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Der Israelit · 1904-11-17 · Heft 91 (17.11.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 91 (17.11.1904)
Date
1904-11-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1944 auswärtigen Mitglieder uns in diesen Bestrebungen wirksam unterstützen. Bei dem Generalkommando des VN. Armeekorps in Münster haben wir im vergangenen Jahre zum ersten Male für die hohen Feiertage, das Pefachfest, Urlaub resp. Dienstbefreiung sämmtlicher Rekruten für die ganze Provinz beantragt und erwirkt. Alle zuständigen Stellen erhielten von der Oberbehörde sofort Weisungen unseren: Wunsche entsprechend. Wir selbst haben sä'nmtliche Gemeinden der Provinz von den Verfügungen verständigt. Im Anschlüsse an ergangene Regierungs-Verordnungen nahmen wir Veranlassung auf sachgemäße, den streng rituellen Vorschriften entsprechende Schechitah und peinlich sorgfältige Vorbildung der Schächter unser besonderes Augenmerk zu richten. Wir hatten die Genugthnung auch bei diesem Vorgehen die wohlwollende Unterstützung der Königlichen Regierung zu finden. So ist es unser Bestreben gewesen, auf allen Gebieten des Gen!eindelebens in unserer Provinz helfend und belebend einzugreifen. Gestärkt und getragen wird diese Thätigkeit durch die Besuche unseres Rabbinen in den Gemeinden. Stets bleiben wir in lebendigem Kontakt mit unseren Verbandsgemeinden. deren Wunsche wir thunlichst erfüllen. Die Predigten und belehrenden Vorträge unseres Rabbinen bilden neben. dem Religionsunterricht die köstliche Saat, aus der neues, jüdisches Leben und Wissen ersprießt. Alle aber unsere Bestrebungen gipfeln in dem einen Ziele, nach den gesetzestrenen Prinzipien des Judenthums Gemeinde. Schule und Haus geführt zu sehen. Mögen diese idealen Bestrebungen die Gemeinden und Glaubensgenossen durch den Anschluß an unseren Verein in Geist und That immer mehr vertreten und unterstützen, damit wir mit noch größeren Mitteln als seither den gesteigerten Anforderungen gewachsen bleiben ..und nicht gezwungen sind, Mangels materieller Mittel die Fortentwickelung unserer heiligen Sache zu hemmend Den Heimgang zweier, unserer -besten Freunde, unserer Ehren-Mitglieder, der Herren Justizrath Dr. R. Hirsch-Frankfurt a. M. s. A. und Samuel Strauß- Karlsruhe s. A. beklagen wir auf das Schmerzlichste. Zwei Säulen des gesetzestreuen Judenthums, die als die Ersten unsere Ideale mit ganzem Herzen durch Rath und That jederzeit stützten, haben wir in den Edlen verloren. Ihr Andenken sei gesegnet! Mögen in die Bresche Männer von gleicher Begeisterung und gleichem, beisvielgebenden Wirken treten zum Segen und Heile unserer Vereinigung.— Zum Schlüsse sei uns gestattet, dem verehrten Mitbegründer und langjährigen Vorsitzenden unseres Vereins. Herrn A. Lewrrtoff in Höxter, der aus Gesundheitsrücksichten sein Ebren-Amt niedergelegt hat. den Dank des Vereins für seineunermüdliche, begeisterte und begeisternde Thätigkeit auszuspreche». Sein Name prangt mit goldenen Lettern in der Geschichte unseres Vereins. Die diesjährige Generalversammlung, zu der besondere Einladungen mit genauer Angabe der Tages Ordnung ergehen, wird voraussichtlich im November stattsinden. . Anmerkung der Redaktion: Wir richten die ernsteste Bitte an alle die. denen die Erhaltung und Wiedererweckung des wahren JudenthumS am Herzen liegt, den wackeren Verein materiell zu unterstützen, denn nur auch ein finanziell gut gestellter Verein ist im Stande Ersprießliches zu wirken. Nrpräsentantensitznng. Berlin. 13. Rov. Die heutige Sitzung war sehr kurz. Als Hilfsorgynist wurde Herr Ernst Frank angestellt. In den Vorstand der alten Synagoge wurden Herr Aron Hirsch, Herr Gerson Simon in den Vorstand der Synagoge Kaiserstraße, in die Kommission für die Friedhofsangelegenheiten Herr Siegfried W a ch s n e r. in dir Bibliothek-Kommission Herr Verlagsbuchhändler Felix Spei er gewählt. — Die dirigirenden Aerzte des Krankenhauses. Prof. Israel und Sanjtätsrath Lazarus werden zu Mitgliedern der Kommission zur Berathung des Neubaues des Krankenhauses ernannt. — Ein Herr Joseph Meyer hat zur Grabpflege und für Woblthätigkeitszwecke der Gemeinde 3000 Mark hiuterlassen. — Beiträge zu den Kosten des Religionsunterrichts werden bewilligt: u) der Brühl'schen höheren Mädchenschule 400 Ml., b) der Kraft'schen Knabenschule die Hälfte der Kosten. Die SHäHtsrage im »liederöfter reichifche» Landtage. Wien. In der vorigen Legislaturperiode des niederösterreichischcn Landtages hatte der antisemitische Abg. Schneider einen Antrag - gestellt, wonach das rituelle Schächten der Thiere in Niederösterreich verboten werden solle. Der Landesausschuß wurde damals dom Landtage beauftragt, einen Bericht über diese Angelegenheit zu erstatten, der jetzt vorliegt. Es wird darin betont, daß die Beurtheilung der Schachtfrage vom Landesausschusse mit vollster Objektivität erfolgt und daß ihm jede konfessionell politische Dmdenz ferne gelegen sei. Sodann wird ausführlich geschildert. wie die Tötung der Schlachtrinder ngch isr. Gebrauche erfolge. Das Verfahren des Schächteus bestehe darin, daß der Hals des Thieres ohne vorherige Betäubung, mit einem scharfen Messer durchschnitten / wird. Jedermann könne sich überzeugen, daß das j rituelle Schächten als ThierquAerei aufzuf^ssen -y

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