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Der Israelit · 1904-11-07 · Heft 88 (7.11.1904) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 88 (7.11.1904)
Date
1904-11-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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A 1870 den Widder, den Abraham an Steile seines Sohnes dargebracht. Und noch heute nwu* am Anfänge des Jahres, am nnpn vtn lenkt Israel durch das Widder- Horn und durch das Verlesen des Abschnittes von der Opferung Isaaks am zweiten Neujahrstage seinen Blick auf jenes denkwürdige Ereigniß, auf jenen nach einem sinnvollen Ausspruche am Schluffe des Schöpfungswerkes erschaffenen Widder und erinnert sich jener Gottesfurcht, die den Bestand der sittlichen Welt bedingt und den Anfang der Weisheit bildet nach den Worten des Psalmisten 111,10: *n wn* «an rwrn der Anfang der Weisheit ist Gottesfurcht. Auch in dem Berichte v;m der Sintfluth, in den Worten vn dv fp fand der jüdische Scharfsinn den Namen pe«' angedeutet.') Und wahrlich, wenn eine Fluth von Gedanktn. eine Fluth von Empfindungen, von Wünschen und Hosinungen in unseren Herzen auf und nieder wogt, an den hehrsten Tagen, an den heiligsten Festen des Jahres ist es die Akeda, deren wir gedenken. — In dem Worte „er spaltete das Opferholz/ wollte man den Namen 3ipjn finden und knüpfte daran die Bemerkung. daff Abraham sich am Berge Moriah zu seinem Werke mit Jakob und seinen Söhnen vereinte.') Und wie oft sehen wir, die Jakobssöhne, uns in den rührendsten Gebeten mtt unserem Stammvater Abraham im Geiste vereint! Denn dvvv r»n y»ra ft bin» nnoip o'ff-ip om a*jöi traft. „Im Abschnitte von der Opferung Isaaks heißt es bsüo „oberhalb" und von den Seravhim heißt es ebenfalls!vbb.*) — Noch heute erhebt uns Akedath Jizchak auf die Seraphsfittige der Andacht, wenn wir das Gebet der Mischnah°) sprechen: Wer auf Moriah Abraham geantwortet, antworte auch euch und erhöre euer Flehen. Die Buchstaben, die nach dem 71210 des Wortes 72V „Dickicht" folgen, in welches jener Widder verstrickt war, bilden zusammen das Wort b».*) Und wenn wir unserer und unserer Vater Sünden, die in die Egelsunde verstrickt waren, in den Selichothtagen und am Dersöhnungsfeste gedenken, da erinnern uns auch der Akedath Jizchak, und ein Theil jener Selichoth führt den Namen „Akedah". Und wie diese am ersten oder am zehnten des Monats Tischr! stattgefunden haben soll, so beten auch wir am Vorabend des Neumondsfestes im £ •oi'H *xm pp *i»3 oi* mo rrpp* rröp. Wenn es nun wahr ist, daß. so wie Mraham, als er sich dem Berge Moriah näherte, „eine vom Himmel bis zur Erde reichende Feuersäule erblickte,"') auch die Erinnerung an die Akedah unseren Geist zu erleuchten und unser Herz für alles Gute und Schöne zu erwärmen vermag, so verstehen wir, . 2) »mnwpV». 3) a*y nsp nwvuo msT». 4) »»Wl WpV». 8, Taanlth Mschn. 2. Jerus. Las. L. 4>. Ä JaMit Reubent N-M D. 7).MS «m. warum rtvp rsntt an jedem Tage zu lesen, empfohlen wird mp* rant di* ^22 Taft *an. Denn was vermag den Juden beffer zu stählen für den Kampf ums Dasein, als das Bewußtsein, daß nicht durch die etwa eingetretene Ebbe, wohl aber nach den Worten des R. Berachja") durch das Verdienst Abrahams, der das Opferholz gespalten, das Meer gespalten wurde — oder mit anderen Worten, daß, sowie das jüdische Volk durch seine Opferwilligkeit. trotz des Meeres von Thronen, die es vergossen, nicht untergegangen ist in dem mit dem Blute seiner Märtyrer gefärbten Meere der Zeiten, so auch jeder Jude das Meer von Hindernissen und Schwierigkeiten zu durchschreiten vermag, so lange der Geist der Akedath Jizchak in ihm lebt. Und dennoch gibt es wohl nur wenige Bibelabschnitte, die dem denkenden Geiste so unfaßbar und so unbegreiflich erscheinen, wie rrr»p* reno. Die Wolke, die den Bergesgipfel des Moriah verhüllt haben soll, als sich ihm Abraham und Isaak nahten, scheint, noch nicht gewichen, nur schwer sind wir im Stande, den Wolkenschleier zu lüften, der das hohe Problem der Akeda umgibt. Lag doch, um ein altes Wort zu gebrauchen, mit unserem Stammvater Isaak auch der Geist Adams gefesselt auf dem Altäre dv ör«* npjra K'c *p wnvrw mw) tm bv wi w npw naion >aj (27» scheint doch die Thora den menschlichen Geiit in Fesseln zu legen, wenn sie uns von der Akeda berichtet. Nicht darin liegt die Schwierigkeit, daß der Begründer der höheren Bibelkritik Vater und der Afrikareisende Stanlev behaupten, daß die Akeda nicht auf dem Berge Moriah, sondern auf dem Berge Garizim stattgefunden. Haben ja Robinson. Thomson und A. das gerade Gegentheil nachgewiesen. Was uns jedoch ganz unfatzlich erscheint, das ist die Möglichkeit, daß derselbe Gott, der an jenem ewigdenkwürdigen Toftvn w» das ww rft vom flammenden Sinai herab verkündet hat. dem Abraham, wenn auch nur. wie Maimonides im Moreh 3. 24 im Sinne der Pirke des Rabbi Elieser c. 31 annimmt, im Traume erschienen, einen Mord von ihm verlangt, und diesen Befehl *yftgrt 01*2 wiederum rückgängig gemacht haben soll, als Abraham im Begriffe stand, denselben zur Ausführung zu bringen. „Gott ist kein Mensch, daß Er irre, kein Erdensohn, daß Er etwas abändere." heißt es in der Thora?) Diese Unveränderlichkeit GotteS schließt eine Willensänderung Gottes aus. und bedingt den Fortbestand des Judenthums. Wie verhält sich nun Akedath Jizchak zur Unveränderlichkeit Gottes? — Doch wie jener Engel, als Abraham sich anschickte, seinen Sohn als Opfer darzubringen, ihn durch einen Ruf vom Himmel über den wahren Willen Gottes belehrte, so ist es auch der große Sendbote Gottes am Himmel der jüdischen Geschichte. — R. Acha — nach Raschi R. Aba — der uns Ö) Midr. r. thvx ’ ( ® 4, SB. 23. ia

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