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Der Israelit · 1904-12-15 · Heft 99 (15.12.1904) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 99 (15.12.1904)
Date
1904-12-15
Page
– (sequence 18)
Language
German
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2iLe die Schlußprüfung am Kgl. Schullehrer-Seminar dahier und wurden in die Praxis entlassen. Am 13. Oktober 1878 hat der unvergeßliche Gründer der Anstalt das Zeitliche gesegnet und wurde die Borstandschaft von H. Kgl. Regierung dem Unterzeichneten. Herrn Distriktsrabbiner Nathan Bamberger, übertragen. Im Jahre 1881 wurde im Einvernehmen mit den Vorständen der israelitischen Präparandenschulen und mit Genehmigung der H. Kgl. Regierung beschlossen, - um dem starken Andrang zur Aufnahme in unsere Anstalt möglichst genügen zu können, den dritten Kurs des Vorbereitungsunterrichtes nach den gen. Schulen zu verlegen, fo daß unsere Anstalt analog den Kgl. Seminarien blos aus zwei Seminarkursen bestehen solle. Im Jahre 1883 erhielt die Anstalt von Seiner Majestät dem König Ludwig II. die Rechte einer juristischen Person. Im Jahre 1884 erwarb die Anstalt das gegenwärtige Gebäude, welches am 20. Oktober 1884 in Gegenwart der hohen Vertreter der Kgl. Regierung, der städtischen Behörden, des Schullehrerseminars und des Kuratoriums unserer Anstalt feierlichst eröffnet wurde. Im Jahre 1886 erfolgte eine H. Ministerial-Entschließung, daß von nun an auch die Zöglinge unserer Anstalt regelmäßigen Unterricht in den Musikfächern (wovon sie bisher dispenstrt waren) zu genießen und die Prüfung aus denselben zu bestehen haben. Da nun bekanntlich der Musikunterricht ein sehr ausgedehnter und zahlreiche Unterrichts- und Uebungsstunden erfordert, so wäre die Zeit hierfür nur durch Verminderung der für den Religionsunterricht bestimmten Stunden zu gewinnen gewesen, indem die für die übrigen Lehrgegenu'ände nicht verringert werden konnte. Eingedenk jedoch, daß der eigentliche Gründungszweck unserer Anstalt nur der war, israelitische Lehrer heränzubilden, die mit profanem Wissen auch gründliches Wissen in der Religionslitteratur verbinden, dies aber bei vollständigem Musikunterricht in einem Zeiträume von zwei Seminarjahren nicht zu erreichen möglich, so haben wir die Seminarzeit für unsere Anstalt auf drei Jahre festgesetzt und zwar in der Weise, daß der in zwei Jahren durchzunehmende Unterrichtsstoff auf drei Jahre vertheilt wird und erhielt der diesbezüglich dem H. Staatsministerium vorgelegte Lehrplan die H. Genehmigung. Im August 1889 feierte die Anstalt das 25-iahnge Jubiläum ihres Bestehens in entsprechender Weise. Zur Erinnerung an diese Feier wurde von den ehemaligen Schülern eine *<5. V. Bamberger-Stiftung" gegründet, aus deren Zinsen Preise für Schüler der Anstalt, die sich durch Betragen und Fleiß besonders auszeichnen, vertheilt werden. * April 1891 erfolgte Hohe Minrsterlal-Entscküeßung, nach welcher die Prüfung zur Aufnahme in die israelitische Lebrerbildungs-Anstakt gleich den daher, staatlichen Seminarien zu unterbleiben habe, und die Schüler hierfür eine Probezeit von sechs Wochen zu bestehen haben. Im Mai 1897 wurde vorstehende Entschließung aufgehoben und angeordnet, daß das Besiehe» der Schlußprüfung an den Präparandenschulen zu Burgpreppach und Höchberg inhaltlich der erwähnten Hohen Entschließung zum Eintritt in die israelitische Lehrerbildungs-Anstalt berechtige. Nachdem nun diese Anstalt vier Dezennien sich bewährt und segensreich gewirkt hat, so kann sie auf diese, ihre Vergangenheit mit frohem Selbstbewußtsein zurüctblicken. Sie hat somit dasjenige Alter erreicht, von dem unsere Weisen lehren (Aboth, 5. 24.) «Ben Arbo'im la'bino", der Vierzigjährige hat einen hohen Grad klarer Weisheit erworben, er sieht für das Wohl seiner Nebenmenschen da, ihnen mit Rath und That für Gegenwart und Zukunft zu dienen. Mit dem Schlüsse des Schuljahres bestanden neun Zöglinge. des Öberkurses die Austritt?prüfung am Kgl. Schullehrer-Seminar dahier mit gutem Erfolge und wurden in die Praxis entlassen. Die Zahl aller seit dem Bestehen der Anstalt ausgebildeten und in die Praxis entlassenen Lehrer beträgt jetzt 328. die in den verschiedensten Gegenden Deutschlands und noch weiter hinaus segensreich wirken. Alljährlich wird von einem der geistlichen Mitglieder des Kuratoriums Prüfung aus der Religionslitteratur abgehalten, die auch in diesem Jahre ein ganz günstiges Resultat lieferte. Bei Beginn des Schuljahres traten 12 Schüler in den ersten Kurs, und hatte die Anstalt im abgelaufenen Schuljahre 32 Zöglinge, von welchen 2 als externe eintraten. Von diesen erhielten 4 Unterricht. Wohnung, Beköstigung und ärztliche Behandlung in der .Anstalt unentgeltlich. 4 bezahlten die Beköstigung ganz, 22 theilweise. Bei Beginn des laufenden Schuljahres meldeten sich zum Eintritt in den ersten Kurs 2 Schüler aus der Präparandenschule zu Burgpreppach ulch 4 aus der.zu Höchberg, welche auf Grund der bestandenen Schlußprüfung an ihren Präparandenschulen Berechtigung zum Eintritt in unsere Anstalt hatten. Das Kuratorium unserer Anstalt haben wir erweitert. indem wir die Herren Distriktsrabbiner Dr. Stein in Schweinfurt und A. Grünebaum in Nürnberg zum Eintritt ersuchten und diese Herren unserem Wunsche auch willfahrten. Dasselbe besteht nun neben den Genannten aus den Herren: Distriktsrabbiner I. Adler, Kitzingen, Distriktsrabbiner Dr. S. Bamberger, Bad Kissingen. Direktor Dr. Deutsch, Fürth. Jakob Cramer. Fürth. Lazarus Klau. Frankfurt a. M.. M. Oppenheimer. Würzburg. Sam. Stahl. Würzburg. - Emil Wassermann, Bamberg und dem Unterzeichneten.

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