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Der Israelit · 1904-12-15 · Heft 99 (15.12.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 99 (15.12.1904)
Date
1904-12-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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durchreisende Glaubensgenossen wurden befördert 1901 bis 1902: 1109 Parteien mit einem Kostenaufwand von 10.202 Mk., 1902/3:1117 (11,456 Mk.) 1903/4: 1260. (11,600 Mk.) Das Kuratorium der Dr. Ephraim'schen Stiftung hat 1218 Gesuche mit 139,669.15 Mark berücksichtigt. Die Waisen-Kommission erstreckte ihre Fürsorge 1901/2 auf 325, 1902/3 auf 326, 1903/4 auf 334 Zöglinge; die Zahl der in den beiden Waisenhäusern Erzogenen betrug 75 resp. 55. Das zweite Waisenhaus konnte durch Hinzunahme des Nachbargrundstückes erweitert werden, indem Frau Jenny Born geb. Lachmann die zum Ankauf des Hauses, Herr Justizrath Dr. Edmund Lachmanu die zum Bau erforderlichen Beträge stifteten. Das nach langwierigen Verhandlungen beschlossene „Revidirte Statut für das Krankenhaus der jüdischen Gemeinde" hat die Bestätigung der Vorgesetzten Behörde erhalten. Die Verlegung der Anstalt ist beschlossen und hierfür eine 28,231 Quadratmeter große Parzelle an der Exercier- und Schulstraße erworben worden. Infolge der Nothwendigkeit einer baldigen Evacuirung des Vorderhauses des jetzigen Grundstücks wurde auf dem von der Gemeinde schon früher angekauften Nachbarterrain eine Brunner'sche Baracke für 22 Betten errichtet. Im Jahre 1901/2 sind 1640 Kranke in 50,774, 1902/3: 1733 in 53,235, 1903/4: 1804 in 51,828 Brrpflegungslagen verpflegt und dafür 218,761, resp. 2320.16, resp. 233,048 Mk. verausgabt worden. Zur Bestreitung dieser Ausgaben dienten theils dir eigenen Einnahmen des Krankenhauses (Zinsen, Verpflegungsgelder etc.), theils die 68,000 resp. 66,000 Mk. betragenden Gemeinde-Zuschüsse. Das Hospital (Oranienburgerstratze 33.) war in der Berichtsperiode mit der vollen Anzahl von Insassen (98) belegt. Die Alterversorgungsanstalten konnten durch Fertigstellung der dritten Anstatt (Exerzierstraße 13) die Zahl ihrer Hospitaliten bis auf 246 erhöhen. Eine Erweiterung dieser Anstalt, für welche die Stadtgemeinde Berlin das Terrain und Frau Erna Pakscher die Baukosten im Betrage von 200.000 Mk. geschenkt hatten, steht in baldiger Aussicht, da Frau Pakscher für diesen Zweck weitere 120,000 Mk. und ferner Frau Marie Priester geb. Knopf der Gemeinde einen Betrag von 265,000 Mk. mit der Bestimmung gespendet hat. daß ein Theil zur Errichtung eines Anbaues an die Anstalt Verwendung finde. Die Fürsorge-Kommission hat ihre Thätigkeit auf verwahrloste, sowie Don der Verwahrlosung bedrohte jugendliche Personen ausgedehnt. Der Bücherbestand der Gemeinde? Bibliothek ist auf nahezu 10,000 Bande angewachsen. Mit der Steigerung der Zahl der Gemeinde-Mitglieder hat selbstverständlich auch die Arbeit der Friedhofs- Verwaltung gleichen Schritt gehalten. Im Jahre 1901 bis 1902 fanden 1422 (davon 425 unentgeltliche). 1902/S' 1531 (davon 320 unentgeltliche) und in 1903 bis -1904: 1556 (davon 346 unentgelMche) Beerdigungen statt. Der Bericht erwähnt sodann den Antheil '»er Gemeinde-Verwaltung an den gemeinsamen Angelegenheiten der Judenheit und schließt nach Mittheilung einer Reihe von größeren Wohlthatigkeits-Zuwendungen mit pietätvollen Worten des Dankes für den Heimgegangenen langjährigen Vorsitzenden des Vorlandes Herrn Justizrath Siegm. Meyer und für die Repräsentanten Herren Justizrath Dr. Apolant, Immanuel Sachs, Julius Oppenheim und Gustav Löwenberg. — Aus dem Rechenschaftsbericht seien noch folgende Ziffern hervorgehoben: Die Gesammt-Einnghmen betrugen (abzüglich der Kaffen-Bestände, der Rückzahlungen der Spezial-Verwaltung und einer im Jahre 1902/3 aufgenommenen Anleihe von 1,150,000 Mk.) im Jahre 1901/2: 3,661,510 (davon Mitglieder-Beiträge 1,247,464), 1902/3: 6.227.690 (1.395.595). 1903/4: 4.653.189 Mk. (1,372,208); die Gesammt- Ausgaben beliefen sich auf:.3,452L29 — 4,637,698 — 5,353,328 Mk. Im Einzelnen wurden während des letzten Berichtsjahres verausgabt: für Zinsen und Amortisation 286,373, für Gehälter an Rabbiner, Vorbeter, Verwaltungsbeamte etc., Pensionen und Remunerationen 288.047, für Gottesdienst 264,357, für Schulen 199,343, für die Armen - Anstalten 337,233 etc., zu bestimmten Zwecken insgesammt 476,611 Mk. Graf Pückler. Berlin, 12. Dez. Der Dreschgraf Pückler, der in Folge des hier gegen ihn erlassenen Sprechverbotes auf die Dörfer zu gehen scheint, darf auch dort nicht mehr so frei reden. So hatte er sich an den Amtsvorsteher in Friedrichsfelde mit der Bitte um Abhaltung einer Versammlung in einem dortigen Lokal gewandt. Diese Bitte ist dem famosen Grafen in Folge des Redeverbotes in Berlin abschlägig beschieden worden. Wie wir hören, hat der Dreschgraf gegen-dieses Verbot beim Landrath Beschwerde eingelegt, die ihm gewiß nichts helfen wird. Neue- Seminar für jüdische Lehrer. Frankfurt a. M., im Tebeth. Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahre, beabsichtigt Herr Rabbiner Dr. H o r o v i tz dahier, ein großes Seminar für jud. Lehrer zu begründen, das in erster Reihe junge russische Glaubensgenossen für diesen Beruf ausbilden soll. Da die Letzteren von Hause aus bereits vielfach tüchtige Talmudisten sind, so dürfte eia derartig^ Institut einen nicht unempfindlichen Wettbewerb für die deutschen Lehrer bilden. 30,000 Mark jährliche Beitrage sollen schon gesichert sein, allerdings steht die Genehmigung der Regierung noch aus. D—r.

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