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Der Israelit · 1903-04-06 · Heft 27 (6.4.1903) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 27 (6.4.1903)
Date
1903-04-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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tisch gelöst, die .^luft zwisäM den Besitzenden und Enterbten klafft in ihrem Kreise nicht mehr.! Aber dieses ANgebmhe, welches das Fest aster Feste uns bringt, will verdient sein, verdient durch gewissen hafte, minutiöse Erfüllung aller göttlichen Vorschriften, die sich an die Feier dieses Festes kniipfen. Di^se Vorschriften allen nun zum Bewußtsein zu bringen und sie zur gewisselchaften Erfüllung Hoch und Glieder, - Jung und. Alt in/die Seele zu reden, ist selbst eine religiöse Pflicht, die seit Undenklichen Zeiten von den Wort „ fiihrern der jüdischen Gemeinden durch besondere, belehrende Vorträge In der ganzen Diaspora erfüllt wör ., den. Wir haben schon frijber darguf Hingelviesen, wie die Erfüllung dieser Pflichr'leider vielfach vernachlässigt wird. Und doch hat es vielleicht nie eine Zeit gegeben, in welcher die Erfüllung dieser Pflicht gebieterischer ihr Recht verlangt, als gerade in der unserigen, in der so viel gepredigt und so wenig gesagt lvird, in welcher die Phrase herrscht und das Gesetz selbst mit seinen heiligen Anforderungen kaum zur Geltung oder auch nur zur Erwähnung kommt. Wir haben desthalb schon seit Fahren in einer be sonderen, der „Vorbereitung zum Peßachfest". gelvid meten Serie von Aufsätzen auf die Pflichten hingewie sen, die sich an die Wegschaffung des Ehome.z. und an den Genuß der Mazzäch knüpfen, Wir wollen dieses mal den Seder selber passiren lassen, genau nach dem Fest' progralnm, nach welchem in allen jüdischen Hausern int Stiftungsfest gefeiert wiNH Dieses Programn lautet:'', - - K s / Kidduschgebet, Händewaschen des Haus' herrttf LL^2 .Genuß der Petersilie, yr\~ T Heilung der mittleren" -^2, Erzählung, vom Auszug aus Ey/ dewnfchm—stkMEMn Ts^ge^sten nacs Kpr:e Segenssprüch über die Mgzzo, w'^2 Genus; des .Bitterkraud,.-p'3 Genuß des Bitterkrailtes, ver Hunden mit Mazzo -die Mahlzeit, pcx Ge nuß ches Afikomen. ^2 Tischgebet nach dem Mahle, Gesang des-Herllelliedes, "2^: Schlußgebet. " /3)ie Fei er ^begi n nt tn i t. Kiddu sch^ mit Dank und /Preisan Gott, der uns zu Seinem Volke erwählt, uns durch Seine Gebote 1 geheiligt und -uns speziell dies Fest gestiftet hat, dessen Feier Er uns nun wieder e leben ließ. Mit gefülltem,, hocherhpbenen Pokale , un hochglchobener Festesstimm.ung erfolgt diese Einleitung des Festest Es ist der erste der vier Becher, den das Feist auch dem Aermsten heute Abend eredenzt. '; Über ob unser Wein, von dem* es heißt, ./daß.- er Gott md die Menschen erfreut^ (Buch der Richter, Cap. V. 18), noch wirklich die erste dieser zwei Eigenschaft ten hat?. Wenn unser Wein nicht>den Anforderungen des Religionsgesetzes entspricht, so-ma^ er die Menschen erfreuen', aber können wir Gott mit gehobenem unfer< n Kreis laden, wenn Per Wein,, den,.wir, gn Lippen, führen, seiner Vorschrift widerspricht? A sprechen hier nicht von dem Gerlußverbot des Weines , der als oy cnc sonst im Jahkie verboten ist, wir wollen gerne annehmen, daß, wer sich zum Kiddusch atn Seder erhebt, wenn er auch sonst über dieses Verbot sich leichtsinnig hinweg setzt, dennoch vorher sich mach Wein umsieht, der nach dieser Hinsicht den Anforderungen bec- Gesetzes entspricht, obwohl uns.auch in dieser Hinsich: schwere Bedenken erfüllen. Es wird uns von. mehreren Gemeinden geklagt, daß daselbst jahvern, jahraus al-- Kidduschtoein in der Synagoge religionsgesetzsich verbo tener Wein benutzt wird, trotz des Einspruchs, den ver einzelte gewissenhafte Gemeindemrtglieder dagegen er htzben. Es ist uns sogar eine Gemeinde bekannt, ihrem Borbeier, der sich weigerte, über solchen Wein-das . Kidduschgebet zu sprechen/mit Entlassung gedroht ha,! Daß ein" solche Gottesverehrung eine Blasphemie, ein? frivole Verachtung Seines ausgesprochenen Willens in, daß. man besser den Kiddusch unterläßt, als ihm au-' diese Weise.geniigt, das erscheint so klar/und selbstve: ständlich, daß es wahrlich nicht erst gesagt zu )vero?n braucht. . , Äber iim Peßach tritt zu diesen Erwägungen an./ noch der llmstaub, daß der Wein dllrch Beimischung von (Spiritliefen thatsächlich Choniez enthalten kann, lv/nn 'man ihn nicht von vertrauenswürdiger Seite als bezieht!' Bei der vielfachen 'Fälschung und' Mischung von Genußmitkeln And bei-den Panschereien, die besonders beim Weine on vcu'nn sind, haben diese Befürchtungen einen Grad von Wahrscheinlichteil.?r tangt.' den sie'früher nie-^n dem Maße hatten. Und nun denke man sich,- - daßmgn Tage und Wochen A^ng'. jeden Winkel des.Hauses.durchsuch; und alles Ehomezgu^^IlLurLU^ nerätim glaubt, und der. erste Trunk, jim Dem wir am Seder abend daD '"Fest', cinleiten, wäre woglicherrveise eine Uebertretung des'Ehomezgenußverboles! Die zweite Njlmmer des Festprogramms - -7 schreilst das Hänbewaschech des Hausherrn vor. -- Dieses Händewaschen gilt hem in Essigwder Salzlvasftr elnzutanchenden Petersilie, dessen , Genuß als dritte Allminer! nun folgt.' "Es ist nicht allgemein lxttbnm. daß die Pflicht, die Hände zu waschen, .nicht mir von Genuß vbn'Brod vorgeschrieben ist, sondenr, auch vordem Essey von Früchten, Kräutern u. dgl. Wffzllfinden - hat, wenN man dieselben genießt, nachWß'M vorher in eine-Flüssigkeit gefunkt wurden. Schon -.der Verfasser besäst H'i: -knüpft an diese.für die SkMöbrnde. zorgeschriebene Observanz die Bemerkung, daß diese Pflichr sich nicht aut-diese Abende beschränkt, sondern überall im ganzen Raffte geboten ist. daß sie.aber schon in 'ferner . Zeit vernacMssigt' wurde. ■ y ^. Seit derzeit des 2-' ist aber die gewissen - hafte Ersüllmrchder jüdischen Lebens-pflichten in bktru bender'^Üeise ^irürkgegllngen., Wer wollte die jüdischel-.

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