Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 100 (19.12.1904)
- Date
- 1904-12-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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2164 möglichen Auslegung des wpsi w als Waffen des Geistes und Glaubens, denn nur mit solchen konnte ein Jakob kämpfen, ist doch selbst der Kampf mit dem Engel 'W b& nir eine deutliche Versinnbildlichung des Kampfes zwischen dem Prinzipe der geistigen, ideellen und der körperlichen, materiellen Kraft- und Macht entfaltung. Gerade die Verschiedenartigkeit der Anschauungen und Meinungen aber, die wir über die ersten Theile unseres Verses finden, zeigen uns mit größter Deutlichkeit, wie verschiedenartig die Veranlassungen sind, die das Jakobsvolk zum Kampfe zwingen, zum Kampfe aber immer nur mit den Waffen des Geistes und Glaubens 'iwri Und wie zahlreich waren und sind jene kausalen Verhältnisse, Zustände. Ereignisse.' Wenn es sich darum handelte, einen Ort für die Ansäffigmachung zu finden, ja selbst eine letzte Ruhestätte, ein Grab zu erwerben, wenn es galt, eine Familie zu gründen und in der Erzielung frommen, gottergebenen Kindernachwuchses eine heil. Pflicht zu erfüllen, wenn es sich um ungestörte Ausübung des göttlichen Gesetzes und der religiösen Bedürfnisse drebte und ganz besonders endlich beim Erwerb des nöthigen Lebensunterhaltes, sei es in B:- bouung des Bodens oder iyi Handels- und Gewerbebetrieb, immer und immer hatte Israel Feindseligkeiten zu überwinden. Hindernisse hinwegzuräumen, falsche Verdächtigungen zurückzuweisen und immer hatte es hierzu keine anderen Waffen, als die des Geistes und des Glaubens, als Weisheit und Gebet. Hatte der Fanatismus und das Uebelwollen den Juden einen Erwerbszweig verschlossen, der erfinderische, jüdische Geist, geschärft und gekräftigt durch das Studium seiner göttlichen Thora, wußte sich einen andern zu erschließen und das Gebet, der Glaube, das innige Gottvertrauen hielt Juda aufrecht in ^>er Zeiten 'Roth und Drang, ließ es nie üntergehen. Geist und Glaube, es sind eben Waffen, die man nicht - entwinden, nicht mit irdischen Maßen messen kann! Die mächtigen Nationen alter und neuerer Zeit, emporgestiegen durch die Machtdes Schwertes und- Kriegsglückes, sie mußten wieder vergehen, die Reiche eines Alexander und Cäsar, Nom und Hellas, Babylon und Assyrien. zerfielen wieder durch das Mittel, das sie gegründet; Schwert und Bogen, dem sie ihre Entstehung' verdankten, wurden in der Hand eines Mächtigeren, Stärkeren wieder die Ursachen ihres Niederganges. Das iüdische Gottesvolk aber mit seinen Geistes- und Glaubenswaffen, es überdauerte seine physischen Zwingherren, denn Geist und Glaube, göttlicher Geist und göttlicher Glaube sind unbesiegbar, unzerstörbar^.''-'' " . 1 •*'••• Solange Juda sich nicht selbst dieser seiner Waffen begibt, ist-es unbesiegbar, entrissen können sie ihm nicht werden. Wie treffend sagt darum der Prophet vct> -po -inv, wenn es je gelingen könnte. dem jüdischen Volke beizukommen. Vä kann nur aus ihm selbst die Ursache hierzu hervorgehen, indem es sich — selbst dieser seiner Waffen begibt, oder/ wie es leider die neuere Zeit so vielfach zeigt, wenn es seine Waffen gegen sich selbst kehrt, wenn der jüdische Geist daran arbeitet, den jüdischen Glauben zu untergraben, wenn. diejenigen. die Träger des jüdischen Geistes und der jüdischen Tradition sein sollten, ihr Wissen und Können darin bethätigen zu sollen glauben, daß sie gegen den althergestammten, echten, rechten, jüdischen Glauben zu Felde ziehen. T Dann aber entsteht für alle, die es wahrhaft gut mit ihrem Volke, mit ihren Glaubensbrüdern meinen, erst recht die Pflicht, ihre Waffen stets geschärft, stets . kriegsbereit zu halten, durch Lehre.und Leben, im Geiste -° und im Glauben zu kämpfen für ihren göttlichen TheU,. / unermüdet. unablässig auf der Warte zu stehen/wohl?" gerüstet mit Schwert und Bogen der Jakobsrüstuna. ' °»W321 - Auf Kampf folgt Sieg? Kämpfen wir in Geist und Glauben, für Geist und Glauben, dann muß auch der Sieg zu Geist und Glauben führen; und dieser Sieg ist's, den wir als Endziel der Menschheitsbestimmung erhoffen und mit Sicherheit erwarten, die Zeit, da der wahre Geist der schönsten Gotteserkenntniß die ganze Welt erfüllen und alle Menschen m einem Gotte und einem Glauben wahrhaft geeint sein werden, wenn aller Kampf und jeder Krieg und mit diesen alle kriegerischen Waffen von der Erde verschwinden und allein noch bleiben zun» friedlichen Wettstreite die Jakobswasfen: Geist und.Glaube. Ungebühr eines GerichtSbeamten. . Frankfurt, 11. Dez.. Im Gegensatz „zu der Ungebühr, die sich kürzlich ein Gerichtsbeamter bei der. , Abfassung eines Steckbriefs .zu Schulden kommen ließ, indem erals besonderes Kennzeichen des Verfolgten" die Bezeichnung Jude hineinschrieb, ist ein amtliches\ Schriftstück aus dem Jahre 1836 mitgetheilt worden, das die behördliche Adreffirung „An den Juden" für durchaus unzulässig erklärte. Die „Mitteilungen aus, dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" geben. nun eine Zuschrift des Sanitätsraths Dr. Neumavn wieder, wonach zwei Entscheidungen dieser Art ergangen sind, die schon erwähnte, welche Justizminister' v. Mühler getroffen hat, betreffend einen Herrn Mnhr in Pleß, und einen Fall, den König Friedrich Wilhelm i n, selbst durch eine Kabinetsordre erledigt hat. Es handelt sich hier um den Seidenwaarenfabrikanteti Joel Wolf Mener in Berlin. Die erwähnte Kabinetsordre. lautet: / . . „Aus Ihrer Eingabe vom 22. v. M.. deren Anlagen Werber, zurückgehen, habe ich mit Befremden ersehe«, daß feie den Antrag gemacht, „daß ich durch ein Wort