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Der Israelit · 1904-11-07 · Heft 88 (7.11.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 88 (7.11.1904)
Date
1904-11-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1876 geben Hai, auf dem Berge Sinai, durch' Moscheh. jimn im Plural deutet auf zwei .t.tui die Gott geossenbart. die schriftliche und die mündliche.- Und zum Schluffe 'b vrpb i' in .11212: 2'.i2i 'rrs varo TP* mxom mwn per mm1? ru 7? .-uxun;mpo a ,rvnn jnroin rw »mnA ünrrnb jca’ira 0^2)1 ^>"x; varo -vn nrrm a veo nvch uro fro? "abo;hm .12 ..Und ich gab dir die Steintafeln, das sind die Zehngebote: die Thora, das ist der Pentateuch; das Gebot, das ist die Mischnah; die ich geschrieben, das sind die Propheten und Hagiographen; um sie zu lehren, das ist die treu, daraus entnehmen wir. daß diese alle Moscheh übergeben wurden.- Es ist demnach einleuchtend, wenn vavi in 'Vi ,'v raivn die Ansicht in pm:o rezipiert, daß die Mischna daselbst, die da sagt: „0bvb pbn aiVfw A» c’ctpn [o nun pt ioun «21" sich auch auf denjenigen beziehe, der blos die Göttlichkeit der mündlichen Lehre leugnet. — Die Autentizität der schriftlichen Lehre wird durch die Autorität der mündlichen verbürgt. Wenn wir sicher sind, daß dieses Kleinod, das schriftliche Gesetz, dem Sturme der Zeiten Stand gehalten und uns rein und echt, unverkürzt und unverfälscht erhalten worden ist. so haben wir nur die Wahrheit und Glaubwürdigkeit der Tradition, die eben uns das einprägt, anerkannt und besiegelt. Haben aber diejenigen, die uns versichert haben, daß die jetzige Verfassung der Thora auch die ursprüngliche gewesen sei, nicht gelogen, so mutz auch ihrer Tradirung der mündlichen Lehre rückhaltslos Glaube geschenkt werden*). Und wer ja im Stande ist. wie es die ct.w thaten, die mündliche Lehre zu ignoriren; sie von der schriftlichen loszulösen und als überflüssigen Ballast über Bord zu werfen — wahrlich, der kennt nicht die Geschichte des Judenthums oder er hat kein Verständniß für sie. Oeffnen wir sie. diese Geschichte, und sie entrollt uns ein Bild, das das glänzendste Zeugniß für den göttlichen Ursprung der mündlichen Lehre abgibt. Christ und Muselmann, beide haben ja die schriftliche Lehre im Großen und Ganzen von un? übernommen. Woher kommt es nun. daß sie die Felder der jüdischen Vergangenheit mit jüdischem Blut getränkt, mit jüdischen Leichen besät haben? Woher kommt es. daß blutschnaubende Pfaffen, die doch in nichtjüdischen Kreisen, sich als die eigentlichen Vertreter der schriftlichen Lehre geberdeten, an deren Zunge aber Lieb« und Gerechtigkeit, die Grundzüge dieser Lehre, zur fadenscheinigen Phrase zur frechen Lüge geworden '—1 woher kommt s3, daß sie es vermocht haben. , d:e große Masse, die doch dummgläubig an dieser Lehre *) Dral. Jrschurum B. 1« Tradition. gehangen, zu Grauelthaten aufzuwiegeln, die ob ihrer Grausamkeit beispiellos in der Menschheitsgeschichte dastehen? Nicht die Bundeslade war es daher, die die Zielscheibe giftiger Geschafft bildete — die Hochschulen von Jabnah und Uscha, von Nahardea und Pumbaditha, das Bollwerk und die Stütze dieser Bundeslade waren es. die die Dolkswuth entfachten, die die thierischen Leidenschaften entfesselten. Diese sollten erstürmt, in s i e sollte eine Bresche geschlagen werden, um Lehrer und Schüler, die darin lehrten und kernten zu mißhandeln und hinznmorden. Und glaubt man denn wirklich, daß ein iC-ps 1 und seinesgleichen, die Märtyrer dieser mündlichen Lehre, überhaupt all die Talmudjuden, so kurzsichtig, so unpraktisch waren, daß sie wegen dieser mündlichen Lehre, die auf Gaukelspiel und Betrug berube, mit Todesverachtung und Begeisterung das Schaffst bestiegen? Beileibe nicht, das Leben war auch ihnen des Lebens höchstes Gut. und sie hätten es nicht so begeistert, so freudig geopfert, wenn sie nicht von der Ueberzeugung durchdrungen gewesen wären, daß die mündliche Lehre, die sie lehrten und die ihnen entrissen werden sollte, ebenfalls von herstamme. Unsere leidgetränkte glorreiche Vergangenheit ist daher ein lebendiger Beweis, daß "man» "rnbb? *:co re« daß die Gesetze sowohl, wie ihre Grundbegriffe und Einzelheiten, die rabbinischen Satzungen und Auslegungen, alle vom her stammen und dieselbe, ja mitunter gewissenhaftere Erfüllung als die schriftlichen Satzungen fordern können, fordern müssen. All die rabbinischen Satzungen, .die aus Grund der Regeln, die nvo. am Sinaiberge bekannt gemacht wurden, aus der nun gefolgert werden, sind vorneherein in der.11m sanktioniri worden und daher, daß wir bei deren Erfüllung sprechen können: .Gesegnet seist Du Gott, unser Gott, Der uns geboten, sie zu erfüllen. (Traktat rav 23.) Dafür wieder, daß die rabbinischen Bestimmungen. Vornehmlich die grundlegenden Regeln zur Thoraerforschung, die rnivr» nicht schriftlich abgefaßt und übergeben wurden, gibt^ es der Gründe mehrere. Zunächst den. daß jede Schrift, mag sie noch so klar und unzweideutig sein, ouf verschiedene Weise ausgelegt werden kann. Zum Beispiel dient uns — so schreibt der 2-221 in seinem Briefe über die Auferstehung in 'von mnn m* — das Alpha und Omega unseres Glaubenbekenntnisses: bniv so» dieser Vers, so sollte man meinen inx'i vpb» 1 kann nur die absolute Einheit Gottes ausgesprochen haben. Die Andersgläubigen finden aber in dem BerS, daß es der Götter drei gibt, n vpbr» n. Es kommt uns nicht in den Sinn, die Sache eingehender zu behandeln, nur gezeigt sollte werden, welches Schicksal die mio r», die Cardinalsatze für das Verständniß

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