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Der Israelit · 1904-10-22 · Heft 86 (22.10.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 86 (22.10.1904)
Date
1904-10-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1325 genommen, durch Flugblätter und Plakate in hebräischer und der Jargonsprache, unsere auswandernden Glaubensbrüder noch vor dem Betreten des deutschen Bodens aufzuklären, und auf die zu ihrem Schutze bestehenden Comit^s hinzuweisen. Mit weiteren Reformen und Erleichterungen jeder Art soll allmählich vorgegangen werden. Es wäre in hohem Grade wnnschenswerth, daß man die Auswanderer auf diese neuen Institutionen aufmerksam mache, damit sie von ihnen recht häufig Gebrauch machen. Wenn diese Organisation in Ostpreußen vollständig durchgeführt sein wird, beabsichtigt der Hilfsveiein der Deutschen Juden dieselbe auch auf Westpreußen und Schlesien auszudehnen. Ganz unabhängig davon werden natürlich die Bemühungen des Hilfsvereins eifrig fortgesetzt, eine internationale Konferenz aller großen jüdischen Organisationen zur Regelung der Auswandercrfrage einzuberufen. und es ist im Jntereffe unserer unglücklichen Stammesgenoffen auf das innigste zu wünschen, daß diese Konferenz sobald als möglich zu Stande kommen möge. Zum Schluffe feien nur noch die Namen der Vorsitzenden der Grenzkomitees in Ostpreußen genannt: In Königsberg in Preußen Herr Vankdirektor George Marx, in Eydtkuhnen Herr Isidor V e r l o w i tz, in Insterburg Herr Rabbiner Dr. Veermann, in Tilsit Herr Justizrath Cohn, in Prostken Herr Jacob Schidorsky, in Memel Herr Rechtsanwalt Jacobsohn. Russische Auswanderer und Schissskarten. B e r l i n. 24. Okt. Die ruffischen Auswanderer, die im Besitze von andern Schiffskarten als denen der. deutschen Linie sind, werden jetzt bei Ueberschreiten der Grenze nicht mehr an den Controllstationen abgewiesen und dürfen, wenn sonst keine Bedenken entgcgenstehen, ihre Reise durch Deutschland fortsehen. Das Entgegenkommen der Schifffahrtsgesellschaften dürfte sowohl auf die energische Aktion der deutschen Presse verschiedener Parteirichtungen zurückzuführen feixte wie auf Besprechungen, die einerseits Herr Gumpertz in Hamburg, Mitglied des Central-Kvmitees der Alliance JsraÄite Universelle, anderseits"Herr Dr. Nathan, Geschäftsführer des Hilfsvereins der deutschen Juden, mit Herrn B a l l i n gehabt haben. Das freundlichere Verhalten der Schifffahrtsgesellschaften. welche sicherlich wünschten, nach Möglichkeit der Humanität Rechnung zu tragen, ist auch in deren eigenem Jntereffe zu begrüßen, da bereits in den russischen Blättern Warnungen vor Ueberschreitung der preußischen Grenze veröffentlicht wurden und somit die Gefahr bestand, daß der Auswandererstrom dauernd von Deutschland abgelenkt wurde. Sijum-Feier im Verein SufaS Lcholaurtt. S a m t e r. 25. Okt. In einer Zeit, wo daS Thorastudium in Deutschland wenig gepflegt wird, ist es um so erfreulicher, von einer sehr schönen Sijum- Feier in unserer Gemeinde berichten zu können. Seit sehr langer Zeit existirt hier ein Verein, „Sukas Scholaum", welcher vor etwa 90 Jahren v'on dem sek. Rabbiner Jehuda Asch neu organisirt wurde. In diesem Vereine, dem der größte Theil der Gemeinde, auch jüngere Leute, angehört, wird täglich zwischen Mincho und Maariw von unserem verehrten Herrn Rabbiner Dr. W r e s ch n e r Mischna vorgetragen. Am vergangenen Sonntag, 23. cr. (14. Cheschwan). waren nach vier Jahren die sechs Theile der Mischna beendet, und fand die Sijum-Feier im Hause unseres Rabbiners statt. Es betheiligten sich etwa 36 Mitglieder daran. Nachdem zuerst gelernt wurde, fand das Maariw-Gebet statt, dann setzte man stch an die sehr schön ausgeschnlückte Tafel. Die Reihe der zahlreichen Reden und Toaste wurde eröffnet durch die eindrucksvolle Rede des Herrn Rabb. Dr. Wreschner, welcher nach herzlichen Begrüßungsworten unter sehr sinnreicher Deutung des „Bundes zwischen den Stücken", anspielend auf Nachmanides z. St., die Bedeutung des Warme und Licht (m \vv nun) spendenden Thorastudiums für die unvergängliche Lebenskraft Israels in begeisterten Worten schilderte und mit einem Hoch auf die Thora-Lehr-Vereine endete. Der Herr Redner hat mit seiner geistreichen, zu Herzen gehenden Rede großen Beifall gehabt. Alsdann fanden noch verschiedene Reden und sehr animirende Gesangsvorträge von Herrn Kantor Gold statt. Schließlich wurde das Benschen versteigert; es brachte 62 Mk. ein, welche zu wohlthätigen Zwecken bestimmt wurden. Das Fest begann um 7 Uhr und dauerte bis Mitternacht.' Alle Theilnehmer waren recht befriedigt und hatten das erhebende Gefühl, einer wahrhaft schonen wxv bv rm*B beigewohnt zu haben. Um Ausschmückung und Arrangement der Festtafel hatte sich Frau Dr. Wreschner eifrig bemüht. Das von Frau Kantor Gold gelieferte Festessen war vorzüglich. Möge das Thorastudium in unserem Vereine zur Ehre Gottes auch ferner blühen und gedeihen! Leo Lewy-Samter. Israelitische Landessynode in Bade«. Karlsruhe, 26. Okt. Präsident Dr. Fried-, berg eröffnete M Uhr.die Sitzung. . - Zur Berathung stand zunächst der Voranschlag,' der in der Centralkasse zur Verrechnung kommenden Ausgaben und Einnahmen für allgemeine kirchliche' Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinschaft.' des Großherzogthums Baden für die Jahre 1906., 1906 und 1907. Die Kassen, über die im Einzelnen

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