Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 101-102 (22.12.1904)
- Date
- 1904-12-22
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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2205 von selbst ergibt und besonders bei der Entwickelung der Buchstabeubilder.. die wir nun in den Bereich unserer Besprechung ziehen wollen, markant hervortritt. Ist doch dies Unterrichtsspiel so anziehend und hübsch, daß es wohl auch außer den Unterrichtsstunden von den Kindern gespielt werden wird und auf diese Weise erhalt die Selbstthätigkeit des Kindes mächtige Anregung, es liegt dann thatsachlich „ein tiefer Ernst im kindischen Spiel.'" Auch die Buchstabenbilder sollen nämlich in der Holge nichts anderes sein, als die Konterfei der gewählten „Buchstabenkinder". Die Anleitung zur Kenntniß der wirklichen Buchstaben vermittelt Gabel wieder zuerst beim flr. Der Lehrer beginnt mit dem rrr-Kinde ein Gespräch, in dessen Holge er die Absicht kundgibt, das Kind zu zeichnen. Er ruft rrr zu sich an die Tafel und läßt ihn in gebückter Stellung verharren, betrachtet ihn eine Zeit lang genau und macht schließlich eine, dem fl entsprechend krumme Linie an die Tafel. Die Phantasie der Kinder erblickt in dieser Linie, durch die beschriebenen Manipulationen angeregt, wirklich ein Bild des rrr-Kindes. Ebenso wird der Vokal in.'das Chirik gezeichnet, indem der Lehrer das iii-Kind vorireten und es mit der Spitze seines Zeigefingers aus die Klaffe deuten läßt. Die abgezeichnete Spitze dieses Zeigefingers, ein kreisrundes Pünktlein gilt den Kindern als Konterfei des iii. ebenso wie späterhin drei aufgehobene Finger des sss-Kindes in schematischer Darstellung III dasVcharakterisiren. In derselben Weise wie der Lehrer zuerst im Bogen vom rrr-Kinde zum iii-Kinde etc. mit dem Finger fuhr, schreitet er nun mit dem Finger über die Figuren und * fl und die Klasse liest ri. ir u. s. w. In ähnlicher Weise werden die übrigen Buchstabenkinder zu Buchstaben umgezeichnet und es ist thatsachlich hochinteressant. wie schön und leicht sich fämmtliche Buchstaben des jüdischen Alphabets durch verschiedene Stellungen der Kinder charakterisiren lasten, so daß die Klaffe thatsachlich vermeint, im Buchstaben das Konterfei eines Kameraden vor sich zu haben. Es seien hier zu nächst die Konsonanten nach den Angaben des Leitfadens wortgetreu reproducirt: Abraham (~) zieht seinen Finger zwischen seinen geschloffenen Lippen der Länge nach hinweg. Elckanan 00 faßt die Mittel-, Zeige- und Daumenfinger zusammen und zeigt mit denselben aus die Kinder hin. Elias00 bringt die Zeigefinger beider Hände nahe zu einander und zeigt mit denselben auf die Kinder. Nriel (Y) bringt die beiden Finger der rechten Hand in eine Gabelform, gibt daneben den Zeigefinger der linken Hand und die drei Finger in etwas schiefer Richtung haltend, zeigt er gegen die Kinder hin. Israel Q weist mit dem Zeigefinger auf die Kinder. . . Tr/ Oskar (*) gibt den Zeigefinger seys recht unter die Lippenöffnung. ,V, llfiel?,) weist mit dem Zeigefinger auf seinen Bauch hm u. s. w. o, Wenn auch diese Bezeichnung deß Schema: als „nichts" etwas gewagt erscheint, so mag $1 immerhin, so lange wir nichts Defferes dafür zu setzen wissen, paffiren. Wir können überzeugt sein. Laß ein so praktischer und strebsamer Geist, wie Herr Koll. Gabel, mit der Zeit auch die etwaigen, ja doch im Verglejch zum großen Ganzen nur verschwindend kleinen Mängel noch ausmerzen wird. - , An der Hand der Fibel mögen nun auch die übrigen Konsonanten in ihren Kinderbilderformen kurz beschrieben werden, wobei wir bedauern, :.es uns versagen zu muffen, die originellsten auch iU Bilde zu reproduziren. da auch die genaueste Beschreibung nicht so packend zu wirken vermag, wie die direkte Anschauung. Das f revräsentirt sich als ein arj freistehender Knabe mit weit zurückgeschobenem Hute, das i dagegen als ein Knabe in ziemlich lässiger Haltung mit vorgesunkenem Kopse. Das fl zeigt die gleiche Stellung wie oben das fl, nur hängen auch die Arme steif herab, parallel zu den Beinen. $$ und p, treten auf als „Namenlose". beim Lesen also Nichttönende.*) Das Q. zeigt eine Kombination aus senkrechter und gebogener Handstellung, während das fl genau dem fl entspricht, nur daß der Knabe auf einem Podium steht, welches den unteren Abschluß vermittelt. Das fl (ßl ist aus einer Kombination von Daumen und Zeigefinger entstanden. Das ' zeigt einen Knaben in ähnlicher Stellung wie der auf seinen, ihm zu Füßen liegenden Hut niederschaut, während das j (Schluß-n) durch einen,.hochaufgeschossenen. ziemlich hageren Knaben ganz trefflich markirt wird. Das fl ist ein Knabe in fl-Dtellung auf einem Podium, während das fl durch denselben Knaben bezw. durch die gleiche Stellung gezeichnet, wird, nur hängt von seinem Halse ein angebundene^ Ball herab. Das 2 Zeigt einen Knaben, der den rechten Fuß wie zum Marsche vorstreckt. Das gibt uns ein Bild des Knaben in der Kniebeuge. Es sind diese und dir meiste» der folgenden Stellungen Turnübungen uni», Turnerstellungen und dadurch umsomehr geeignet, bei den Kleinen Interesse, Lust und Fröhlichkeit zu erregen und ihnen so das Lernen zu frohem Spieie zu gestalten. Beim fl (b) erkennen wir wieder die fl (r)-StellUng. nur find die Arme horizontal riickwärts gestreckt,'' so daß die. Hände über die Rückenbirgung hinautzragen. Auch das fl(h) zeigt-die gleiche Rumpfbeuge, doch ist der Hut des Knaben zur Erde gefallen und kennzeichnet den Halbstrich des fl. Das fl und fl entsprechen dem bereits -beschriebenen fl und fl natürlich 'schließt ' hier das Podium mit der Ferse des Knaben ab, während es dort - »! *1 DaS k zeigt einen balbliegenden Ünaben. der iich auf einen Arm Mtzt. tat anderen Lebt; das r ist eine Kombin^an zweier wirklich enip-rgeltretfter Arme.