Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 86 (22.10.1904)
- Date
- 1904-10-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1826 von dem Synodalen Karlebach berichtet wurden, waren die Centralkaffe, Oberrathskaffe, das Israelitische Landesstift, der Israelittsche Religionsschnl- und Pensionsfond und der Israelitische Landesfond für soziale Zwecke. In der Kommission hat die Frage der Aufbesserung gering besoldeter Religionslehrer eingehende Erörterung gefunden. Die finanzielle Lage, wie eine Steuererhöhung von 20 Prozent, die die Bewilligung zur Folge gehabt hätte, ließen es nicht möglich machen, allen Wünschen Rechnung zu tragen. Rach dem Voranschlag der israelitischen Centralkasse zur Verrechnung der Ausgaben und Einnahmen für allgemeine kirchliche Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinschaft des Großherzogthums betragen die Ausgaben der Voranschlagsperiode 1905. 3906 und 1907 für ein Jahr 59,650 Mk. Dieser Summe stehen 1800 Mk. Deckungsmittel gegenüber, so daß 57.850 Mark durch Steuer zu decken sind. Es sollen aus den Steuerkapitalien und Steueranschlägen erhoben werden, von den Kapitalrentensteuerkapitalien 0.6 Plg. von 100 Mk.. von den Grund-, Häuser- und Gewerbesteuerkapitalien 0.9 Pfg. von 100 Mk. und von den Einkommensanschlägen 12 Pfg. von 100 Mk. Die Budgetkommission konnte sich mit der Steuererhöhung, welche der Obcrrath mit dem beantragten Steuerfuß vorschlägt, nicht einverstanden erklären. Sie hat deshalb an einzelnen Positionen Abstriche gemacht und beantragt, diese Abstriche zu genehmigen und den Ste'lersuß w'e bisher sestzusehen auf 0,5-/. Pfg. von 100 Mk. Kapitalrentensteucrkapitalien, 0,7 Pfg. von 100 Mk. Grund-, Häuser- und Gewerbestenerkavitalien nnd 10 Pfg. von 100 Mk. Einkommensanschlägen. . Oberrathsmitglied Ettlinger vertrat den Voranschlag, wie er vom Großh. Oberratb einaebracht worden ist und betonte dabei, daß die vcrgescblagene geringe Steuererböhung nach Lage der Verhältnisse nnd im Hinblick darauf, daß durch die Mehreinnahme die Reliaionslehrer besonders aus dem Lande eine Aufbesserung erhalten sollen, eine gerechtfertigte ist. Rach weiteren Ausführungen der Svnodalen Oppenbeimer und Kassenwih sowie des Oberrathsmi'- glieds Stockbeim wurde in die Spezialberathung eingetreten. Zu Paragraph 4 des Voranschlags „Für Aufbesserung gering besoldeter Religionslehrer" beantragte die Budgetkommission, die vom Oberrath vorgesehene Summe'von 21.500 Mk. pro Jahr auf 18,000 Mk. herabzusetzen. Gegen den Strich der 3000 Mk. sprachen sich die Synodalen Spiegel. Doktor, Oppenheimer. Pinkus und Fuchs, während die Synodalen Rothschild. Kahn und Stadegger für den Antrag der Budgetkommission eintraten. Oberrathsmitglied Ettlinger. Geb. Rath Mayer und Geh. Rath Rossn vertheidigien die Vorlage des Oberraths. Rach einem Schlußwort des Oberraths Karlebach wurde die Position mit 21,500 Mark nach der Vorlage des Oberraths mit 14 gegen 11 Stimmen angenommen. Die übrigen Positionen des Voranschlags wurden mit verschiedenen von der Kommission beantragten Abstrichen genehmigt und dann der Steuerfuß festgesetzt auf 0,825 Pfg. von 100 Mk. Grund-, Hauser- und Gewerbesteverkapitalien und 11 Pfg. von 100 Mk. Einkommenssteueranschlägen. Es kamen sodann noch einige Anträge zur Erledigung; ein Antrag aus Schaffung einer Organisation zur Weckung und Aufrechterhaltung des Interesses der Heranwachsenden israelitischen Jugend für die Religion und der Antrag Fuchs auf Aenderung der Bestimmungen für die Wahl zum Synagogenrath wurden dem Oberrath zur Kenntnißnahme überwiesen. Rach Wahl des Synodalausschusses, der aus vier Mitgliedern und vier Ersatzmännern, den Synodalen Zimmern. Friedberg. Reibisch, Halle und Marx. Eggstein, Karlebach und Rathschild-Konstanz besteht, wurde durch Geh. Rath Beckerer die Tagung der Synode im Namen des Großh. Oberraths geschlossen. Leopold Lipschitz Budapest, 26. Okt. Das ungarische orthodoxe Judenthum hat einen schmerzlichen und empfindlichen Verlust erlitten? Rabbiner Leopold Lipschitz, Präses der orthodoxen Landes-Durchführunaskommission ist gestern, nach langen, schmerzvollen Leiden, aus den Reihen der Lebenden geschieden. Lipschitz war viele Jahre hindurch Oberrabbiner zu Abauj-Sznnto und entsagte er seinem Rabbinerposten, um der, von Seite der erfolgten Berufung zum Präses der orthodoxen Landesvertretung Folge zu leisten. Seine persönliche Eigenschaften, allseitige Bildung und seine besondere Versirthrit in orthodoxen Landesangelegenheiten wurden allseits anerkannt und durch feine Erwählung zum Präses für orth. Landesangelegenheiten auch gewürdigt. Zur Stunde verlautet, daß der Verblichene nach dem Orte seines früheren Wirkungskreises Abauj-Sznnto überführt wird. Don hier aus findet die «toi Donnerstag Früh 9 Uhr statt. Bisher haben schon zahlreich: Vertreter von Gemeinden und Private aus der Provinz ihr Eintreffen angemeldet. — Die des am Dienstag verstorbenen Präses der orthodoxen Durchführungskommission prvn av» v'Z nwwb enaH «nrr nv imn hat am gestrigen Tage unter riesiger Betheiligung stattgefunden. Etwa 40 araai und eine große Anzahl von Gemeindeveriretern und Privaten aus der Provinz, schließlich die hiesige orthodoxe Bevölkerung hatte dem Dahingeschiedenen das letzte Geleite gegeben. Die S'^err dauerten von 9 Uhr Früh bis 12 Uhr Mittags. Als Erster hielt Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Koppl Reich- Budapest dem Verblichenen einen von warmen Gefühlen durchdrungenen Nachruf, in welchem er dem *n itw deu