheinanskandes, welche die edelsten Regungen des Gemüthes und den hehren Flügelschlag des jüdischen Geistes in Fesseln schlagen. Diese Ausgeburten des Tages werfen uns ihr Netz über die Augen und bereden uns, es sei unanständig, im Hause bedeckten Hauptes zu weilen, obwohl wir wissen, daß der Soldat sein Haupt selbst vor seinem König bedeckt hält. Und wenn heute der König aller Könige in Seiner Herrlichkeit in unserer Mitte etscheint, wenn wir das Brod essen, wie es die Väter aßen, wird auch der Geist wieder lebendig, wie er die Vater erfüllte, er regt seinen Schwingen wieder in der treuen, jüdischen Brust so laut, so traut, daß die Götzen des Tages davor verstummen und wir wieder vor unseren Herrn und Meister hintreten, mi.t den' alten Zeichen der Huldigung auf dem Haupte und auf den Lippen, mit der Hand, die sich priesterlich zum Genüsse weiht, und die Armen und Hungernden als Brüder und Festgenossen in's Haus an den Tisch führt." Wie müßten unsere Seder-Abende zu Rittern,. Regeneratoren und treuen Hütern der jüdischen Zukunft unserer Kinder, zur wahrhaften troe» auch in diesem Sinne werden, wenn auf diese stummberedten Kinderfragen, die offene, redliche Elternaniwort in diesem Sinne erfolgte! y (Schluß folgt.) . ZeUrmgsrraHrrHLerr ttnd Ssrresporrverszen. Deutschland. Berlin, 12. März. (Repräsentanten- Sitzung.) Zuwendungen-: Frau Justizrath Apolant zur Begründung einer Justizrath Eugen Apo- ' lant-StistUng 25,000 Mk. Legat des Herrn Bernhard Simon für die Armenkommission 1000 Mk. Frau Ferdinand Reichenheim für die Präparandenanstali 7500 Mk. Herr Max Mecklenburg an das zweite Waisenhaus . in Pankow eine Kegelbahn. — Für das Jahr 1903/4 ist der W'aifenkom'mission ein Zuschußvon 5000 Mk. gewahrt worden,'dem Religionsverein Moabit ein Erhöhung des Zuschusses von 2300 Mk.. bi Fortbildungsverem Monkefiore ist eine Subvention v, 300 Mk. bewilligt worden. Der Erlös aus dem A bruch der Häuser Kaiserstraße 29/30, in Sum« 4300 Mk., ist dem BaufoNds für den. Neubau der Ma chenschule überwiesen worden. Neubildung v Verwaltungs-Kommissionen. Aus l Bibliothek-Komwiffion ist Herr Geheimrath Blume thal ausgeschieden und Herr Prof. Blaschke an ' sei ©teile getreten. In die Schützkomwission sind! Herren Georg Boas und Prost Land'au neugewählt, i Betreff der Altersversorgungsanst'ält ist noch kein 8° schluß gefaßt worden. Bei Berathung dieses Punll entstand eiye große Erregung. Gegen den Jnspeki der zweiten Anstalt in der Exerzierstraße war eine A klage erhoben worden, daß er eine alte, jüdische Frau g zwangen haben soll, an drei Sabbaten entweder feil zu Heizen, oder im kalten Zimmer zu sitzen. Der C meindevorstand hat eine strenge Untersuchung angeoi net. Ich werde darüber berichten, sobald ich die gar Wahrheit erfahren habe. Sehr bedauerlich war es. d der edle, für Alles Gute begeisterte Herr Moritz Man heiwer sein Amt niederlegen, wollte. Derselbe erklär er habe Auftrag gegeben, daß Freitag Abend um 10 U säwmtlich'e Lichter von einem Nichtjuden ausgelös, werden sollten, darüber sei aber in der Altersverso güngsanffalt eine Revolution entstanden. Die näch Sihüng findet Sonntag statt. . •." - E. R Frankfurt a. M., 1. April. Soeben ist im Ve läge von I. K a u f f m a n n dahier eine Broschi, erschienen, welche allgemeines Interesse erwecken w'u Der Titel lautet: „Contra D e l i tz s ch, die Bib Hypothesen, widerlegt von Dr. S. Meyer, Disii Rabbiner in Regenburg. Mt einem Brief des Her Prof. Fr. Delitzsch an den Verfasser." Der Vorzug dieser Broschüre ist, daß sie trotz 1 streng-'wissenschastlichen Haltung, so klar urid faßt geschrieben ist, daß sie jeder Laie leicht verstehen kan Sie vertheidigt unsere heil. Thora in höchst wirksam Weise. Wir empfehlen dieselbe Jedem, der in dt Bibel-Bäbel-Streit sich ein klares Urtheil schaff will. Potsdam. Bekanntlich hat die Majorität 1 hiesigen Stadtverordneten beschlossen, das Schächten > hiesigen Schlachthause zu verbieten, während sich d Magistrat gegen ein generelles Schä'chtverbot ausspra Durch die Thätigleit des Oberbürgermeisters Iaehr in seiner Eigenschaft als Abgeordneter des Provinz ic landtages ist die Angelegenheit bisher nicht in de raschen Tempo behandelt worden, das unseren Antij miten geboten erscheint. Stadtverordneter Fröhlich h deßhalb in einer der jüngsten Stadtverordneten-Be sammlungen den Wunsch geäußert, daß der Magistr einfach verklagt werde, weil er die Beschlüsse der Stad verordneten nicht respektire.. Die Liebe unserer Arktis

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