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Der Israelit · 1904-12-22 · Heft 101-102 (22.12.1904) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 101-102 (22.12.1904)
Date
1904-12-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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45. Jahrgang. eilage zu M 101L102 des Maimonides. Eil Stiutülill (i fd»a 700j£|r. ttfäloje (20. talj). : Von De. Heemaa« Klei». IC : ' . ‘51- 2R a i n 3, 13. Tebeth. Sieben Jahrhunderte sind verstrichen, seit einer per größten Männer des Judenthums. Rabbi Moses I. Maimon s. A., heimging zu seinen Vätern und was irdisch an ihm war, der Erde übergeben wurde. Sieben Jahrhunderte sind ein langer Zeitraum selbst im Leben des „e to t g c n Volkes," * — und dennoch ist es uns, als ob Maimonides noch heute in unserer' Mitte weilte; sein Geist wirkt noch heute so frisch und lebendig in uns nach, wie r 2r vielleicht kaum in seinen Zeitgenossen gewirkt. Große - Männer gleichen jenen hohen Bergesgipfeln, zu deren Betrachtung sich der Beobachter, am besten einen ziemlich entfernten Ort wählt. In der Entfernung kommt ihre Höhe erst zur richtigen Geltung, während sie im Hochgebirge selbst häufig gar nicht den Eindruck der überragenden Größe Hervorrufen. Andere Berge scheinen ihnen an Höhe gleichzukommen, ja sie sogar zu überbieten. Genau so erging es Maimonides. Es blieben ihm im Leben keine Gegner erspart und unter den Gegnern gab es Viele, die an Bedeutung ihm nicht viel nachssanden und denen man Ehrlichkeit der Gesinnung und Redlichkeit des Wollens ebensowenig absprechen kann, wie Maimonides selbst. Aber längst sind die Stimmen des Tadels verhallt, das ganze Judenthum verehrt in Maimonides den großen Führer und unerreichten Msister. Worin besteht nun die Größe dieses '"Mannes. worin der Grund der nachhaltigen Wirkung, die er auf das Judenthum ausgeübt hat? Wenn wir diese Fragen beantworten wollen, so müssen wir aus seinem Leben einzelne Punkte hervorheben, die den Schlüssel zum Verständniß seiner Thätigkeit bilden. Maimonides ist am 14. Nissan 1135 zu Cordova geboren. Es begann eine trübe Zeit für die Juden Spaniens; die späteren Judenverfolgungen sandten ihre Schlagschatten voraus. Die Almohaden eroberten 1147 Evrdova Und stellten den Juden dieser Stadt die Alternative, Entweder züm Islam überzutreten oder der sie- . ' liebten Heimath Lebewohl zu" - sagen. Die Familie t MaiMon entschloß sich selbstredend zu Letzterem und. ' nun begannen trübe Wänderjahre für Maimonides. oie ungefähr 17" Jahre währten. Im Jahre 1165 ließ; "er sich in Fostat nieder, wo er sich Anfangs vom Juwelenhandel, den 'er gemeinschaftlich mit seinem Bruder i- - . ' . - David betrieb, ernährte. Nach dem Tode» seines Bruders wandte er sich der Heilkunde zu,- m ' der er bald einen solchen Ruf erlangte,, daß er zuin Leibarzte des Sultästs Sakadin ' ernannte wurde". -In dieser Eigenschaft war er so sehr' beschäftigt, , daß ihm keine Zeit blieb, selbst mit intimsten Freunden sich zu Unterhalten. ' Maimonides schildert selbst seine Thätigkeit zu dieser Zeit in einem Briefe an Rabbi Samuel Um Tibbon, der den Wunsch ' äußert^ ' ihn besuchen'zu dürfen. „So sehr mich auch Dein Besuch erfreUen würde," schreibt Maimonides,. „so mutz ich Diu doch dringend abrathen, diese gefahrvolle Reise zu unternehmen. Denn Du hättest wenig Nutzen von diesem Besuche. Ich könnte Dir kaum eine Stunde widmen." Und nun folgt eine genaue Beschreibung seiner Thättgkeit. „Der Sultan wohnt in Kairo und ich in Fostat, beide Städte liegen zwei Sabbatwege von einander. Mit dem Sultan habe ich einen schwerem Stand. ,Ich muß ihn täglich besuchen und wenn er oder eines seiner Kinder leidend ist, so darf ich seine Residenzstadt nscht verlassen. Aber auch sonst komme ich erst Nachmittags nach Häufe. Wenn ich nun matt und von Hunger entkräftet mein Heim betrete, finde ich die Vorzimmer voll von Menschen: Juden und Mohammedaner, Vornehme und Geringe. Richter und Beamte, Freunde und Feinde, eine gemischte Gesellschaft, die meinen ärztlichen Rath erwarten. Ich verschreibe ihnen Rezepte und beruhige sie so gut als möglich. > So geht es bis in die späte Nacht hinein. Ich bin so erschöpft, daß ich kaum ein Wort sprechen kann. Mit einem Worte, es kann keiner mit mir reden außer 'am Sabbat. Da kommt die ganze. Gemeinde zu mir .Und . ich ordne an. was in der Woche zü geschehen hätt^ . Obwohl er. wie wir gesehen, vyn seiner ärztlichen Praxis wie von seinem Rabbineramte sehr in Anspruch genommen, war. entfaltete er doch eine-außerordentliche litterarische Thätigkeit auf. dem Gebietendes tatmudischen, philosophischen und medizinischest Äyißenschaften. Vor Allem vollendete er seinen Mischnahkommentar, den er in arabischer Sprache verfaßte. Nicht lange nach dem Erscheinen dieses Werkes vollendete er sein großes talmudisches Werk „Mischnah Thora", auch „Jad Hachasakah" genannt. Dieses Riesenwerk, das herrlichste Denkmal, das je ein Einzelner der rabbinischen Litteratur gesetzt, wurde ist. allen.Kreisur mit lebhafter Freude,begrüßt stnd dieses daS unverwüstliche.Denkmal,.das ex.sich, selbst,gesetzt. -. Die „starke Hand" führte uns zu. allen- Zeiten stnf), leiijst. unS noch heute-: und5 schützt , uns .r.vox. Zrrjr^em.VHatte Maimonides uns nichts, weiter bescheÄ gls.Diese, zwei Werke, es hätte nichts au ^m.HtxäMns.rqvze'sjämS Ruhmes gefehlte.... Mögen auch

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