Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 88 (7.11.1904)
- Date
- 1904-11-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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45. Jahrgang. eilage zu Jß 88 des -1 sraekkt.^ Offenbarung. kslirsj. zchll > is kmii IcW Zwi' z» znilsirt i. R- Von Joseph Freund. (Schluß.) Ter unwürdige Zustand, in welchem sich das Volk zur Zeit der Gesehcsmanifestation btfand und der das untrüglichste Kriterium ihres göttlichen Ursprunges bildet, tritt scharf in der Bestimmung hervor,' daß es keinem aus dem Volke, nicht einmal den Priestern, der geistigen Elite, gestattet war, zu nahe an den Berg, den Schauplatz der Heiligkeit hcranzutreten. Es sollte damit die Kluft zum Bewußtsein gebracht werden, die zwischen der Stufe, auf der das Volk jetzt steht, und der, die es noch zu erringen hat, unleugbar besteht. *) Daraus aber, daß das Gesetz übermenschlichen Ursprunges ist, und nicht in dem Lande gegeben wurde, in welchem es zuvörderst seine Wirksamkeit entfalten sollte, ergibt sich für uns ein Grundsatz, dem wir zu verdanken haben, daß die Thora noch heute unverkürzt und unversehrt dasteht, daß sie ihre ursprüngliche Verfassung bis auf den.heutigen Tag unbeschädigt erhalten hat, daß sie ihre Aerpflichtungskraft bis zu dem Tage üben wird, an dem eine neue „Offenbarung" vor sich geht. Die Thora ist kein Produkt zeitlicher Ueberzeugung, die die Menschen in ihrem Zeitalter, in ihrem Lande gehegt haben. „Die jüdische Religion und das jüdische Gesetz waren nicht aus den zeitlichen Ueberzeugungen der Menschen entsprungen; sie enthalten nicht das, was zu irgend einer Zeit die Ueberzeugung irgend welcher Menschen von Gott und den» Göttlichen und den menschlichen Dingen gewesen; sie sind vielmehr von Gott gegeben und enthalten das. was nach Gottes Willen die Ueberzeugung der Menschen zu allen Zeiten von Gott und den göttlichen, vor allem aber dem Mensch und den menschlichen Dingen bilden soll." Weil die Thora nicht das Produkt zeitlicher, menschlicher Ueberzeugung bildet, bleibt sie voin Wandel der Zeiten, vo»n Wechsel der Ueberzeugungen unberührt, Wandel- und wechsellos.?) Das ist eines jener tiefdurchdachten Argumente, die der Ikkarim für die Unwandelbarkeit der Thora einleuchtend anzuführen weiß.b) Es ist nicht grundlos, daß ich gerade diesen Denker zitire, obgleich andere, vornehmlich der o*aoi in seinem mie vielleicht besser und klarer diese Frage ^behandeln., „.Ich. möchte damit einem Jrr- 1) Hlrsch: 2. B. M. 19. 29. 2) Hirsch: 2. B. M. 19.10 und 6. «. 4, fc 3) 9. 9. Karirn. 3,13. thum Vorbeugen, der ganz unbegreiflicher Weise in so vielen Schriften wiederholt wird. Es handelt sich um die bekannte Meinungsverschiedenheit zwischen dem o*aoiund R. Josef Albo hinsichtlich der Frage, ob die Ti xb für die Dauer aller Zeiten bestehen müssen. Nun fassen manche die Sache so auf, als hätte Albo dies in Abrede gestellt. Nichts ist irrthümlicher als dies. Wie »vir gesehen haben, verwahrt er sich gegen diese Auffassung. Er hat nur hinsichtlich der Auslegung des jn;n xVi spoin kV *) einen wesentlich anderen Standpunkt als der o'aoi wofür er sich gefallen lassen mußte, daß Abarbanel seine Grundsätze nicht Jklarim, sondern Q'ipw genannt hat. Es kann nicht meine Aufgabe sein, alles das, was offenbart wurde, einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen. Wie Sie gesehen haben, habe ich mich lediglich darauf beschränkt, herauszufinden und darzvstellen, wie die Offenbarung, unter welchen eigenartigen Umständen sie vollzogen wurde. Es gibt aber einen Punkt, den ich, da er so oft »nißverstanden und verkannt wird, nicht übergehen möchte, obgleich er einen Theil des Inhalts der Offenbarung bildet. Ich meine nämlich den sogenannten wunden Punkt, der aber in der Wirklichkeit ganz gesund ist, — die ’2co nvoV naVn und die nv Vaap nun Meine Herren! Ich habe etwas vorlveggenommen, wenn ich die trara und ’joo no>oV naVn von vorneherein als integrirenden Bestand des a»n Sinaibergc verkündeten Gesetzes bezeichnet habe. Es ist aber unmöglich, die vielen Stellen anzuführen, die das Gesagte, daß mit den Zehngeboten zugleich auch die rabb. Satzungen mitgetheilt wurden, bestätigen. Es sollen daher von der großen Zahl der Belege nur einige folgen. Als Einleitung zum nv'W Abschnitte: wo V« *n mm vbm ’;c in Vük new no : ioxV wo ma '•niVVa 1*10x9 mseof no xVx '200 mo mon Va 'reo crrpinp-n orrrnWa 110x2 mon Va tjx '200 •’pnpT Gott sprach zu Moscheh auf dem Berge Sinai: »Weßhalb wird gerade bei dennv'W-Gesetzen hervorgehoben, daß sie am Sinaiberge verkündet wurden; alle Gesetze stammen ja vom Sinai her? — Nur um zu lehren, daß so wie nv-OV mit allen Grundbegriffen und Einzelheiten von Sinai offenbart worden ist. so sind auch alle Gesetze mit ihren Grundbegriffen und Einzelheiten vom Sinai her offenbart worden. Es ist dies die Ansicht xa'ps 1 entgegen der des Vxoen 1 in oian116. Ferner im a*n zu '7p"a 'oj fiu. wx .Tiniiro onsctponv trpfn^nVx, Jinwn mw -ra w ina Vxitt* '23 paH 71 .no Vaa *xi anaa x VxwV onV 12712 mm ijwp nb$o' »Dieses sind die Gesetze, die Rechtsordnungen und die Lehren, die Gott zwischen sich und Israels Söhne ge- •) Lbid. Cap. 14.