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Der Israelit · 1904-12-22 · Heft 101-102 (22.12.1904) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 101-102 (22.12.1904)
Date
1904-12-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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2 Schneiderinnen, 3 Dienstmädchen, 1 Pflegerin. 2 Gesellschafterinnen, 1 Kindergärtnerin. . Wichtig be^ der Einflußnahme auf die Berufsmafjljunger Mädchen ist, daß ein großer Neberflutz an kaufmännischem Personal da ist, wahrend geschulte Hausbeamtinnen jeder Kategorie. Köchinnen. Pflegerinnen. sowie leistungsfähige Directrice für Wäsche- Konfektions- und Putzgeschäfte sehr gesucht smd. In fünf Fällen führte die Stellenvermittlung zur Beaufsichtigung von schwachsinnigen Personen. Diese Fälle sind wohl als chronische zu bezeichnen; die Damen, die sie mit unendlicher Geduld führen, können nur den negativen Erfolg verzeichnen, diese bedauernswerthen Geschöpfe vor dem vollständigen Sinken und Verkommen zu bewahren." . Weiters hatte die ..Weibliche Fürsorge". Fühlung mit dem Hauspflegeverein, mit der städtischen Irrenanstalt. mit dem Gumperh'schen Siechenhaus, dem Elisabethenhof resp. der Erziehungsanstalt in Plötzensee bei Berlin und der Frauenvereinigung der Frankfurt-Loge. In vielen Fällen beschäftigte sie sich mit der Kontrolle der Wohnungen junger Mädchen, mit dem Ausfindigmachen von Lehrstellen, und Beaufsichtigung der Lehrmädchen, mit der Beschaffung von Kleidern etc. Diese gedrängten Angaben beweisen, daß das Frauenkomitee unermüdlich bestrebt war, tief in seine Aufgabe ein.zudringen. Was dabei thatsächlich geleistet wurde an stiller Förderung, kräftiger Führung und wohlüberlegter Vorbeugung, läßt sich weder in Zahlen noch in Worten berichten; aber es kann gesagt werden, daß jede Dame an ihrer Stelle ihr Bestes gethan hat. . Ehrung. Mannheim. Welchen Dank das badische Judenthum dem Großh. Bad. Ministerialkommissar,' Herrn B e ch e r e r, dem Vorstande des Oberraths der Israeliten, schuldet, ist jenen Kreisen unserer Glaubensgenossen wohlbekannt, die amtlich mit dem Oberrath zu thun haben. Oft schon hat der Ministerialkommissar bewiesen, daß er ein wahrer Beschützer unseres Kultus und dessen heiliger Gebräuche ist. Erst in diesen Tagen Hai er eine neue Probe seiner Fürsorge an den Tag gelegt. Wohl auf Anregung des Herrn Geh. Regierungsrath Dr. Mayer hat der Groß^ Oberrath der Israeliten Badens die zweitausendste Milah durch Herrn Kultusbeamten Leovold Mayer in Mannheim zu einer Kundgebung benutzt, die den schon zum zweitenmale Ausgezeichneten zu Thränen der Freude rührte: Er erhielt eine Zuschrift der Großh. Oberraths, in welcher betont wurde, daß dieser Anlaß erwünschte Gelegenheit gebe, zu der wiederholten Anerkennung der Thätigkeit' des Gefeierten. Dem Schreiben lag eine kostbare Mappe mit einer Prachtausführung der bekannten M. Thielmann'schen Radirungen .Aus der Synagoge" bei. Brief aus Ungar». Budapest. Vorige Woche tagte hier der 31. Ausschuß der vaterländischen Orthodoxie, um einen Orgamsationsentwurf auszuarbeiten und die Modalitäten der vorzunehmenden Präseswahl genau zu fixiren. Es wurde folgender Beschluß gefaßt: Die Landesvertretung der Orthodoxie soll aus einem 100gliedrigen Ausschuß, einer 10-gliedrigen Exekutive, einer Kanzlei mit dem Präses an der Spitze, zusammengesetzt lein. Unter den 100 Mitgliedern des Ausschusses sollen 40 Rabbiner und 60 Laien sein. Die 40 Rabbiner sollen von sämmtlichen Rabbinen Ungarns gewählt werden, während die Laien durch eine Vertretung der Gemeinden gewählt werden dürften. Die gemeinsame Generalversammlung des Landesausschusses wählt ein 21-gliedriges Kandidationskomitee. welches auf die Präsesstelle 3. für die Exekutive 20. für den Landesausschuß 120 Personen landidirt. Das provisorische Präsidium hat alk orthodoxen Rabbiner Ungarns zu einer Versamlung einderufen und die ortbodoxen Gemeinden aufgefordert, mittelst Generalversammlung einen Delegirten zur Landesversammlung zu entsenden. Die erste Präseswahl jedoch soll nicht von dem Landesausschutz, sondern von der Generalversammlung aller Rabbiner und Gemeindedelegirten vorgenommen werden. Dieser Entwurf leidet an einem Fehler, daß er nämlich eine Organisation vorschlägt, die u. E. etwas zu schwerf 8 llig ist. Man fällt leicht von einem Extrem in's Andere. Man hatte bis heute so gut wie gar keinen legalen Ausschuß, jetzt soll auf einmal ein Landesausschuß von 100 Mitgliedern geschaffen werden. Es hatte vollauf genügt, wenn es bei dem 31er Ausschuß, der allerdings von der Gesammtheit der hierzu Berufenen gewählt werden müßte, geblieben Ware. In den 31er Ausschuß hatte man 15 Rabbiner und 16 Laien Wahlen können. Allzuviele Köche verderben den Brei. Wir glauben, daß die Generalversammlung, die über den Entwurf noch zu beschließen hat, hier eine Reduzierung vornehmen dürfte. Kl. AnS Vortugal. Die wirksamste „Versicherung gegen Stellenlosigkeit" des jüdischen Volkes hat noch immer der Lenker der Dölkerseelen eingerichtet. War Deutschland den Juden verschlossen, fanden sie in Spanien die öeimatb. j vertrieb sie Spanien, nahm Rußland sie auf! Doch 1 auch das „Wcltenrad dreht sich", und es erscheint nicht j ganz unmöglich, daß in nicht allzu ferner Zeit fich de« gepeinigten Brüdern im Ruffenreich ein Land gastlich 1 offnen wird, auf das der suchende Blick wohl' üm

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