Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-12-19 · Heft 100 (19.12.1904) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 100 (19.12.1904)
Date
1904-12-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2450077--62035-2524775
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

habo, Aus- und Einheben. Ma tauvu von Lewa«-, dowski und das große Hallelujoh. Cantor Popper hielt die Festpredigt. Die ganze Feier war ein Kidusch haschem und trug viel zur Belebung und Erfrischung des religiösen Interesses hiesiger Gemeinde bei. Chanrka.Feier deS JÄV. JugendbundeS. München. Die diesjährige Chanuka-Feier des „Jüdischen Jugendbundes" fand am 10. Dezember in den Prinzensälen des Caf6 Luitpold statt und legte beredtes Zeugniß von der Beliebtheit, der sich der „I. J.-B." zu erfreuen hat, ab, denn die genannten großen Lokalitäten vermochten kaum all die Erschienenen zu fassen; Das Fest nahm einen anregenden und würdigen Verlauf.— Nach einem von Herrn Martin Cramer gedichteten und von Fräulein Jenny Brandeis. in glänzender Weise vorgetragenen Prolog . richtete Herr Spanier warme Worte der Begrüßung an die Festversammlung und ertheilte Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Werner das Wort zur Festrede. Nicht endenwollender Beifall lohnte Herrn Dr. Werner für seine zu Herzen gehende und von unvergleichlicher Gedankentiefe zeugende Rede. Fräulein Paula Wertheimer erfreute durch einige Klaviervorträge und bewies dabei ein ungewöhnliches Maß von Können, für das der jungen Dame der wohlverdiente Beifall reichlich gespendet wurde. Nach ebenfalls sehr beifällig aufgenommenen Recitationen des Herrn Glanz erschien — schon beim Betreten der Bühne stürmisch begrüßt — Fräulein Bertha Lerski. eine junge Gesangskünstlerin, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigi. Fräulein Lerski verfügt über eine überaus melodische, biegsame Stimme, die besonders in den mittleren Lagen zur Geltung kommt. Der an- " muthigen Sängerin fehlte es in Folge dessen auch nicht an ehrlicher Am^ennung:: Füp' den Humor sorgte; Herr Ignaz Lamm, .durch sein humoristisches Vereins- Registers Herr Martin. Cramer. .durch eine . frei nach . Wilhelm Busch abgefaßte Vereins-Megilla und Herr Vauernfreund durch einige wirkungsvolle Couplets. In einem launigen Terzett wirkten Fräulein Elsa und Frieda Weil und die Herren B. und R. Spanier. Hieran schloß sich noch ein bis. zürn frühen Morgen währendes Bankett. . .. : B. ■i.'jy - t- '.; '’V " ' ‘ Juden im M-rDmns Sale-Komüee^ . ' Mit Recht wehren sich in jüngster Zeit, namentlich nach, den Erfahrungen mit den „Getauften" ä la Helfer. die staatlichen und kirchlichen. Autoritäten gegen den Zufluß., der „.Getauften" zu den. öffentlichen Aemlern. Die Herren Kandidaten, die ihre christliche Glaubensüberzeugung meist knapp vor oder sogar nach erst nach der Einreichung ihres Gesuches um Anstellung als Beamte oder Offiziere in sich entdecken und deren Christenthum oft bloß nach Tagen oder Monaten alter ist, als das Bestallungsdekret, sind in den katholisch.» und konservativen Reihen die natürlichen Verbreiter des Unglaubens, der Karriersucht und des „Opportunismus". Los von Juda führt zu LoS von Rom. Man sollte meinen, daß die. israelitische Kultusgemeindevorstehung wenigstens darauf sehen wird, daß ihre eigenen Reihen von dem Einflüsse der „Getauften" befreit bleiben? Weit gefehlt. In der Israelitischen Kultusgemeindevorstehung in Wien sitzen Männer als Kultusräthe. deren eigene Kinder getauft find. Das sind Herr Rudolph Auspitz und Herr v. Lieden! Und als neuer Mann iss ein Herr gewählt worden, dessen Schwägerschaft, das ist Familie Schiff, getauft ist. Kein Wunder, wenn im breiteren Publikum eine Begriffsverwirrung Platz greift, die zu Erscheinungen führt, die das Empfinden eines wirklichen Christen direkt verletzen können. Da liest man in den Zeitungen, daß ein Weihnachtsbazar. Christmas-Sale arrangirt wird. Man sollte glauben, daß bei einer ausschließlich christlichen und öffentlichen Veranstaltung selbstverständlich ..Juden" und „Getaufte" sich fernhalten werden. Dies iss aber nicht der Fall. Hier eine Blüthenlese aus der (alle jüdisch-nationalen Feste und Veranstaltung totschweigenden) „Neuen Freien Presse": „Christmas-Sale: Hedwig Stern. Selma Lichtenssadk. Dr. Ofer' Benbiener. Frau Dr. Fleischmann-Ausvitz, E. Herz, Marc. Neumann. Rob. Schiff. Dr. Simon Popver. Max Paul-Schiff-Königs^ Wärter. Paul-Schiff-Taussig etc. Merkwürdig, daß man in der „Neuen Freien Presse" noch niemals davon las, daß in Wien eine Makkabäerfeier (mit einer nach vielen Hunderten zählenden Betheiligung) stattfand, noch merkwürdiger, daß bes ciner Chanukalichterfeier. ähnlich der Weihnachtsfeier, das Komitee noch niemals Wm gxoßen.'.THeile ans Mitgliedern einer. - ptvtestgn- ' tischen ‘ Kultusvorstehung und" her katholischen Kaufmannschaft bestand. Dazu find hie Christen zu religiös und taktvoll! ' Jsch echod. Hömel, 8. Dez. Die schier unendlichen Reft der Zeugen, die über das Gesehene und Gehörte il Aussagen machten, lichten sich allmählich. Zur A Wechslung erscheinen vor den Richtern die unmitteN Beschädigten. — die Opfer des Krawalls, die nicht n als Civil- und. Nebenkläger, sondern auch als Zeuq vernommen werden. Es sind fass aussckl'.ßlich 1 ärmsten unter der armen jüdischen Devölkeru Hömels; sie bewohnen die armseligsten, dunkelsten B, welche die schönen Namen. „Kaukasui ^Amerika , „Abgrund" a. s. w. tragen,' dev feit Banden aber gut und schutzlos genug schienen, um < tote diese Statten des Elends zu überfallen. Da fi tj!- ■ri ... i * I,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.