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Der Israelit · 1904-12-15 · Heft 99 (15.12.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 99 (15.12.1904)
Date
1904-12-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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2141 rttfbrä Verblichenen nicht mehr in seiner Persönlichkeit zur Seite steht, so dürfen wir doch in den n*r v und nsy v.an deren Wendepunkt der „Israelit" mit seinem 46. Jahrgang angelangt, einen Ersatz dafür erblicken. Mehr als je bedarf es in unserer Zeit der mrdes festen Vorsatzes und Lebensplanes für die Folge auf Grund der bisher gewonnenen Erfahrungen. Nicht mit Hohn und Spott, nicht mit Verkümmerung des Rechts und mit brutaler Gewalt, wie vor einen» halben Jahrhundert, sucht man heute der Orthodoxie ihre Existenzberechtigung streitig zu machen. Man -sucht im Gegentheil mit gefliffentlich zur Scbau getragener Toleranz und Eoulanz. mit entgegenkommender Connivcnz und sogar mit scheinbaren Zugeständnissen den Glauben zu erwecken, als seien die Zeiten anders geworden. Die im Dienste des Judenthums wirkende Hand brauche h«rte nur die Bauteile zu führen und könne das Schwert zur Abwehr feindlicher Angriffe sorglos begraben. Leider fehlte es nicht an Anzeichen, daß selbst im Kreise unserer nächsten Gesinnungsgenossen diese Vertrauensseligkeit sich geltend macht. Wir werden es unter diesen Umständen als unsere Pflicht erachten immer wieder und wieder darauf hinzuweisen, daß es sich dabei um eine große Täuschung und im günstigsten Falle um eine Selbsttäuschung handelt. Unsere Gegner sind ganz genau dieselben geblieben, wie sie 'es vor einem halben Jahrhundert waren. Sie entweihen den Sabbat, sie verletzen die Speisegesetze, sie leugnen überhaupt die Göttlichkeit und Verbindlichkeit unserer heiligen Bekenntnißschriften. sie haben sich in diesem Punkt, auf den es allein ankommt, in gar keiner Weise geändert. Aber das orthodoxe Judenthum hat an Consolidirung nach innen und an Ansehen nach außen gewonnen, man kann es nicht mehr ignoriren und majorisiren, wie man es früher beliebte und macht daher aus der Noth eine Tugend, indem man durch Entgegenkommen zu erreichen sucht, was durch Bekämpfung unerreicht blieb. Es gehört viel Gütmüthigkeit und Einfalt dazu, angesichts dieser Thatsachi. an eine grundsätzliche Aenderung der ganzen Sachlage zu glauben, wie man sich gern bereden möchte. Es gibt nun allerdings Leute, die das leicht glauben, was sie gerne möchten. Wenn unsere Antisemiten einsehen, wie wenig sie mit ihrer Rohheit erreichen und deshalb es gerathen finden, ihren Judenhaß durch feinere Umgangsformen zu drapiren, so gibt es bei uns gedankenlose Beurtheiler genug, welche der Welt verkünden, daß die Animosität gegen die Juden in Abnahme begriffen sei. Das Eine ist so wahr wie das Andere. Eine Zeitschrift aber, die im Gegensatz zu den Eintagsfliegen im jüdischen Blätterwald, über die Tagesspanne hinaussieht, wurde ihrer publicistischeu Pflicht schlecht genüge», wenn sie. um dem einen oder anderen Leser nach dem Munde zu reden, die wahre Lage der Dinge verschwiege oder nur verschleierte. ' '' '' Die Einsicht, welche dem Begründer des »Israelit" maßgebend war und der auch wir. soweit unsere Kraft reicht, mit Gottes Gnade folgen, lehrt uns unsere Pflicht anders ausfassen. Aber wir wissen uns darin im Einverständniß mit der großen Mehrzahl der Leser und Leserinnen des „Israelit". Wir reichen ihnen zum Eintritt in den bevorstehenden Jahrgang im Geiste die Hand. Wie wir eB uns mit gesteigerter Hingebung angelegen sein lasten durch belehrende Aufsätze, leitende Artikel über das Wesen des Judenthums und über Vorgänge innerhalb der zeitgenössischen Judenheit, durch aktuelle, aus allen Ländern der Erde eingeholten Berichte, u. insbesondere durch gediegene Erzählungen, so hoffen wir auch, wie bisher, auf die gesteigerte Mitwirkung unserer in allen Welttheilen lebender Freunde und Gesinnungsgenossen. In dieser weilen Verbreitung liegt eine der wesentlichsten Ursachen für die Wirksamkeit des „Israelit". Diese immer größere Verbreitung liegt aber ebenso und vielleicht noch mehr als bei uns, in der Hand der geehrten Leser und Leserinnen des „Israelit". „Wenn jeder Leser dem „Israelit" nur einen Abonnenten zufuhrt, so tritt der „Israelit" in sein sechsundvierzigstes Jahr mit einem doppelt so großen Leserkreis als bisher e i n." Aber eine Verdoppelung der Leserzahl hat nicht nur eine doppelte, sondern eine fünffach vergrößerte Wirksamkeit zur Folge, wie die Weisen zum III. B. M., Cap. 26, V. 8 anerkennen, daß eine größere Zahl für die Thorawirkenden eine unverhältnißmäßig größere Wirksamkeit zur Folge hat, als eine kleine. .rrvim i» panjn jfsneh rrvjw n* fnpyn psjno ncn w* Für die Thora hat aber jeder gewirkt, der seine Kraft in den Dienst des orthodoxen Judenthums stellt. Mögen alle, die in diesen Dienst treten, des Segens theilhaftig werden, den die Thora ihrem Förderer verheißt, daß sie ihnen zum Baum des Lebens und, zu einer Quelle ungetrübten Glückes werde. Das ist der Wunsch, den wir unfern Lesern zum 46. Jahrgange entgegenbringen, und dessen Erfüllung wir in ihre Hand legen. .irntw rrsom m v"n yv (Sin Bund der Sabbatfreunde. Berlin, 6. Dez. Am Sonntag, 4. Dezember, fand in den Räumen des Berliner Arbeitsnachweises die Gründung des „Verbandes der Sabbatfreunde" statt. Der neue Verband, für den umfangreiche Vorarbeiten seit mehr als einem Jahre im Gange sind, bezweckt eine Zusammenfassung aller Gesinnungstrenen,

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