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Der Israelit · 1904-12-15 · Heft 99 (15.12.1904) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 99 (15.12.1904)
Date
1904-12-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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45. Jahrgang. rste Asiülge zu M 99 des „IsmekW Die Berliner jüd. Gemeinde. 'Berlinim Dez. Ter Vorstand der jüdischen Gemeinde versendet seinen Verwaltungs- und Rechenschaftsbericht über die Zeit vom 1. April 1901 bis 31., März 1904. Wie wir demselben entnehmen, ist während vieser dreijährigen Periode die Anzahl der besteuerten Mitglieder von 23,171 auf 26,471, die Such me ihrer Steuerbeiträge von 1,247,464.40 auf 1.372,298.28 Ml. gestiegen. Die stets wachsenden Aufgaben der Wohlthätigteits-Jnstitute, insbesondere der' Armen-Kommission, lasten darauf schließen, daß die'prozentuale Steigerung der Ziffer der nichtbesteckerten Mitglieder mit der Zunahme der SteuerkraU der Gemeinde mindestens gleichen Schritt hält. Durch die von der Negierung beabsichtigten Einverleibung einer größeren Anzahl von Ortschaften der Umgebung in den Berliner Synagogen-Bezirk dürfte dieses Verhältnis; stch in Zukunft noch ungünstiger gestalten. Auf Grund des Gesetzes vom 14. Mai 1873 sind 377 Personen aus dem Judenthum, auf Grund des Gesetzes vom 28. Juli 1877 29 aus religiösen Bedenken aus der Gemeinde ausgeschieden. Eine Störung erlitt für kurze Zeit die Verwaltung dadurch, daß die von der Repräsentanten Versammlung Ende 1902 vorgen'vmmenen Ergänzungswahlen zum Gemeinde Vorstände, welche bereits die Bestätigung der Aufsichtsbehörde gefunden hatten, nachträglich auf Grund einer eingereichten Beschwerde für ungültig erklärt tvurden. Es'legten' hierauf, um die Möglichkeit ordnungsmäßiger Zustände schnellstens herbeizuführen, sämmtliche-Mitglieder des Gemeinde-Vorstandes, nebst den Stellvertretern, ihre Aemte'r nieder. Die alsdann vorgenommene Neuwahl fiel auf dieselben Personen, die nunmehr anstandslos die Bestätigung der Behörden erhielten. Die wachsenden Ausgaben des Gemeinde- Budgets haben eine Erhöhung der Steuerquote auf einundzwanzig Vierzigstel des staatlicherseits veranlagten Einkommens nothwendig gemacht; für daS laufende Jahr beträgt dieselbe elf Zwanzigstel. Immerhin verlangt die hiesige Gemeinde mit diesem Steuersatz unter allen jüdischen Gemeinden Preußens von ihren Mitgliedern die bei weitem geringsten Opfer. Ueber die neu errichtete Synagoge in der Ryke-Straße äußert stch sodann der Bericht wie folgt: «Diese Synagoge soll zunächst dem Bedürfniß der im Norden und Nordosten der Stadt wohnenden Ge-' meindemitglieder dienen. Maßgebend für die Wahl dieses Stadttheils war die Nachfrage nach Eintrittskarten zu den gottesdienstlichen Veranstaltungen an den hohen Festtagen, die sich gerade für die Betlokale, in diesen Bezirken besonders stark geltend. Machte« , Neben zahlreichen anderen Gründen hat uns die hiere;,. bei zu Tage tretende Erscheinung, daß sich der Andrang. . . vornehmlich auf die Lokale bezog, in denen der Gottes- ' dienst durch Orgel bezw.' Harmonium. begleitet wurde, veranlaßt, auch für die in der gleichen Gegend er-., richtete Synagoge, neben der Gebetordnung der Synagoge Kaiferstraße. die Einführung der Orgel zu beaniragen. Da die Repräsentanten-Versammlung. den. Antrag abgelehnt hat. so haben wir mangels eines anderweitigen Gemeindebeschlusses zunächst den Gottesdienst nach den Ritus der Synagoge Kaiserstroße, ohne Orgelbegleitung eingerichtet, damit die Synagoge, angesichts de.s gottesdienstlichen Bedürfnisses, insbesondere an den hohen Festtagen ihren Zwecken nutzbar gemacht werden konnte. Die Kosten für den Bauplatz beliefen sich auf 293,572.60, für den Bau und die Einrichtung auf ca. 563,000 Mk." , Neben den ständigen Synagogen wurden von der Gemeinde am Rosch Haschonoh und Jom Kippur Festgottesdienste veranstaltet: 1901 in 8 Lokalen mit 10,581 Plätzen, Kostenaufwand 58,760 Mk.; 1902 in 10 Lokalen mit 10,971 Platzen, Kostenaufwand 66,480.Mk.; 1903 in 11 Lokalen mit 12.76T Plätzen. < Kostenaufwand 80,905 Mk. Jugendgottesdienst fandstatt: 1901 in 3 Lokalen mit 1792 Plätzen, Kostenaufwand 6192 Mk.; 1902 in 4 Lokalen mit 2132 Plätzen-, Kostenaufwand 13,647 Mk.; 1903 in 6Lokalen mit.-. 3286 Plätzen, Kostenaufwand 14,808 Mk. Den Reli-!. gions-Vereinen wurden zur Unterhaltung ihrer Synagogen und Religionsschulen bewilligt: 1901 an 16 Vereine (laufende Subvention) 60,100 Mk.; 11^600-,Mk. . (einmalige Subvention); 1902 : an 17 Vereine! T 64,650 Mt. (lauf. Subv.); 1166 Mk.- (einmalige, '*• Subv.); 1903 an 19 Vereine 65,908.59 Mk. (lauf.^;; Su6b.)j 1800 Bit. (einmal. Subv) - * - „ Die Thätigkeit der Armen-Kommission ist in stetigem Wachsen gewesen. Es wurden berücksichtigt i. I. 1801/2: 5647 Gesuche (2831 Personen) mit 166,672 :' Mart. 1902/3: 4975 Gesuche (3104 Personen) mit 171.190 Mk., 1903/4: 5427 Gesuche 3373 Personen) mit 172,461 Mk. Von diesen Ausgaben, zu denen noch die für Beschaffung von Mazzoth für Arme (7386 rtfp. 8223 resp. 7826 Mk.). für Speisung von Gefangenen'-' am Peßachfeste (1062 resp. 1607, resp. 1308 Mk.) und- ' für die tägliche Speisung Armer hinzukommen. ist ein' 3$eil aus den Zinsen der Stiftungen und des Kapitalfcnds der Kommission, sowie aus freiwilligen Ber-r. trägen, der Rest aus den Zuschüssen der Gemeinde bestritten worden,' welche stch in jedem Jahre auf je ca. 85,000 Mk. beliefen. Von der Kommission für arme '

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