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Der Israelit · 1904-12-29 · Heft 103-104 (29.12.1904) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 103-104 (29.12.1904)
Date
1904-12-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
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« i ' Die Aommenden. Line Bekrschlung zuemaön. Bon Dr. Hermann Klein. M a i n z, im Teweth. u - „Und dies sind die Namen der Kinder Israels, die da kamen nach Egypten; mit Jakob kam jeder und sein Haus." Es ist das Geschick Israels in seiner Knechtschaft, das uns der heutige Abschnitt vorführt. Es ist Israel in seiner Entwürdigung, unter dem schweren Joche des egyptischen Tyrannen, dessen Geschichte uns verkündet wird. Mit dem zweiten Buche unserer Thora beginnt die Geschichte des jüdischen Volkes und wir sehen dieses Volk am Beginne seiner Laufbahn in die Fremde ziehen, in die Fremde, in der es zum Volke heranreifen soll, in der es zum zukünftigen Träger der Sinaiwahrheiten, zum zukünftigen Priester der Menschheit erzogen werden soll. Und als ein Erziehungsmittel von nie versagender Wirkung hat hier schon der große Erzieher seines Volkes die Fremde und das Leid, die Erniedrigung und das Elend, die Schmach und das Weh erkannt. bx~iv' ya ncp r6x: *js’ «rp ~=P inn n-nn nonato rurr. „Und dies sind die Namen der Kinder Israels, die nach Mizrajim kamen, das ist der Sinn jenes Spruches des weisen Königs." bemerken unsere Weisen, „wer mit seiner Ruthe zurückhält, haßt sein Kind ">v'v mp irr« und der es liebt, erzieht es durch Zucht." Es ist die Liebe des allgütigen Vaters zu Seinem Kinde/ zu Seinem Erstgeborenen, die ihn in die Schule der Leiden schickt, die ihn nach Egvpten schickt, damit er dort erstarke und die Schlacken absireife, die ihm anhaften; daß er dort gefügigen Sinnes werde, der ihn befähigen soll, der Diener Gottes zu werden. Damit aber die Fremde diese Wirkung Hervorrufe, so gibt Er ihm beim Einzug auch gleichzeitig einen Schutz mit, ohne den er vielleicht in der Fremde sich verloren hätte, ohne den er durch das Leid vielleicht gebrochen worden wäre, irrr r*x. Ein jeder kam und sein Haus. — und dieses Haus, die Familie, war die schützende Hand, die über den nach Egypten Kommenden gehalten wurde. Aus den Famifttn und dürch die Familien ward aus - den Söhnen Jakobs das jüdische Volk. Die Familien waren das schuhende Bollwerk gegen die Unsittlichkeit, die dem Lande Egvpten sein Gepräge gab. Das Leben in den Familien ließ es nicht zu, daß sich dauernde I Verzweiflung der Herzen der Söhne Jakobs, bemächtigte, denn das Leben in der Familie bot den Geknechteten Ersatz für das herbe Leid, das ihnen im Leben draußen zugefügt wurde, es ließ sie über das Ent- . schliche ihrer Lage leichter hinwegkommen, es war das Licht, das den im Finstern Wandelnden leuchtete, der freundliche Strahl, der ibr Leben erhellte und erwärmte. Die Stellung des jüdischen Mannes in seiner Familie endlich verhütet auch, daß die Gemarterten zu Sklaven wurden, daß sich ihrer Seelen jener knechtische und sklavische Sinn bemächtigt ■ hätte, den auch der freundlichste Geschickeswandel nicht ganz auszurotten im Stande gewesen wäre. Die zu Königen- . berufen waren, durften niemals zu wirklichen Sklaven werden, denn nax rinn ir px nrn pte rinn •pfnr '2 aus dem Sklaven wird niemals ein rechter König. In seinem Hause. im Kreise seiner Familie war der Jude immer Herr und so erhielt die Familie in ihm das Bewußtsein seiner Menschenwürde wach, durch sie vergaß er niemals ganz seiner Menschenbestimmung., durch sie glaubte er trotz der düsteren Gegenwart an seine große Zukunft, denn die Familie war Hüterin der Tradition, in der Familie lebte und erhielt sich die Verheißung von der zukünftigen Größe des Jakobshauses. Das Haus war die Zukunft, die Bürgschaft der zukünftigen Größe der Söhne Israels. — Die Vaterliebe Gottes führte die Söhne Israels, die Gott dereinst die Herrschaft sichern sollten, die berufen sein werden, für die Erkenntniß Gottes zu leben und zu streben, zu kämpfen und zu siegen, die nun mit ihrer ganzen großen Zukunft nach Mizrajim kamen, um sich dort für die. Thätigkeit der Zukunft zu rüsten und als Bürgschaft für die zukünftige Größe ließ Gott ihre Familien mit- ,ziehen wa P"x. Durch die Art Mb. Mise, ihres Einzuges wollte Gvft ihnen das Bewußtseini.einpflanzen, daß sie die rrvn, die Kommenden sind, das Volk der Zukunft, das die Zukunft der Menschen ist. naun bau uo is6oi brne" mm pv spp pip» ran „Die Kommenden läßt er als Jakob Wurzel schlagen, er grünt und blüht als Israel, füllt die Welt mit süßer Frucht." Als Jakob läßt er die Kommenden Wurzel schlagen. Die jüdische Familie ist der Grundstein für die Größe des jüdischen Volkes. Die Familie ist Hüterin.und Wächterin jenes heiligen Feuers, durch das wir die Menschheit erleuchten und erwärmen sollen.' Als düs Haus Jakobs schlugen wir Wurzel; in den ‘ Familien liegen die Wurzeln unserer Kraft, sie sind •tm e^n:3 wie Bäche, die uns ständig frisches Wasser zuführen; als die bescheidene Jokobsfamilie waren wir Faktoren, mit denen die Welt rechnete, mit denen die

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