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Der Israelit · 1904-11-14 · Heft 90 (14.11.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 90 (14.11.1904)
Date
1904-11-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1922 der Vereidigende erwartet, nicht in vorbehaltcnem, verheimlichtem Sinne. Diesen Passus finden nun viele Juden beleidigend und weigern sich, ihn nachzusprechen. Der Advolat erklärte vor dem Bezirksgerichte, daß er, wenn er gelobe, jetzt obne geheime Vorbehalte anSsagcn zu wollen, er damit zugestehe, fähig zu sein, solche Vorbehalte überhaupt vor Gericht gelten lassen zu können. Ferner verlange die Formel, er solle die Wahrheit sagen im Sinne einer anderen Person, deren Denken er nicht durchschauen könne — aus solchen Gründen verweigere er den Eid. Dafür sollte der Advolat einer Disziplinarstrafe unterworfen werden, jedoch beschloß das Bezirksgericht auf einer besonderen Versammlung, nach Anhörung weiterer Motivierungen desselben Advokaten, davon abzustehen. Die Formel wird offenbar zussändigenfalls geprüft und geändert werden. . Eine Gedächtnisfeier. Safed. Am 25. Tischri, am Jahrzeitslage deZ weltberühmten Rabbi Moscheh S o f e r s. Ä., weltbekannt unter dem Namenseines großen Werkes wurde in der ie'2 cm nry in Safed (Palästina) eine Gedächtnißseier veranstaltet, der die hervorragendsten Mitglieder der Gemeinde und eine große Zahl Talmudgelehrter anwohnte. Die Talmudjünger lernten einen rrwo deren d\te mit den Buchstaben des Namens des großen Tobten und den Buchstaben des Wortes rw: beginnen, ferner wurde ein cv2 auf cv vollzogen. Einer unserer Führer, Herr T i r k l st a u b „ hielt eine längere, wohldurchdachte nsm, in der vielfach auf die Werke des großen Mannes Bezug genommen und die weitverbreitete und weltberühmte' FälinW"Sofer.^v6n 'Äer''ein Enke! - des TO2 cm den Rabbinatsstuhl in Preßburg einnehme -und die in den weitesten Kreisen des In- und Auslandes bestehende nrw» lenke und leite, rühmend herkwrgehoben wurde, mit der Aufforderung an die bisherigen Gönner und Förderer derzu Safed. auch fernerhin mit aller Thatkraft für diese großartige Institution, aus der so viele große Talmudgeleyrten hervorgegangen. einzutreten. L. S—l. Uersonakien. Schonungen bei Schweinfurt. Unsere kleine Geisternde ^häk-'ei'üerr söjlöeren. - nahezu..unersetzlichen Verlust .erlitten? HirrLäZarüs S/tdüssb e r g e r hat am n' ni7’ nach 'iiiehrtvöchentllWss Krankenlager^ sein^^M'Seele au^gebaücht. Der Verblichene'weit ' eine jener Erscheinungen, wie sie heutzutage, namentlich auf dem Lande, immer seltener werden. Mit reichern, religiösen Wissen verband er frommen Sinn, strenglle Redlichkeit in Handel und Wandel, und trotz fast dreiunddreißigjäbrigen Gichtlcidens stets gleichmäßige, freundliche Liebenswürdigkeit, Geduld und inniges Gottvertrauen. Fast ein halbes Jahrhundert hindirrch funairte er. namentlich an den hohen Festen, als Vörbeter, gleich ausgezeichnet durch herrliche Stimmmittel wie durch würdigen, verständnißoollen Vortrag. Die schönen Gottesdienste in Schonungen genossen weit und breit besten Ruf. Der Verblichene bildete den geistigen Mittelpunkt seiner Gemeinde und namentlich sein erakteS, völlig fehlerfreies Thoraleien fand weiteste Anerlennung. Auch in der politischen Gemeindeverwaltung > nahm er lange Jabre hindurch eine sehr einflußreiche Stellung ein. Sein Leichenvcgängniß legte Zeugniß ab von der allseitigen Verehrung. die er genoß. Herr Rabbiner Dr. Stein- Schweinfurt. war bcrbeigeeilt und gab in ergreifender Rede vor dem Tranerhaule dem allgemeinen Schmerze um den frühen Heimgang des Verblichenen Ausdruck, der nur ein Alter von-64 Jahren erreicht hatte und entrollte ein wahrheitsgetreues Lebensbild des Entschlafenen, den er seit 28 Jahren kannte und der ihm ein lieber Freund gewesen. Die Leiche wurde nach dem altehrwürdigen Zentralfriedhofe in Klemsteinach ubersübrt. Am Grabe sprach Herr Lehrer Sichel aus Schonungen in längerer Rede namens der Gemeinde Schonungen, den Heimgegangenen auch als besonderen Freund der Schule und des Lebrerstandes schildernd. Nachdem noch Herr Lehrer Anfänger. Schwiegersohn des Verblichenen, in bewegten Worten namens der Gesammisamilie Abschiedsworte dem theuren, unvergeßlichen Vater gewidmet hatte, wurde der Sarg in's Grab gesenkt. Selten ivobl bat man noch in Schonungen einen ähnlichen Leichenzug gesehen. Glaubensgenossen wie Andersgläubige wetteiferten in Bezeigung aufrichtigster Tbeilnahme. Möge der Verblichen? für uns alle ein ".ew;-dv sein! nrn-d jrrs ist M. Briefkasten der rtte-aeUau. <*. R. in Prchburg: Betr.st'cndes We'k ist in der Buchhandlung von I. jrausfmann. Frankfurt a. M.. erschienen. oeröncntIt(6t im Inseratentheil unserer vorliegenden Nummer einen Auszug aus den» dicSmonatlichen Tarif, der alle diesenigen Aktien. Fonds und P r ä in t e »-Anleihen aufm eist, für welche in der nächsten Zeit ein wesentliches VerstchernngS-Bedürsniv vorliegt. Ter AuS» t&ivtott bc? Heiestschai» pn» tvr^/Tarn Formulare werden au? Verlangen gratis zugesandt.. - i ■ - -

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