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Der Israelit · 1904-11-14 · Heft 90 (14.11.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 90 (14.11.1904)
Date
1904-11-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1921 dahingestellt, schrieb einen Erklärungsbrief an die Aeltesten der Judenschaft in Breslau und forderte, daß man den Brief abdrucke. Da dies nicht geschah, so verlangte er seinen Brief zurück, um ihn selbst zu veröffentlichen, verzichtete schließlich aber auf den Abdruck, weil er das Publikum nicht ennuyieren wollte, und gab nur eine kurze Erklärung, wie er jene Bemerkung gemeint habe. Daraufhin äußerte auch der jüdische .Korrespondent des „Freimütigen*. daß er und die Seinigen befriedigt seien. AuS dem Bezirk Osnabrück. Der Revision gegen das bekannte Osnabrücker Straslammerurtheil, wonach der jüdische Religionsunterricht nicht als obligatorischer Unterrichtsgegenstand der Volksschulen zu betrachten sei, wurde nicht stattgegeben und zwar, wie bestimmt verlautet, aus formalen Gründen. Das zuständige Landrathsamt in Linaen bezw. das zur richterlichen Entscheidung über den erlassenen Strafbefebl in Höhe von 2 Mark angegangene Amtsgericht zu Freren mußte zuerst auf einen Verweis erkennen. Das war jedoch nicht geschehen. DaS Osnabrücker Nrtheil mit seiner Aufsehen erregenden Begründung hat somit die Rechtskraft erhalten. Um nunmebr diese für die jüdischen Schulen so bedeutsame Angelegenbcit entgiltig zum Austrag zu bringen, ist es notbwendia, bei einem analogen Fall von Sckulvcrsäumniß. unter Wabrung der gesetzlichen Bestimmungen, vorzugehcn, um schließlich die letztinstanzliche Entscheidung des Kammergerichtes herbeizuführen. In laudenkenden .Kreisen wird das Osnabrücker Urtheil zu den bedenklichsten Konsequenzen Veranlassung geben. X. Die Behandlung amerikanischer Bürger. Die Nachricht, daß die russische Regierung die völlige Gleichstellung der amerikanischen Bürger jüdischer Abstammung mit den übrigen Bürgern der Vereinigten Staaten von Amerika zugesagt habe, scheint in dieser Form nicht richtig zu sein. Einer Meldung der „Times" zufolge hatte der Staatssekretär Hay neuerdings in Petersburg protesiirt gegen die verschiedenartige Behandlung amerikanischer Staatsbürger. Darauf habe Graf Lamsdorff erklärt, daß eine Spezialkommission ernannt worden sei, um eine allgemeine Revision der Paßregeln vorzunehmen und dieser Kommission, in der auch das auswärtige Amt einen Vertreter habe, werde der Protest des. Herrn Hay vorgelegt werden „mit befriedigenden Vorstellungen*. Das ist alles. Lazar BrodSky. Kiew, 3. Rov. lieber den Heimgang dieses Philanthropen wird gemeldet: „Don dem Almosen an einen Bettler bis zur Förderung derjenigen, die Arbeit und Bildung suchtLn, fand das warme Herz des wahren MLcens überall ein großes Feld der Thätigkeit, und Hunderte von ihm im Leben beglückte Menschen werden jetzt beim Tode seiner in Dankbarkeit gedenken, sowohl in Kiew als in Odessa, wie im Auslände, überall — wo er in großem Maßstabe einen Boden für seine guten Thaten fand... So war das Leben eines reichen Mannes, welches er nicht fruchtlos verlebte und das lange eine Helle, lichte Spur jetzt nach sich zurück ließ, als dasselbe so unerwartet durchrissen wurde.* Der Verewigte läßt eine Wittwe, Frau Sarah, geborene Lurje saus der bekannten alten Familie in Litauen) und drei Töchter, von denen die älteste an Oberst Dreysus in Basel und die zweite an Baron Wladimir von Günzburg, den Sohn des weltbekannten Philanthropen Baron Hora.; von Günzburg in St. Petersburg, verheirathet ist. zurück. . Aus dem Testament des Verblichenen, dessen Nachlaß 30 Millionen Rubeln betragen soll, werden nachstehende Einzelheiten bekannt: Aus den Zinsen (22,500 Rubel) eines Legats von 800,000 Rubeln erhalten jährlich das bakteriologische Institut 6000, das hiesige jüdische Krankenhaus 4000. die jüdische Schule 6000 Rubeln. von dem Rest sollen 10,000 Rubeln zu Stipendien von je 240 Rubeln an jüdische Schüler des Gymnasiums in Slatow, 4000 Rubeln zur Verkeilung an jüdische Institute verwendet, mit 1000 Rubeln am Jahrzeitstage jüdische Arme unterstützt werden. Ferner erhielten die hiesige von dem Verblichenen erbaute Synagoge 40,000 Rubeln, das hiesige Krankenhaus ein Haus, das jährlich 5000 Rubeln erbringt, das von seinem Vater begründete Hospital in Slatopol 30,000 Rubeln. Sein im Gouvernement Jekaterinoslaw belegenes. 2600 Hektar umfassendes Gut „Woltschaja Javorko* soll unter dem Namen „Lazarewka* in eine jüdische Kolonie umgewandelt und mit 66 Familien besetzt werden, die mit dem erforderlichen Land je 1000 Rubeln als Jnstallationskosten erhalten. Endlich hat der Entschlafene 50,000 Rubeln zur Errichtung einer .Kredit- und Darlehenskasse für die hiesigen jüdischen Handwerker testirt.* Die Eidesformel für Jude». Warschau, im Nov. Die Eidesformel für Juden ist. nach dem „Herold* beanstandet worden, und zwar von einem Rechtsanwalt, der als Zeuge zitirt war. Im Text des Eides befindet sich eine Phrase, durch welche der zn Vereidigende gelobt, alles zu sagen, waS er zur Sache wisse, und zwar in dem Sinne, welchen

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