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Der Israelit · 1904-12-22 · Heft 101-102 (22.12.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 101-102 (22.12.1904)
Date
1904-12-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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8189 # Ueberfall einer jüdischen Familie. Bukarest. In dem kleinen Städtchen Podul Turtulu nächst Folschani ist ein furchtbares Verbrechen begangen worden. Mitten in der Nacht überfiel eine Diebesbande das Haus des wohlhabenden Israel Feldmann und mißhandelte schwer durch Schläge mit Eisenstäben ihn selbst, seine Frau und seine ältere Tochter sowie seinen Schwiegersohn aus Jassy, den Mitinhaber des großen Jassyer Droguengeschäftes Gebr. Rosenstein. In Folge der Schläge verschied die 18jährige Tochter des Feldmann sofort, während die anderen Opfer kaum mit dem Leben davonkommen dürften. Jedenfalls werden sie aber Krüppel bleiben. Die Hilferufe der Unglücklichen wurden von den in der Nachbarschaft wohnenden Schwiegersöhnen vernommen. Diese eilten zu Hilfe, der eine mit einem Revolver, den er auch abfeuerte. Den Dieben gelang es jedoch zu entkommen. Der Eine der Schwiegersöhne hatte aber unter ihnen einen Waldhüter des Israel Feldmann erkannt. Dieser wurde verhaftet, zu einem Geständniß gebracht und nun stellte sich etwas Unerhörtes heraus. An der Spitze der Diebesbande hat nämlich der Chef der Orispoli.zei gestanden. Er hatte die Wächter, nachdem er ihnen befohlen, die Straßenlaternen ouszulöschcn, nach Hause geschickt. Dann ging das oben geschilderte Werk los. Unter den Dieben, die jetzt alle verbaftet sind, befindet sich auch ein Pope namens Condrache aus einem benachbarten Dorfe. Das arme Mädchen, das den Schlägen erlegen ist, hatte den Popen erkannt und dies war sein Verhängniß, denn als dieser es merkte, schrie er seinen Genossen zu: „Die müssen wir tobten, sonst sind wir verloren." Kruschewan arr der Arbeit. Petersburg, 20. Dez. Die „Nowosti" melden aus Kischinew vom 19. Dezember: Eine Reihe aufreizender Artikel des Antisemiten Kruschewan im „Beffarabez", veranlaßte die Vertreter der Juden, eine Audienz beim Gouverneur und Erzbischof nachzusuchen. Heute wurden an den Straßenecken Plakate mit dem Aufruf des Gouverneurs zur Wahrung der Ruhe angebracht. Am 20. Dezember beginnen vor dem Appellhof eine neue Reihe von Prozessen, die von der vorjährigen Judenhehe herrühren. Erzichunft jüdischer Waisen. Jerusalem. Dem Bericht des „Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Jerusalem" für das Jahr 1908 entnehmen wir: Im verflossenen Jahre hat sich die Zahl der Zöglinge in unserem Waisenhause gegen das.Vorjahr von 22 auf 36 erhöht. Gesundheitlich war für die Anstalt das Berichtsjahr weniger günstig, als die vorhergehenden Jahre. Namentlich brachten der Herbst und der Winter, schwere Zeiten. Was die Laemelschule betrifft, so datirt eine neue Epoche für diese Anstattvon dem Tao der Eröffnung des neuen Schulgebäudes. Am 4. August 1903 fand die feierliche Einweihung in Anwesenheit eines zahlreichen und distinguirten Publikums statt. Das Schuljahr 1903/4 schloß am 21. März. Mit dem Einzuge in das neuerrichtete Schulhaus begann im vorigen Jahre für unsere Schule eine neue^ Periode. Das Schulhaus, eines der schönsten Ge-" baude Jerusalems, entspricht allen modernen hygienischen und pädagogischen Anforderungen. In den großen, hellen und gut ventilirten Räumen fühlen sich die Schüler sehr wohl und folgen sichtlich mit größerer Aufmerksamkeit, als vorher, dem Unterrichte. Der vor einem Jahre gegründete hebräische Kindergarten, der vom Hülssverein der deutschen Juden und auch von unserer Schule und dem Verein Lemaan Zion Förde- , rung genießt, hat sich vorzüglich bewährt: Die immer steigende Frequenz und die schönen Resultate haben die Leiter angespornt, einen zweiten Kindergarten in einem anderen Stadttheil zu eröffnen. Die Zöglinge der Kindergärten, im zartesten Alter bereits an Ordnung und Reinlichkeit gewöhnt und im Besitze einer einheitlichen Sprache, des Hebräischen, werden künftighin das beste Schülermaterial abgeben. Am 5. Mai wurde in. den zur Verfügung gestellten Räumen unserer Schule die Lehrerbildungsanstalt des Hilfsvereins der deutschen Juden zunächst mit zwei Klassen eröffnet. ' Uccsonatten. Frankfurt a. M.. 18. Dez. Frau Dr. Rosenberg, die Wittwe des s. Z. hier verstorbenen Gelehrten und Rabbiners Dr. Jakob Rosenberg, eine durch ihre Wohlthätigkeit und Geistesschärfe weitaus bekannte Dame, ist gestern im hohen Alter von 81 Jahren ge-' storben. Elmshorn (Holstein). Herr S. M. Bachrach, Lehrerin stp seit 32 Jahren dahier, hat, nachdem unlängst seine treue Gattin genau an ihrem 70. Geburtstage verschieden, sein Amt aufgegeben, um den Abend seines segensreichen Lebens bei seinem in Thorn verheiratheten Sohn zu genießen. Die kleine, aber recht wohlhabende Gemeinde Elmshorn hat ihrem treuen Beamten eine bescheidene Pension bewilligt, die aber mit : durch ihre Bescheidenheit glänzt. Herr S. M. Bachrach ist den Lesern des „Israelit" bekannt. Derselbe ist auch ein Talmid Chochom und guter Hebraist. Von seinen.) Vorgesetzten wurde er hochgeschätzt. H. B. *

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