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Der Israelit · 1904-12-29 · Heft 103-104 (29.12.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 103-104 (29.12.1904)
Date
1904-12-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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2220 Welt rechnen mußte. Es ging ein strahlendes Licht j von unseren Familien aus — und diese. Familien er- I stärkten immer mehr und mehr und aus dem Haus Jakobs wurde das Volk Israel, das der Menschheit Wahrheiten von unendlichem Werthe, von unvergänglicher Dauer brachte. Aber als Volk verr.achlassigren wir die Familien; wir waren zu einem Strome geworden, aber die Quelle, aus der der Strom immer neue Wafferzufuhr erhielt, versiegte beinahe, der Strom schien noch mächtig, aber völlige Vernichtung drohte ihm. Die Innigkeit, die unser Familienleben auszeichnete, war dahin, die Reinheit und hehre Keuschheit, die unseren Familien ihren Adel verliehen, waren aus ihnen geschwunden. Sollte nun das Volk gerettet werden, so mußte die ursprüngliche Reinheit der Familie zurückgewonnen werden, sollte der Strom nicht völlig vernichtet werden, so mußte die Heilung bei der Quelle beginnen. Und unser Staat wurde vernichtet, wir mußten wieder in die Fremde ziehen, um dort als 2,-3?' nu wieder Wurzel zu faffen. damit aus der Wurzel der mächtige Stamm sich entwickle, und die nie versagende Vaterliebe schickte uns wieder in die Fremde. Aber auch in der Fremde hielt er seine schützende Hand iiber uns rra dx 1121 17122 1122271 ch,) C1'2 nwpn wo 7121 7i:2nji rtrbvz. 71X8X82 mi .nn „Nicht wie unsere Schläger schlug uns Gott, tödtete uns nicht wie unsere Mörder. Mit nachsichtsvollem Maße immer, selbst als er hadernd ihn in die Fremde schickte, selbst an jenem stürmischen Tage, als er ihn furchtbaren Geistes heimsuchte." Unsere Strafe war ein Ausfluß ewiger Liebe, darum drückte sie wohl nieder, aber erdrückte uns nicht, sie verwundete, aber tödtete nicht, sie schmerzte, aber vernichtete nicht. Mit Nachsicht und Maß wurde Leid über uns verhängt, Gott schickte uns aus seinem Lande, als er mit uns und unserem Dienste nicht zufrieden sein konnte, als wir das nicht hielten, was er sich von uns versprach, aber er sorgte auch dafür, daß es uns an Schily nicht fehle." Er gab uns die Lehre mit, die uns Land und Staat ersetzen sollte, durch die wir Land und Staat wieder gewinnen sollten, bv iciBO mran icn hd bs nn cpr p? *1C3' f3<? D’icm ontrx iB,t xi rrxs:o 13 '32X2 N218 '32X. „Fürwahr durch dies soll Jakobs Sünde verziehen werden, und werde dies die Frucht, daß er seine Sünden entferne. der Altäre Gestein, zerbrechlichen Kalksteinen gleich, zertrümmere, nicht Haine und Sonnenbilder anbete. Die Strafe soll nur Jakob zur Sühne gereichen, sie soll ihn erwecken und zur Einkehr, der.die Rückkehr folgen soll, ermuntern und die Frucht des nn^ec des Manderns in der Fremde sei, daß er die Sünde aus seiner Mitte entferne, die Altäre niederreiße, auf denen Feuerflammen vor Götzenbildern lodern. Nur darum, so fährt der Prophet fort, ward die feste Stadt zur Einöde, einsam und verlassen wie die Wüste, daß dort das Kalb lagert und weidet und die jungen Reiser verzehrt. '2 runx jirv.NO mx2 avi nrewji rmtp »12*2 xn jwc tö ei?. Verdorrt sind die Zweige und Frauen verbrennen sie, denn es ist ein unvernünftiges vertrocknet, die einzelnen Glieder des mächtigen Stammes sind abgefallen und das frauengleich schwache Volk muß sie autgeben, muß mit ihnen brechen, denn es vermag nicht neues Leben in sie zu bringen, es; ist nicht im Stande, sie durch die lebenspendende Kraft der Lehre zu neuem Leben zu erwecken. Denn ein unvernünftiges Volk ist dies, es kann den Kampf nicht, erfolgreich gegen den Abfall führen, denn es ist selbst unwissend, es kann die abgestorbenen Glieder nicht zu neuem Leben erwecken, da es selbst nicht lebt. Aber einst werden wir durch Gott aufgelesen werden, einzeln, wir Alle, Kinder Israels, denn Gott will keins seiner Kinder missen, auch jene nicht, die vom Wege abgeirrt, und die sich von seinen Kindern getrennt haben. Auch die verdorrten Zweige werden frischen Saft und neue Kraft erhallen, denn „an jenem Tage wird die mächtige Schofarstimme ertönen, dann kehren wieder die in Aschur Umherirrenden und die nach Egypten Verstoßenen und sie Alle werfen sich auf dem heiligen Berge in Jerusalem vor Gott nieder." Nun beginnt der Prophet die Schuld des Staates zu schildern und zu geißeln. „Wehe der stolzen Krone, die das Haupt des trunkenen Ephraim schmückt, wehe der welkenden Blume, die seine Schönheit war, die in fluchtreichem Thale prangte und nun das Haupt eines vom Weine Taumelnden ziert. Gottes Macht und Gewalt wie Hagelwetter, wie verderbender Sturm, wie die Fluth mächtig strömenden Wassers, wirft ihn zur Erde hin. Und die stolze Krone, die der Stolz des trunkenen Ephraim war, sie wird mit Füßen getreten werden. Und die welkende Blume, die einst in ^herrlicher Schönheit prangte, wird wie des Sommers vorzeitige Frucht, die kaum in der Hand, schon verschlungen wird." Der Staat sündigte in unerhörter Weise, in einem Taumel lebten seine Führer dahin uw j"2 12W2 i:w X'27! j.i2 1771 i2W2i die berufen waren, das Volk zu leiten und zu führen, sie selbst sanken so unendlich tief, daß es für sie keine Rettung mehr gibt. Die stolze Krone, die Königskrone, sie schmückte eines trunkenen Königs Haupt und ward durch ihre Träger entweiht; die herrliche Blume, die still im Hause blühen sollte, die Erbtugend des jüdischen Volkes, die hehre Sittlichkeit und Keuschheit des Familienlebens, sie welkte dahin und verlor ihren Dust. Keiner ist irgendwelcher Belehrung zugänglich. Sie klagen, daß ihr Leben eingeschnürtvon Gesetzen sei. „hier ein Gebot, dort ein Gebot, hier eine Richtschnur, dort eine Richtschnur. hier ein wenig, dort ein wenig" spreche» sie, sie fühlen sich eingeengt von „Eeremonien", deren Sinn sie nicht faffen können, — sie wünschen sich die Freiheit, und werden immer mehr zu Sklaven, sie tvollen Ruhe

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