Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1904)
- Date
- 1904-12-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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21421 um mit vereinten Kräften der uberhandnehmenden Sabbat Entweihung entgegenzutreten. Auf wirthschaftlichem Gebiete soll u. a. die Thätigkeit der bestehenden Schomrei-Schabos-Vereine unterstützt und zu ihrer Erweiterung beigetragen werden. Daneben soll in Wort und Schrift die Wichtigkeit der Sabbatgesetzr hervorgehoben werden. Die Organisation ist in folgender Weise geplant: Sitz des Vereins ist Berlin, wo ein ständiger Ausschuß die Geschäfte leitet. Oberstes Organ ist das Zentral- Komitee. das sich aus Delegierten der überall zu bildenden Lokal-Komitees zusammensetzt. Ein entsprechender Ausruf wird sofort nach definitiver Feststellung der Satzungen ergehen. An der Konstituirung des Vereins nahmen ». a. die Herren Rabbiner Dr. Eschelbacher, Dr. M. Hildesheimer und Dr. Munk, von auswärts die Herren Ansbacher-Wiirzbnrg und Moritz A. Lob- Frankfurt a. M. theil. Zum Beitritt sind bereits über 500 Mitglieder aus allen Theilen des Reiches angemeldet. Zum Vorsitzenden wurde Herr Dr. Biberfeld- Berlin berufen: für die übrigen Aemter sind die Herren Lazarus und Gradewitz-Berlin bestellt. Hoffen wir. daß der Verband, dem sich ein ungeheures Feld segensreicher Thätigkeit eröffnet, die auf ihn gesetzten Erwartungen stets rechtfertigen wird. Chanrrka-Feier. Eichstetten (Baden). 12. Dez. Die beiden hiesigen Vereine Eintracht und Konkordia veranstalteten in anerkennenswerthem, harmonischen Zusammenwirken letzten Samstag Abend eine in ihrem ganzen Verlaufe äußerst würdige und gemüthliche, sehr zahlreich besuchte „Chanula-Feier". Es war das erste Mal, daß in der hiesigen Gemeinde eine derartige Feier stattfand. Ein Chor eröffnete vor entzündetem Chanuka-Leuchter den Festabend durch das sehr schön und feierlich vorgeiragenr Lied rso, woraus von einer Dame ein aus die Bedeutung des Abends Bezug nehmender Prolog sehr gut vorgetrageu wurde. Der Vorstand des Vereins Eintracht. Herr Verthold Evstein, begrüßte hierauf in warmempfundener, gediegener Ansprache die zahlreich Versammelten, indem derselbe seiner großen Freude darüber Ausdruck gab. daß diese erstmalige Anregung zu einer solchen in der hiesigen, israelitischen Gemeinde bisher ungewohnten Festlichkeit so großen Anklang bei Jung und Alt gefunden habe. Es folgten nun zwei heitere Duette in theatralischer Vorstellung. Dann hielt Herr Oberlehrer Weil die eigentliche Festrede, indem derselbe in längerer und wohldurchdachter Rede rrn der Hand eines geschichtlichen Rückblickes die Entstehung und hohe Bedeutung des Chanukafestes für das jüdische Volk und das Judenthum überhaupt klar auseinandersetzte und mit einem warmen Apell an die Versammelten schloß, da- Licht unserer heiligen Gotteslehre und damit unseres erhabenen Glaubens in unseren Gottes- und Lehrhäusern und in unseren Wohnungen, insbesondere aber in den Herzen unserer Jugend immer wieder neu zu entzünden und in zunehmendem Maße leuchten zu lassen. Reicher Beifall lohnte den Redner. Hi rauf wurde unter Leitung des Herrn Kantor Mirwis, der den gesanglichen und theatralischen Theil des Abends leitete, das Makkabäerlied wieder von einem Knabenchor in erhebender Weise vorgetragen. Nachdem noch einige heitere Vorträge und auch ein theatralischer Schwank sehr viel zur fröhlichen Stimmung der Gemüther beigetragen hatten, und Herr Dr. med. Rueck seine Anerkennung für das viele so willfährig und gelungen Dargebotene geäußert, und ein jüngerer Herr Eppstein auch die anwesende Damenwelt als Lichter, die den Lebensweg erhellen. noch besonders gefeiert hatte, sprach der Vorstand des Vereins Konkordia. Herr David Evstein allen denen, die an diesem Abend mitgewirkt und nach Kräften dazu beigetragen haben, dielen Festabend zu einem wirklich genußreichen Abende der Belehrung, der Freude und -des Frohsinns zu machen, seinen Dank aus. Dann folgte ein. gemeinsames. solennes Festbankett. Allen aber, welche diesem schönen, von keinem Mißton gestörten Festabend beige-: wohnt haben, wird derselbe gewiß in angenehmster Erinnerung bleiben. Feier des 50jährigen Bestehens der Chewrah Kadischah. Euskirchen. Am Sonntag den 4. Dezember fand hier die Feier des 50jährigen Bestehens der Chewrah Kadischah unter großer Betheiligung seitens' der Gemeinde und von auswärts statt. In der festlich geschmückten Svnagoge war Nachmittags Festgottesdienst und Seelenfeier für die verstorbenen Mitglieder. Der Lehrer. Herr Dr. Heilberg, hielt über die hehren Zwecke der Chewroh eine Ansprache, die formvollendet und inhaltsreich war. - Die Feier machte auf die Theilnehmer einen tiefen Eindruck. Das sich hieran anschließende Festessen verlief in der schönsten Weise. Hier hielt Herr Leopold Wolfs aus Köln, als ehemaliges Mitglied, einen wohldurchdachten und. lichtvollen Dortrag über die Chewrah Kadischah und ihre Ideale. Noch manches treffliche Wort wurde seitens der Herren David Wallert. Maisenhausinsvek'ör Kadden und Schweizer gesprochen. Dev Feftball hielt die meisten Mitglieder noch mguch: Stunde in der gemüthlichsten Stimmung beisammen^ Der Chewrah widmen wir aber ein herrliches- Vivat floreat er escat Zr.