Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 88 (7.11.1904)
- Date
- 1904-11-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449986-2450065--61730-2524642- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
über die Akedah aufklärt mit den Worten: Abraham fing an, sich — als der Engel ihm zurief: Lege nicht Hand an den Knaben an — zu verwundern. Gestern — dachte er — sprachst du: Mit Jizchak sollen deine Nachkommen gesegnet werden; dann sprachst du: Nimm deinen Sohn — und jetzt sprichst du wieder: Lege nicht Hand an ihn an. Darauf antwortete Gott Abraham: ich breche nicht meinen Bund und ändere nicht meine Worte fPs. 89, 351; ich habe nicht zu dir gesagt: Schlachte ihn — ich habe zu dir gesagt: führe ihn hinauf in Liebe, du hast mein Wort gehalten, du brachtest ihn hinauf, jetzt führe ihn wieder herunter?") Auch Naschi bemerkt zum Worte irfom, daß Gott nicht befohlen habe, Jsak zu schlachten, da dies nicht Sein Wille gewesen sein könne. So hatte denn Abraham die Worte vv vfcjm nbvb nicht verstanden — und vielleicht wurde mit Absicht ein zweideutiger Ausdruck gewählt, um ihn auf die Probe zu stellen — sie bedeuteten nicht: bringe ihn als Opfer, sondern führe ihn hinaus zu dem Opfer.") Und das ist auch noch heute unsere Aufgabe, unsere Kinder zum Opfer zu führen, sie Zeugen sein zu lasten der Opfer, die wir auf den Altar des Judenthums legen, sie zu belehren, nicht nur durch unser Wort, sondern auch durch unser Beispiel, auf daß unser Haus ein -n, ein nunsr inv Kirtr in eine Stätte wahrhafter Belehrung werde. Abraham nannte jenen Ort: ..Gott schaut und auf dieses Ereignis; wird geschaut" (Jire-Jeraehl, während Schem dieselbe Stätte berits früher als vbe», als Friedensstätte bezeichnet hatte, bis schließlich Gott sprach: um beide Benennungen zu vereinen, sei ihr Name: Jeru-falcm"). Und daß die Herzen der Heranwachsenden Jugend Stätten der ran». Stätten der Gottesfurcht und gleichzeitig Friedensstätten werden mögen, in denen es keinen Zwiespalt gibt zwischen d«n Errungenschaften der Neuzeit und der alten und doch ewig neuen Gotteslehre — das zu erreichen, sei unser Ziel, auf daß noch die spätesten Generationen unseres Volkes sich bewähren als peM m*rn, hochhaltend die Fahne mit dem Flammenworte p* i"n e» mw die stets mit einander Hand in Hand gehen sollen i-ht omp ofrn. Repräfenlantett-Versnrnmluug. Berlin, 30. Okt. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit einem warmen Nachruf für Herrn Gustav, Bärenberg, welchen die Versanimlung stehend anhorte. — Den Schwerpunkt der Sitzung bildete die b& ts»nn kcx Mn v"2in pk n»en cti;h Vnna Krw tk (io n* kj njs moto mm jnr xv Pw2 mox noK%n« n»on napn « *«k tcnann Tran “k *pp nwn Sk n tok rtt wayi -153 ms*K kS 'rpz Kjnai 'nnr SShk kS av»3« (Midr. 1.1 SK. 22,12) nam oarV mSpr.i kSk rnvns •rvnm kS -pa nx kj np -iS vhokbo n*j'nrw nnpinyino^n’np’bK vnoii, .... 11) Brgl. Iba. E»ra zu 22, L 12} SRibc. c. 1 SR. 22 14 Vorlage betr. Einführung von Schrifterklärungen an pikdigisreien Sabbaten in den Orgelsynagogen. . Interessant sind dabei die Gutachten des Berliner Rabbinats, in welchen jeder der Herren eine andere Ansicht äußert. Herr Dr. Maybaum führt eine Stelle aüS feiner 1890 erschienenen Homiletik an. «Ja, es dringt immer mehr die Erkenntniß durch, daß die Predigt bei keinem größeren Gottesdienst, was der HauptgotieSdienst am Sabbat ja ist, fehlen sollte und es fleht zu hoffen, daß wir jetzt keine Trauung mehr ohne Traurede und daß keine Beerdigung bei Erwachsenen ohne Leichenrede stattfindet, so auch in nicht all zu ferner Zeit kein Hauptgottesdienst am Sabbat und an Festtagen ohne Predigt mehr denkbar sein wird." AuS diesen Gründen habe ich mich auch seiner Zeit gegen den Antrag, in den Orgelsynagogen die Predigt am Freitag Abend einzuführen, ausgesprochen, weil eben bei den vorhandenen Kräften jede Predigt am Freitag Abend den Ausfall derselben beim Hauptgottesdienste am Sabbat bedeutet." Ich empfehle dem Vorstand noch mindestens drei Adjunkten für die Schrifterklärung anzustellen, die sich auch bei dem Jugendgottesdienst bethätigen müßten. Aus dem Gutachten deS Herrn Dr. Nosenzweig führen wir an: «Sicher ist es, daß der Hinweis auf die Predigt in der Kirche unberechtigt wäre, denn für die Christen ist die Predigt immer das Wort Gottes, für die Juden aber ist die Predigt das Wort des Rabbiners. Das schale Wort wird den Juden bald aus der Synagoge herauspredigen. Die Predigt am Freitag Abend verseht dem Sabbatgottesdienst den Todesstoß. Herr Dr. Weiße verspricht sich von der Schrifterklärung nicht viel, erklärt jedoch seine Mithilfe zu leihen, da er eine Zurückhaltung von seiner Seite nicht für angebracht hält. Herr Dr. Stier theilt mit, daß. als er in Breslau das Seminar besuchte, unter dem geistreichen Joks die Synagoge bei der Schrifterklärung vor Leere gähnte, dasselbe habe er in einer Gemeinde Süddeutschlands bemerkt, statt dessen schlägt er vor, einen Theil deS ThoraabfchnitteS deutsch zu verlesen, er erklärt sich aber auch bereit mitzuwirken. Die Herren Dr. Vlnmenthal und Warschauer begrüßen die Einführung der Schrifterllärung mit großer Freude und hoffen, daß sie segensreich wirken wird. HllfSverein der Deutschen Jude«. B e r l i n, 1. Nov. In der Sitzung deS gefchäftSführenden Ausschusses des «Hilfsvereins der deutschen Juden," die am Montag Abend stattgefunden hat, wurde über die Berufung einer internationalen Konferenz zur Regelung der Auswanderung aus den östlichen Ländern definitiv Beschluß gefaßt. Die Konferenz soll Anfang Dezember stattfjnden. .Der «HilfSverein der deutschen Juden" wird an alle großen jüdischen Organisationen Einladungen zur Theilnahme