Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-12-22 · Heft 101-102 (22.12.1904) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 101-102 (22.12.1904)
Date
1904-12-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2450078--62053-2524794
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2183 tvenigsten fahndet: Portugal: in seiner Hauptstadt ist biefein Jahre die Lissaboner neue Synagoge, ein darein schöner großer Platz, auf dem die Massen unbenehm-schöner Bau, eingeweiht wurde, da waren die kehrbarer Juden verbrannt wurden, und das königliche „Spitzen" der Militär- und Civilbehörden, der Ver- Theater ist mit verhaltnißmäßig geringen Aenderungen treter des Königs und Abgesandte der Geistlichkeit anaus dem ehemaligen Jnquisitionspalaste entstanden, wesend, und die Zeitungen brachten Artikelserien über Noch herrscht in Portugal als allein anerkannt die die ^etcr und über die Gebräuche der „Sephardim". katholische Religion. Protestant und Jude sind nur i Diese Sympathie im Lande für die Juden soll geduldet, aber beide gleich behördlich geduldet, und . nun nach dem Plane eines Redakteurs des „Seculo" keiner von beiden hat Rechte vor dem andern. Dennoch der größten (demokratischen) Lissaboner Zeitung, dazu besteht ein Unterschied. Die Protestanten duldet die benutzt werden, im Landesintereffe russische Juden all- Regierung aus völkerrechtlichem Anstand und liberaler mählich zum Ackerbau heranzuziehen. Der fruchtbare DaS neue israelitische Krankenhaus in Mainz. (Vergleiche Nr. Ol). Politik, und die Bevöllerung aus religiöser Gleichgültigkeit und Ablehnung gegen klerikale terroristische Gelüste, nicht etwa aus Sympathie für den Andersglöubigen. Der Portugiese hat aber in der Schule gelernt, und die portugiesischen Geschichtsbücher bestätigen es in dürren Worten, daß von der Vertreibung der Juden der Niedergang Portgals datirt. Dadurch hat sich im Laufe einiger Jahrzehnte, was fanatischer Haß war, in Verehrung gewandelt und heute sind die Jutxa Lissabons nicht lveniger geachtet, begehrt und „hoffähig" als etwa in Preußen der Adel. — Als in Boden Portugals wird nur sehr schwach bebaut, denn die heimischen Bauern sind nicht arbeitsam, und weite Strecken vortrefflichen Ackergeländes liegen brach. Den Juden sollen Parzellen unter der Bedingung zugeiheilt werden, sie nicht eher zu verlassen, bis sie sie durch Bezahlung selbst erwerben können. Damit soll der Ansammlung eines Proletariats in den Städten vorgebeugt und dem Lande ein rühriger jüdischer Bauernstamm erzogen werden. Ob sich "der Planin absehrbarer Zeit auch nur im kleinen Maßstabe verwirklichen lassen wird, steht dahin; doch er ist vielfach $ /

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.