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Der Israelit · 1904-11-10 · Heft 89 (10.11.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 89 (10.11.1904)
Date
1904-11-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1885 tomiteee des Hilfsvereins für durchreisende russische Juden, welck)e eine überaus rege und scgensvolle Thätiglcit entfalten, sind in den letzten Tagen neue Komitees dieser Art hinzugekommen. Um die gegenwärtige Lage auch an der Grenze, in den Provinzen Westpreusi.cn und Posen, kennen zu lernen, sandte der „Hilfsverein der Deutschen Juden" den Sekretär, Herrn A. M e y e r o w i tz, dorthin, und es wurden in vergangener Woche auch in den Städten Thorn, Gollub und Jnowrazlaw Schutzkomitees für durchreisende russische Juden gebildet. Diese Schutzkomiiees, welche gleichzeitig als Lokalkomitees für den „Hilfsverein der Deutschen Juden" zu Propagandazwccken sich konstituirten, sind seit einigen Tagen bereits in Aktion getreten. Eine grosse Anzahl von auswandernden Glaubensgenossen sind durch diese Komitees befördert worden. Die Vorsitzenden dieser Schutzkomitees sind: In Thorn, Herr D. Wolff; in Gollub, Herr Apotheker A. Riesenfeld; in Jnowrazlaw, Herr Leo Davidsohn. In letztgenannter Gemeinde fand auch eine öffentliche Propagandaversammlung für den Hilssverein unter dem Vorsitz des Herrn Stadtrath S a l o m o n - s o h n statt. Rach einem Referat des Herrn Meyerowitz, über Ziele und Bestrebungen des Hilfsvereins, wurde die Begründung eines Lokalkomitees für denselben einstimmig beschlossen. Es traten auch eine grosse Anzahl von Herren dem Hilfsverein als Mitglieder sofort bei. Auch in anderen Gemeinden Westpreußens und Posens ist das Interesse für den Hilfsverein «in sehr reges. So finden unter Anderem am 30. November in Bromberg, am 1. Dezember in Posen öffentliche Propagandaversammlungen für den Hilfsverein statt. In diesen Versammlungen werden voraussichtlich die beiden ersten Präsidenten des „Hilfsvereins der Deutschen Juden", die Herren James Simon und Dr. Paul Nathan, als Redner fungiren. Israelitisches Gemeinschaftsheim. Hamburg, 4. Nov. Neben den vielen anderen Institutionen, die mit der Henrv-Jones-Loge in Verbindung stehen, ist auch das Gemeinschaftsheim und die Lesehalle nach dem neuen Logenheim in der Hartungstrasi.e übergesiedelt. Die Eröffnungsfeier der diesjährigen Zusammenkünfte fand im grossen Festsaal statt, der bis auf den letzten Platz gefüllt, war. Der erste Theil des Programms bestand in Rezitation und Arien aus der Schöpfung von Haydn mit Text iy hebräischer Sprache. Die Uebersetzung war von dem hiesigen Schriftsteller, Herrn S. Goldschmidt, ausgeführt. Herr Musikdirektor V. Breit leitete die Aufführung. — Dann folgte eine Theepause, in der von den Damen der Haushaltungsschule Thee und Gebäck gereicht wurde. Der zweite Theil des Programms bestand aus Vorführung von Lichtbildern nach Werken jüdischer Maler und Bildhauer durch Herrn Max March. Die Einleitung und der verbindende Text waren von dem Präses der Henry-Jones-Loge, Herrn. Gustav Tuch, verfasst und wurden von dem Mitgliede des Deutschen Schauspielhauses, Herrn James Kunert, gesprochen. Die Darbietungen fanden allseitigen Beifall. Bis zur späten Stunde blieben die Festtheil- . nchmer fröhlich vereint. Der Abend wird dem Gemeinschaftsheim einen bedeutenden Betrag eingetragen haben. _ “ ■ " v Schachmatt der Orgel. K ö n i g s h L t t e. Zu spät kam der Artikel, worin die Mitglieder der Gemeinde aufgefordert wurden, durch eine Volksversammlung Protest gegen die Aufstellung der Orgel zu erheben.. Der Herr. Rabbiner Dr. K o v p st e i n hatte erst wenige Tage, vor denen die Orgel in Betrieb gesetzt wurde, Worte der Belehrung gegen das Spiel dieses Instruments, in dem Tempel gefunden. Ist es auch sehr spät erfolgt, so ist es doch ein Verdienst, dass der Herr den Muth gefunden hat, gegen die allgewaltige Verwaltung offen sich zu erklären und man kann es dem -Vorstande nachfühlett, daß er das Verhalten in dieser Frage, von dem Rabbiner. der bisher geschwiegen, gerügt hat, insofern, daß er ihm vorwars, dass er nicht früher seinen Stand-' Punkt geltend gemacht hat. Welchen Erfolg hat die Orgel, die seit dein ersten Tag Sukkoth spielt, bis jetzt, erzielt? Diejenigen Mitglieder, die wirklich dem Feste die Würde und Weihe verleihen, deren Väter schon seit Jahrzehnten die Gemeinde gehegt nnd gepflegt haben, sie sind moralisch, ohne.jede Rücksicht, aus dem Temstek. durch das Orgelspiel vertrieben worden. Das bisher des schönsten Friedens sich erfreuende Gemeindelvefeir. ist total zerrissen worden. Der Besuch "des' Gckttesdienstes zeigt schon heute bedeutende Lückey, denHjdie. Herren, die eine Orgel hören wollen, haben grötzten-' theils nur zwei Mal, allenfalls vier Ma! im Jahre Zeit zu erscheinen; ausserdem erscheint ihnen das theil-: weiie nicht modern, wöchentlich einmal immer dasselbe ' zu hören. An dem Sukkothfeste waren im Tempel sage und spreche, bei einer so grossen Gemeinde, zwei/ Herren mit dem Palmzweig und Eßrog versehen, und zwar der Herr Rabbiner und der Herr Kantor, daS Auditorium bestand aus 80—60 Herren, dies ist gewiss auch ein Erfolg der Orgel. Der Oberschlesische Rabbinerverband wird gewiß noch jetzt seinen Einfluss geltend machen, dass die Orgel in BeUthen zum; Schweigen gebracht wird.,es.dürften'sonstleicht^ ' Nachahmer sich finden.... Welche. Mittel rmd..Wege.,, nöthig sind, um diese Refarmen fern zu haltest,'wisst kist Nabbiner-Mbänd smdenj Eknn . er den/ernsten .'üyd^ festen Willen dazu hat. Allerdings ein. Helr Rab- / biner, der da lehrt, „der tägliche Gottesdienst sei vrr-! altet, wenn die Psalmdichtrr wüßten, wie täglich so.

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