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Der Israelit · 1904-10-22 · Heft 86 (22.10.1904) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 86 (22.10.1904)
Date
1904-10-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1824 Tie Gemeinde war durch diese Rede, welche an Inhalt und Form gleich trefflich war. tief bewegt. Der Chor sang einen Psalm und feierlich wurde die nden zum Schlüsse geführt. Noch feierlicher aber, und in vielen Beziehungen imposanter, gestaltete stch die Feier am rrp Morgen. Waren schon am Freitagabend alle Platze beseht, so war Morgens die Synagoge gedrückt voll, auch aus den anderen Synagogen waren zahlreiche Gäste erschienen, um der hehren Feier beizuwohnen. Der'Gottesdienst verlief bis nach dem Verlesen der Tbora in gewohnter feierlicher Weise: vor bestieg Herr Rabbiner Tr. Carlebach die Kanzel zur eigentlichen Festpredigt. Es würde Raum und Zeit zu sehr in Anspruch nehmen, wollte man hier auch nur das Wichtigste wiedergeben. Nur die Quintessenz der Rede soll hier angedeutet werden. In sinniger. Bezugnahme auf den Inhalt der niir wollte Redner von Ln^x. dem Erzieher und Bildner des Menschengeschlechtes, dem das n-ir .-,'7n als Gelcitswort mit auf das Gebiet senier Wirksamkeit gegeben wurde, lernen, wolle ihn als den Leitstern nehmen in der Nebung des ihm übergebenen Amtes. Gleich Abraham, der nach einem sinnigen Midrasch, sein Mahnwort ."1212 rre in dreierlei Meise ausübte, wolle er streben, dieses Mahnwort auch zu seinem Ideale zu machen. Nicht nur allein lernen, nein, auch andere zur Sinaihöhe hinaukzu ziehen, auf dass die nm r, die stets im Mittelpunkt des jüdischen Lebens gestanden hat, der Ahnen Schutz, ihre Weise und ihr Trost gewesen, auch unser Bvsw "[r.nn werde. Er wolle selbst stets das r.UTn erfüllen und unsere Jugend erziehen rctffi P-- und im Altarbau, im Gottesdienstübcn zu Hause und im Lehrhause, für die Gemeinde und rrvpv für sich, sich opferwillig hinzugeben für das Amt. Aber auch das tex rrc:, eine Terebinthe zu pflanzen, in deren Schatten Arme Ruhe finden durch emsn ohne Dank zu wollen, dVxvvi und nicht tex orrex Das Alles wolle er von Abraham lernen, von den p->2n vcr und durch sie geweiht, wolle er den r*Tpn rm» übernehmen mit den Worten der trostvollen Aufmunterung unserer heutigen Hafthora: xrn tx. So wollen wir gemeinschaftlich das Lebenswerk unseres allverehrten Hirsch Plato fortzuführen und auszubauen bestrebt sein, auf daß der wahrhaft jüdische Geist inmitten der rrw immer mehr erstarke, dass alt und jung, Mann und Frau einmüthig sich schaaren um das siegreiche Panier der Thora. Auch diese Rede verfehlte eines tiefgehenden, nachhaltigen Eindruckes nicht. Rach Schluß des Gottesdienstes konnte der neue Führer die herzlichen Glück- und Segenswünsche der ganzen Gemeinde entgegennehmcn. Mögen all die herrlichen Worte sich erfüllen zum Heile unserer Religionsgesellschaft, zum Segen unseres Polles.. - . . HUfsverei» der deutsche« Jude«. B e r l i n. 25. Okt. Wiederholt hatten wir auf die großen Unzuträglichkeiten hingewiesen, welchen die auswandernden Glaubensbruder aus Rußland an der preußischen Grenze ausgesetzt sind. Der Hilfsverein der deutschen Juden, welcher unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Zustände an der Grenze, Verhandlungen mit den Direktionen der Hamburg-Amerika- Packetfahrt-Aktiengesellschaft und des Bremer Lloyd einleitete, hat dieselben erfreulicherweise zu einem günstigen Abschluß gebracht. Die manigfachen Schwierigkeiten. welche sich bei den Verhandlungen bei dieser, vom wirtschaftlichen und politischen Standpunkte aus, außerordentlich kompli.zirten Frage entgegen gestellt hatten, wurden endlich in einer Konferenz, welche im Hilfsverein der deutschen Inden zwischen dem Generaldirektor Ballin und den Präsidenten des Hilfsvereins der Deutschen Juden, des Herrn James Simon und Dr. Paul Nathan, stattgesnnden. in befriedigender Weise beseitigt. Durch ein umfassendes Thatsachenmaierial. welches Herr Dr. Paul Nathan in den wichtigsten Grenzorten in Ostpreußen persönlich gesammelt hatte, konnte die Sachlage bis ins Detail geklart werden. Dank dem freundlichen und sachlichen Entgegenkommen des Herrn Generaldirektors Ballin, welcher voriibergehend von der Presse für die sattsam be-, kannten Zustände an der Grenze, persönlich verant-' wörtlich gemacht wurde, sind nun die Mißstände als beseitigt zu betrachten. Das Uebereinkommen zwischen dem Hilfsverein der Deutschen Juden und den deutschen Schiffsahrtsgesellschaften ist im Interesse unserer ouswandernden Glaubensgenossen als ein außerordentlich günstiges zu bezeichnen. Dieser Erfolg, der fast ausschließlich den persönlichen Besprechungen zwischen dem Präsidium des Hilfsvereins und der Generaldirektion der Schifffahrtsgesellschaften zu verdanken ist. ist durch die Tagespresse bereits bekannt geworden. Wir möchten nur noch hinzufügen, daß der Hilfsverein der Deutschen Juden mit der von ihm vorgeschlayenen Organisation der jüdischen Auswanderung aus Osteuropa bereits begonnen hat. Es haben sich zunächst in Ostpreußen an den wichtigsten Grenzubergänqen wie Evdtkubnen, Insterburg. Tilfit, Prostken. Memel Lokalkomitüs im Anschluß an den Hilfsverein der Deutschen Juden konstituirt. welche ihrerseits mit der Centrale in Königsberg, dem SchutzkomttS für durchreisende Juden, verbunden sind. Diese Lokalkomit,"s. welche vom Hilfsverein der Deutschen Juden subventionirt werden, haben ihre Thatigkeit mit Eiker und Geschick begonnen und in zahlreichen Fallen den bedrängten Glaubensgenossen Rechtsschutz und Unterstützung gewährt. Um die Auswanderer vor gewissenlosen Unteragcnteu und Herbergsbesitzern zu schützen, hat es sich als nothwendig hrrausgestellt. in Tilfit eine eigene Herberge zu errichten. Es ist ferner in Aussicht

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