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Der Israelit · 1904-12-29 · Heft 103-104 (29.12.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 103-104 (29.12.1904)
Date
1904-12-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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2215 In elfterem Falle haben wir öfters auf dos Verleumderische dieser Anklage gewiesen, wurde doch über die betreffende Angelegenheit wiederholt von uns ganz gewissenhaft an geeignetem Orte recherchirt, als dessen Resultat wir noch einmal die Erklärung abgeben, daß die jetzigen Chaluka-Empfänger der HoL-Deutschen Gemeinde der Unterstützung nicht entbehren können. Sollten wir aber irre geführt sein, und Ware Dr. Friedemann oder wer sonst so freundlich, uns nicht bloß in Allgemeinheiten, sondern mit Namen und Belegen die Personen zu nennen, welchen wir die Chalnta zn entziehen hätten, so wurden wir ihm dafür sehr erkenntlich sein. Im zweiten Falle kann doch nichts dagegen eingewendet werden, daß den von den Bedürftigen selber gewählten Vertretern die Vertheilung der Gelder onvertraut wird. Dies unsere Antwort auf den ersten Anklagepunkt. Die zweite Beschuldigung ist geradezu eine Retraite unserer Gegner. Es ist nämlich merkwürdig, welche Frontänderung dabei wahrzunehmen ist. Wurde uns früher von den Kritikern vorgeworfen, wir ließen das Ergebnist unserer Sammlung bloß einigen Wenigen (den Mitgliedern der Holl.-Dcutschcn Gemeinde) zu Gute kommen, jetzt ist diese Beschuldigung so bedeutend eingeschrumpft. daß unser Verbrechen allein darin besteht, daß aus der Menge von Gemeinden z'b'rz im heiligen Lande, eine und zwar nicht eine der zahlreichsten unbeachtet bleibt. Sollte nun diese Behauptung sich als richtig erweisen. dann wäre noch kein genügender Grund vorhanden. unserem Institut, worauf, wie sich täglich aus zahllosen Briefen ergibt, unsere armen palästinensischen Brüder und Schwestern so hohen Werth legen, das Vertrauen zu entziehen. Doch. — gleich beim Lesen von Dr. Friedemann's Polemik erinnerten wir uns. daß von jeher die Marokkaner Gemeinde bei der Festsetzung des Vertheilungsmodus, was alle zehn Jahre in Vereinbarung mit den Gemeindevorstehern Palästinas geschieht, deshalb keine Quote von uns zugewiesen bekam, weil sie eine Unterabiheilung der portugiesischen Gemeinde bildet, und ihre Armen darum auch von der portugiesischen Gemeinde ihre Unterstützung erhalten. Wo nun die portugiesische Gemeinde einen sehr nkunenswerthen (nach der Holl.-Deutscheu Gemeinde den größten) Betrag von uns empfängt, wird da nicht mittelbar auch die Marokkanische Gemeinde von uns unterstützt? Wie ungerecht hätte man es nicht gefunden, wenn wir. mit diesem Umstande nicht bekannt, einer Gemeinde zweimal einen Aniheil zugewiesen hätten? Wir wollten aber dennoch, bevor wir diese Erklärung abgoben. diese Thatsache nochmals bestätigt haben. Dadurch erW unsere Antwort eine kleine Verzögerung. Die ..Anklage", daß nicht allen Gemeinden die in Holland und Deutschland eingesammelten Gelder zu Gute kommen, ist also vollständig unrichtig. Es bleibt nun noch die Bemerkung, daß den Armen die Chaluka entzogen wird „wenn ' sie ihren Kindern europäisches Wissen zu Theil werden lassen, z. B. sie in eine Allianceschule senden." Wir müssen uns auch mit Bezug auf diese Bemerkung beschränken auf die Holl. Deutsche Gemeinde, welche, weil nur auf unsere Sammlung angewiesen und von keiner anderen Gemeinde etwas erhaltend, unter unserer unmittelbaren Leitung steht. Was die anderen Gemeinden thun. ist ihre Sache und geschieht unter ihrer Verantwortlichkeit. In der Holl.-Deutschen Gemeinde besteht die gerügte Bestimmung nicht und wird die Ebaluka, aus dem angegebenen Grunde nicht verweigert! Welche ungerechtfertigte Behauptung also! 'Wir hegen das zuversichtliche Vertrauen, daß diese Polemik die Woblthätigen in Holland und Deutschland von den gerechten Grundlagen der Vertheilung unseres Sammelergebniffes überzeugt haben wird, und geben uns daber der Hoffnung hin. daß sie deshalb mit desto mehr Liebe und Eifer uns thatkräftiq unterstütze» werden in unseren Versuchen, das öfters so tieftraurige Loos unserer bedürftigen Glaubensbrüder im Lande der Väter zu lindern. Pekidim und Amarkaliin der israelitischen Gemeinden des heil. Landes in Amsterdam M. S. Rubens j r., Präses. A. S. O n d e r w y z e r, Sekretär. - Es ist wirklich tieftraurig, wenn ein Mann wie Dr. Friedemann. der als Führer seiner Brüder gelten will und in der ganzen Welt durch Vorträge die Liebe zum heiligen Lande zu erwecken sucht, wenn ein solcher Mann ein jüdisches Wohlthätigkeits-Jnstitut ersten Ranges, auf das Tausende unserer armey Brüder in. Palästina ihre einige Hoffnung gesetzt 'habest'/ dstr'ch' solche unberechtigte Angriffe „unschädlich" zu machen sucht. Was bat man von zionistischer Seite seither für diese Leute gethan. um sich ein Recht anzumaßen, das spendengebende Publikum systematisch von den Liebesgaben nach Palästina zu entwöhnen? Wahrlich, wir möchten keinen Antheil haben an dem Werke des Herrn Friedemann. Red. des „Israelit." Serfonatie«. .Paris, im Dez. (Unlieb verspätet.) Einen Verlust, fast unersetzlich zu nennen, hat das Judenthum unserer Stadt erlitten. Frau Dr. N. K l e i n, Wittwe des vor zwei Jahren verschiedenen, überall bekannten Dr. Th. Klein, weilt nicht mehr unter den Lebenden. Wer das.Glück hatte in' dem Hause zu verkehren, das

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