Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 101-102 (22.12.1904)
- Date
- 1904-12-22
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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eF |JsFae Aenlrak-Hrgan für das orthodoxe Audenthum y i'ii 2S. Dt». 1904.] WemWk Wqe tu j& 101L102. ' 4* P* :ir. Kr. 7. X xxx X xXx! xix x XXXX Homtletik Tie Ehre, ein Cyklus von Festpredigten, gehalten in der Synagoge zu Basel von Rabbiner Dr. A. Cohn. Basel 1904. Predigten hört man lieber, als daß man sie liest, so lautet das Urtheil über die Mehrzahl gedruckter, in Buchform vorliegender Kanzelreden. Die Prediger selbst greifen wohl ab und zu zu diesen Heften mit erbaulichen Ansprachen, um zu sehen, wie es andere machen und auch um vielleicht nur Wege kennen zu lernen, wie man durch eindrucksvolle Beredtsamkeit die ewigen Wahrheiten unserer heiligen Religion dem Herzen und Gemüthe der Zuhörer einzwingen kann. Selten geschieht es, daß auch solche, welche sich nicht als Meister des gesprochenen Wortes zu zeigen haben, zu eigener Erbauung und Belehrung sich in die Lektüre von Predigten verliefen. Der dürftige Inhalt vieler Kanzelreden, der beim Vortrag durch die Hilfsmittel der Rhetorik gehoben, die Aufmerksamkeit fesselt, die Herzen schneller schlagen macht und in seinem schillernden Farbenkleide die Bewunderung auch geistig Hochstehender erweckt, tritt bei der Lektüre allzusehr hervor und gelangweilt wendet sich das Auge vom gedruckten Worte ab. das gesprochen das Ohr des bewundernden Hörers ganz gewonnen hätte. Die Reden der hervorragendsten Meister nun sind von der Art, daß sie auch den Leser fesseln und ihn nur bedauern lassen, den reichen Inhalt, die gedanlentiefen Deutungen, das kunstvolle Gefüge der Sätze, die geistreichen Anwendungen und Beziehungen, nicht in lebendiger Rede vernommen zu haben. Die drei Festpredigten, welche der Rabbiner von Basel auf Wunsch seiner Gemeindemitglieder dem Druck übergeben hat, tragen dieses Zeichen des Meisterwerks an sich, daß sie mit Spannung und Aufmerksamkeit gelesen werden und nach der Lektüre den Wunsch laut werden lassen, all das möcht ich noch einmal aus dem Mund des Autors selbst hören. Die an den drei Festen Pesack, Schowuos und Suckos gehaltenen Predigten behandeln das große Thema der Ehre. Am Feste der Befreiung und der Geburt unseres Bolksthüms werden ton über die X X XXX X X X7X X x xxxx x xY Lolks-Ehre belehrt und unwiderleglich wirb.' darin Freund und Feind gezeigt, wie hoch der Jude zu allen Zeiten die Ehre seines Volkes bewerthete und wie dieses Gefühl für nationale Ehre in der Liebe und Bewunderung des heiligen Gesetzes seinen Ausdruck fand, und wie die Thora und der Stolz auf ihren Besitz^als die Ehre des Judenthums angesehen wird. Am Feste der Gesetzgebung war die Ehre des Einzelnen Gegenstand der Betrachtung, während am Hüttenfeste geschildert wurde, in wie hohem Grade die Thora uns vorfchreibt die Ehre des Nebenmenschen zu schützen und zu.achten. Jede einzelne Predigt bringt uns eine Fülle geistvoll, erklärter und eingefügter Schriftverse, Talmudstellen und Midraschim. Mit erstaunlicher Geschicklichkeit werden bekannte, volksthümlich gewordene, geistvolle Auslegungen zu Beweisen für die Behauptungen, des Redners umgestaltet. Die Lektüre der drei Aestvredigten des begabten Kanzelredners bot uns,viel Genuß und vermochte es. uns in eine gehobene Stimmung zu versetzen. Durch den Hinweis auf dieselben glauben wir uns ein Recht auf den Dank unserer iderehrten Leser zu erwerben. Der Reinertrag ist für das israelitische Spital und für das israelitische Asaisen- Haus in Basel bestimmt. N22Das Gebet des Rabbi Nechunjoh ben Hakkonoh, erklärt in sieben Tischri- Predigten im Jahre 5664 1903 von Rgöbiner ' Dr. S. C a r l e b a ch - Lübeck. Iu Predigten werden im allgemeinen besser gehgrt als gelesen; im Interesse des Autors sowohl als auch deS Publikums. Auf letzteres wirkt das auS bewegtem Herzen quillende Wort leichter und nachhaltiger ein, als das schwarz auf weiß kalt vor ihm stehende. Aber nicht nur deshalb gewinnt der Redner leichter den v Beifall seiner Hörer, als der Schriftsteller denjenigen seiner Leser, sonder» auch darum, weil das Ohr san>? guinisch, während das Auge mehr skeptisch und kritisch , beanlagt ist. Aber indem der Prediger als Schrift-'?; steller die Kanzel seiner Gemeinde mit der Wenkan^el vertauscht, sichert er feinem geschriebenen Worte eine J Verbreitung, die von dem gesprochenen niemals erreicht;. .