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Der Israelit · 1904-10-22 · Heft 86 (22.10.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 86 (22.10.1904)
Date
1904-10-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1827 Dank der orthodoxen Judenschaft abstattete für seine den orthodoxen Interessen gewidmeten DienstleistungLN. Als zweiter Redner betrauerte Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Blum- Berettyo-Ujfalu den Heimgegangenen als alten, treuen Freund und als den Führer der ungarischen Orthodoxie. Schließlich sprach Herr Oberrabbiner Silberstrin -Waihen. der das H'nscheiden des b*r *rjyn pw als einen unersetzlichen Verlust für die ungarische.Orthodoxie bezeichnete. -Der Verblichene wurde auf Wunsch der Familienangehörigen nach Abauj-Szünto überführt, um an der Seite seines verewigten Vaters bt bestattet zu werden. Ter größere Theil der Anwesenden begleitete den Todtenwagen zu Fuße bis zum Bahnhofe. Freitag Vormittags findet in Sz-into die mp statt. Heinrich Löffler. (Nachruf und ausführlicher Brricht folgen in nächster Nummer. Red. d. „Jsr."s Gegen de« Misrachi. Waihen, 16. Eheschtoan. Die Zeitschrift .,T«'l Talpioth" veröffentlicht wieder mehrere Briefe russischer Autoritäten gegen den Misrachi. Die Briefe sind an die ehrw. Herren Rabbiner Dr. Breuer- Franksurt a. M.. Dr. Ritter- Rotterdam und Silber st ein - Waihen gerichtet. Den Reigen eröffnet der ehrw. Rabbiner aus Lodz, dessen Brief bereits im „Israelit" veröffentlicht und gewürdigt wurde. Ferner schreiben die Rabbiner aus L i d n a (Verfasser der bekannten Werke T’o n> und fr**? der Rabbiner aus S l o b a d k a Rabbi Gabriel Margolies (Vers, der 27X jtox und CB,) mit großer Schärfe gegen den Misrachi. Rabbi C h a j i m Berlin veraleicht die Zionisten mit den Thurmbauern zu Babvlon, die als Grund für den Thurmbau die Befürchtung anaaben px."» bs bs pw sv — aber die Stütze richtete ssch doch gegen den Hirnmel wi o*ceo. In sehr scharfen Worten verurtheilen den Misrachi die Rabbiner aus Rowardok (Verf. des bekannten bakacküschen Werkes fnSrn *pj?) und Bilsk (Verf. der Resvonsensammlung nn'S Letzterer meint, daß der Misrachi weit gefährlicher sei als der Zionismus. „Der Zionismus ist eine tiefe Grube auf offener Straße, über die nun der Misrachi eine Decke aus Stroh breiten will, damit man die Grube nicht wahrnehme und desto eher hineinfate/ Ebenso sprechen sich die Rabbiner aus D w in sk, (Derf. desoir, bv rjyc r:ex) Kolin - Pinsk. Euschischok, Paniwes, Säger, Homel. Bobruisk und Puk ku s aus. Diese emmuthige Stellungnahme sammtlicher Gedolim aus Rußland und Ungarn sollte doch den Misrachim zu denken geben. Es spricht wahrlich nicht blinder Haß aus diesen Briefen. Es schmerzt einen jeden orthodoxen Juden, wenn er gegen Brüder schreiben muß. Es ist die Sorge um das väterliche Erbe, die diese sicherlich nicht „kampfsüchtigen" Männer veranlaßt, aus ihrer Reserve herauszutreten. Hoffentlich kehren unsere misrachitischen Brüder bald zu uns zurück, um mit uns für die Erhaltung des Iudenthums zu arbeiten. Fürst Swjatopekk Mirski. Die Ernennung des Fürsten Swjatopolk Mirski zum Minister des Innern ist in Rußland auch von den Juden mit einiger Genugthuung begrüßt worden. Als Mitglied des alten russischen Hcchadels, dem ohnehin alle hohen Aemter offen stehen, hatte Fürst Mirsli, im Gegensatz zu den v. Naaben, v. Wahl und v. Plehwe und die Balten im russischen Staatsdienste sonst heißen, durchaus nicht nöthtg Streber zu sein. Der neue russische Minister des Innern genießt überdies den Ruf kein Dieb zu sein, was man bekanntlich nicht von all und jedem russischen Würdenträger sagen kann. Nebst diesen negativen Tugenden besitzt Fürst Swjatopolk Mirski noch eine positive Tugend. Er gilt nämlich als durchaus honetter Mann, dem jede Gemeinheit in tiefster Seele zuwider ist. Aus diesem Grund war ihm auch der Antisemitismus von jeher verhaßt gewesen, was er gleich nach seinem Amtsantritt als Generalgouverneur von Wilna im Jahre 1902 auch sofort durch die Thal bewies. Das amtliche Organ des Wilnaer General- Gouvernements, der „Wilenski Wjestnikwar". wie alle andern offiziellen Organe der russischen Provinzialbebördcn sind nämlich durch und durch antisemitisch. Fürst Mirski empfand es jedoch als Ungehörigkeit, daß ein auf Kosten sämmtlicher Steuerzahler herausgegebenes Blatt, einen großen Theil eben dieser Steuerzahler tagtäglich verunglimpfen soll. Er ordnete daher eine gründliche Pnrification der Redaktion des Amtsblattes an und verwandelte so den „Wilenski Wjessnik", in dessen Spalten ein Krusch'wan jahrelang die Wilnaer Juden beschimvfen und denunriren durfte, in ein wahrhaft vornehmes Provinzialblatt, das nunmehr vielfach auch von Juden gelesen wird. Auch in gesellschaftlicher Beziehung erwies sich Fürst Swiatopolk Mirski als ebenso kluger w''e nobler Provinzchef, der als solcher im eigenen Interesse der Regierung mit sämmtlichen Notabeln der ihm unterstellten Provinz, gleichviel ob Christen oder Juden, freundschaftliche Beziehungen anzuknüpfen suchte. Er und seine Gemahlin verkehrten daher auch mit Juden vielfach. Daß er nicht nur die reichen und vornehmen Juden aern hatte, sondern auch für die Roth der ärmeren Juden Herz und Derständniß hatte, beweist folgendes Rundschreiben

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