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Der Israelit · 1904-11-03 · Heft 87 (3.11.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 87 (3.11.1904)
Date
1904-11-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ständig lahmte. Am 16. Cheschwan hat er seine reine Seele ausgehaucht, betrauert und beweint von einer weitverzweigten angesehenen Familie, betrauert und beweint von den gesetzestreuen Gemeinden Ungarns, in deren Geschichte dieser große Mann eine ehrenvolle Stellung finden wird. * * * Das Leichenbegängniß des verewigten Präsidenten, Oberrabbiner L. L i p s ch i tz hat Donnerstag Vormittag stattgefunden. Obwohl keine Partezettel ausgegeben wurden und auch in Zeitungsberichten ausgegeben und auch in Zeitungen keine Anzeigen erlassen wurden, hatten sich doch zur Leichenfeier viele Freunde und Verehrer des Verblichenen eingefunden. Es waren die angesehensten a*ru Ungarns, zahlreiche Präsidenten und Rabbiner von Provinzgemeinden erschienen, um dem Andenken des theueren Führers zu huldigen. Die Oberrabbiner von Budapest, Ujfalu und Waitzen haben in ergreifenden Hespedim die großen Verdienste des Verblichenen um toic« hervorgehoben und ihn als carca pro, o^k rrii als c6pb an n v'rr als edlen Mann und treuen Führer der orthodoxen Judenheit gewürdigt. Die irdische Hülle des theueren Verklärten wurde in Abauj-Szanto an der Seite seines großen Vaters s. A. beigesetzt. Sein Andenken wird für alle Zeiten ein gesegnetes bleiben. H. manöver. datirten Bericht: Wahrend der großen nord* östlichen Manöver erschien täglich gegen 10 Uhr Vormittags ein Verkäufer der antisemitischen „Libre Parole" per Rad oder Automobil auf dem Operationsgebiete und bot den Offizieren und der Mannschaft daantisemitische Schundblatt an. Jeder, der das Blatt kaufte, erhielt eine Photographie des Generals, der. die Uebungen leitete, obgleich die Vervielfältigung der Bilder von hochgestellten Offizieren strenge verboten ist. Außerdem wurde jedem Käufer der „Libre Parole* ein Briefpapier, ein Couvert und ein Bleistift als „Zugabe" präsentirt. Aus der Rückseite des Couverts prangten nun folgende Sinnspruche: „Der Jude schlüpft dir entweder zwischen den Knieen durch oder er. greift dich von rückwärts an, entweder er ist unter dir oder über dir, neben dir nie." Unterschrieben: Edouard Drumond. Ferner: „Wozu anderem hätte auch Gott den Juden erschaffen als zum „Spioniren"?" Die „Petite Republique" entrüstet sich mm mit Recht über die Thatsache, daß alle diese Schandthaten der „Libre Parole" vor den Augen, ja mit Genehmigung des Trnppenchefs vor sich gingen. Es scheint also, daß General Negrier und Genossen seit der Dreyfusaffäre nichts gelernt und nichts vergessen haben. Eine «mtisemitische Ausbeulung jüdischer Stiftungen. Ein Preßprozeß. Könitz. Der Schlosser Berg dahier, welcher von verschiedenen Zeitungen der Ermordung Winters. beschuldigt wurde, batte fünf Redakteure wegen Beleidigung verklagt. Die Redakteure Bendisch von der „Ostdeutschen Presse" zu Bromberg, Mehling von den „Neuesten Nachrichten" zu Danzig. Wende von der „Elbinger Zeitung" zu Elbing wurden am 11. Oktober wegen Beleidigung zu je 300 Mt. Geldstrafe und Zimmermann von der „Preußischen Korrespondenz" als der Urheber dieser Nachricht zu 500 Mt. Geldstrafe verurtbe'lt. Das Verfahren gegen den Redakteur Band von der „Berliner Morgenzeiinng" wurde eingeftetlt Erster Staatsanwalt Schweigger gab in der Beweisaufnahme Auskunft über die gegen Berg und über die von dem Berliner Kriminalkommissar von Böckmann angestellten. Ernlittelungen, die durchweg ergebnißlos verliefen. Die amtliche Untersuchung gegen Berg wurde erst in Folge jener Zeitnngsnottzen einge- Icitct, es waren nur geheime Ermittelungen im Gange. Antisemitismus im franzSstfchen Heere. Unter diesem Titel veröffentlicht die Pariser „La petite Republique" folgenden von Verneuil-sur-Aire, dem Schauplatze der großen franzöfischen Militär¬ Wien. Um das Andenken an das 60. Geburtsfest des Bürgermeisters Dr. Karl Lueger, seines gütigen Förderers, zu ehren, hat der im Jahre 1868 von Hofrath Professor Unger unter dem Protektorat weiland der Kaiserin Elisabeth gegründete Heilverein (Hygienische Gesellschaft) in Lesina, Dalmatien, eine Stiftung in's Leben gerufen, die darin besteht, daß , derselbe alljährlich in seinem derzeitigen Kuretabliffe-'" ment „Kaiserin Elisabeth" und den in der Folge pro-, <r} jektirten weiteren Erholungsstätten je einem Ma«? gistrats-Hilfsbeamten zu Kurzwecken einen ganz freien Platz, inklusive Verpflegung, gewährt. Diese Stiftung? hat für immerwährende Zeiten den Namen „Dr. Karl Lueger-Stiftung des Hnlvereines in Lesina" zu führm und hat nur die Magistrats-Direktion das Recht, diesen Stiftungsplatz einem würdigen Hilfsbeamten zu verleihen. Der genannte „rein christliche" Verein hat bekanntlich auch beschlossen, seine KuretabliffementS nur christlichen Kurgästen zugänglich zu machen und - außer vem bereits im Betrieb stehenden Kurhotel' „Kaiserin Elisabeth" Erholungsstätten für den Alexu«,' ' öffentliche Beamte christlicher Konfession, die christliche Kaufmannschaft. Redakteure und Administrations- ] ’ beamte christlicher Tages- und sonstiger Journale,.., Schriftsteller, Schauspieler etc. zu erbauen und. unter/ * Modalitäten zugänglich zu machen, wie sie noch . vonkeinem anderen Kurorte der Monarchie geboten wurden- ' "

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