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Der Israelit · 1904-12-22 · Heft 101-102 (22.12.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 101-102 (22.12.1904)
Date
1904-12-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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große Lebensfrage für uns, daß Isachar und Sebulun in vernünftiger Werthschatzung gegenseitig sich zu befreunden suchen, einander naher treten unter dem einzige» hohen Gesichtspunkte: .Tratfifri min zur Ehre und zur Hebung der Thora. .Isachar und Sebutun" nenne sich mit Recht wieder jene alte, ideale Firma, der schon Mose das schöne Geleitwort mit auf den Weg gegeben: ,.*]*rac -vev. ptet rcjp, Freue dich, Sebulun, bei deinen Handelszügen, und Isachar, du. in deinem Forscherzelte!" Isachar und Sebulun, einig und einmuthig, für- und miteinander. Irdisches und Ewiges verbindend, harmonisch sich ergänzend — das sei die Losung für und für! Verein für ,Meibliche Fürsorge" in Frankfnrt am Mai«. Frankfurt a. M. Dem Jahresberichte des Vereins .Weibliche Fürsorge" 1903/04 entnehmen wir: In den Chroniken der Vereine gibt es Jahre stillen gleichmäßigen Wirkens, in denen wenige Zahlen schon einen Ueberblick über die geleistete Arbeit geben; andere Jahre sind als Epochen der Gestaltung und Entwicklung zu bezeichnen, denen ein gewiffenhafter Jahresbericht einige allgemeine Worte widmen muß. Ein solches Jahr der Gestaltung und, wie gleich hinzugefügt werden muß. günstiger Fortentwicklung hat die .Weibliche Fürsorge" in dem abgelau jenen. Vereinsjahr hinter sich. Der Idee seiner Gründung treu bleibend, ist die .Weibliche Fürsorge" in ihrer Frankfurter sozialen Tbätigkeit, Abtheilung des Israelitischen Hilfsvereins, d. h. technisch eine Abtheilung, dem Geiste nach ein Organ, dessen der Hilfsvercin sich gerne bedient, und das sich von seiner Centralstelle in liberalster Weise unterstützt und gekrastigt fühlt. Als ein Fortschritt in der Art der Zusammenarbeit ist zu berichten, daß, während in den ersten Anfängen seines Bestehens das Frauenkomitee und die Direktion des Hilfsvereins getrennte Berathungen abhielten, nunmehr an den Wochensitzungen des Hilfsvereins immer Damen der Fürsorge Theil nehmen. Es ist begreiflich, daß dadurch zum Vortheil der Arbeit, d. h. der Petenten. Vieles rascher erledigt werden kann, als bei bent früheren getrennten Geschäftsgang. Aber auch in der eigentlichen Fürsorgethätigkeit des. Frauenkomitees ist organisatorisch ein großer Fortschritt zu konstatiren, in dem in Folge der wachsenden Anforderungen au dasselbe eine Gliederung und Theilung der Arbeit emtreten mußte. Die regelmäßig alle 14 Tage stattfindenden Berathungen des aus 50 Damen bestehenden großen Fursorgekomitees sind unter dem Vorsitz der Frau Henriette Fürth beibehalten worden. Es sind i« abgelaufenen Jahre 125 Fälle besprochen worden, oft Falle sehr komplicirter Natur, in denen es sich um das Schicksal vielköpfiger, ertverbs- und heimathsloser, meist durch Krankheit geschwächter Familien handelte. Die eingehende individualisirende Behandlung der Fälle forderte Arbeitstheilung. Diese geschah in der Weise, daß sich der SäuglingskomkniffiyN; eine Kostkinderkommiffion und. um einer dringenden Nothwendigkeit entgegenzukommen, eine- Stellender-, mittlung angliederte. jf .j Jede der Kommissionen hat eine, besondere- Ges schäftsordnung und eine leitende Vorsitzende, . Die Säuglingskommission unter dem Vorsitz von Schwester Oberin Minna Hirsch und dem ärztli^ey Beirath von Dr. Deutsch, arbeitete mit 9. Damen und beaufsichtigte 40 Kinder (darunter 8 uneheliches die großentheils aus der Freiherrlich v. Rothschild'schen Stiftung mit Milch versorgt wurden. Die regelmäßig im Gemeindehospital vorgenommene Wägung der Kinder ergab sehr befriedigende Resultate, und diese Kinderschau bildet zugleich auch einen Antrieb, für die Mütter, die Kleinen besser und sauberer zu halten, als sie es vielleicht sonst gethan hätten. Der Bericht hebt besonders hervor, daß trotz des ungewöhnlich heißen Sommers der Gesundheitszustand der Säuglinge, ein vorzüglicher war, und daß nur 2 Kinder in ihren ersten Lebenswochen an Lebensschwäche starben. . Kinder, die ungefähr 2 Jahre alt sind, und die entweder kein Elternhaus haben oder dem elterlichen Einfluß entzogen werden müssen, werden der Kostkinderkommiffion zugewiesen. Dieselbe arbeitete unter dem Vorsitz der Armenpflcgerin Schwester Rosa G o l d st e i n mit 9 Damen. Sie beaufsichtigte 19 Kinder (darunter 5 uneheliche), die theils in Frankfurt, theils auf dem Lande in Familienpflege pntergebracht sind. Jedes Kind wird von der beaufsichtigenden Dame mindestens vier Mal im Jahre besucht- Die Kostkinderkommiffion arbeitet vielfach gemeinsam, mit dem Almosenkasten der israelitischen Gemeind? .und dem Armenamte, sofern'es sich um die Bewilligung der Pflegegelder handelt. - •, .; Äls ein Gebiet von eminentester Wichtigkeit hat sich innerhalb der „Weiblichen Fürsorge" die Stellenvermittlung herausgebildet. Dieselbe hält ihre Sprechstunden zwei Mal in der Woche im Lokale des Hilfsvereins ab. Die laufenden Kosten der Einrichtung (Zeitungsannoncen, Porti etc.) hat die „Weibliche Fürsorge" selbst zu bestreiten. . Die Kommission für Stellenvermittlung, die unter dem Vorsitz von Frau Sidonie Dann mit ly Damen arbeitet, berichtet über die 5; ersten und darum schwierigsten Monate ihrer Thätigkeit das Folgendes „Es haben sich 229 Arbeitgeber.und.. 148 Arbeitnehmer an uns gewandt. 32 Stellen wurden permittelt: 2 Lehrmädchen, . 2 Lageristinven,, A. Buchhalterinnen, 7 Verkäuferinnen, 1. Sekretärin. 4 Haushälterinnen, 2 Kinderfräulein. Fabrjfarbejterinnfn,

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