Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 86 (22.10.1904)
- Date
- 1904-10-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 8«. 45. Jahrgang. Eia Gentrak-Hrgau für das orthodoxe IudenLHum. Begründet von Dr. Drhmsnrr in Mainz Montag, de« 31. Cheschwan 5665. 22. Oktober 1964. ils Mim in $31i l?ine herzerhebende Feier fand am *t*> rer in der Synagoge der hiesigen Religionsgesellschaft my„ "jinr’ jtfltt. Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Carlebach, der, wie seiner Zeit berichtet wurde, einstimmig zum Nachfolger des hochverdienten und allgemein beliebten Herrn Rabbiners Dr. Plato gewählt worden war, wurde am Vorabend des genannten Schabbos in sein Amt eingeführt. Noch in den letzten Tagen war durch das Ableben des Memeler Rabbiners Fcinberg s. A. die Annahme des Amtes seitens des Herrn Dr. Carlevach fraglich geworden. Aber allen ihn noch so ehrenden Anträgen widerstand derselbe; ihm galt die Ehre mehr, der Nachfolger des hochverehrten, im Amte ergrauten Dr. Plato zu werden, und so löste er alle Verbindungen, die. wie er selbst sagte, ihm „lieb und theuer" waren. Eben darum gestaltete sich auch die Eiufijhruag in sein Amt zu einem Feste in unserer Gerneinde. Die Synagoge war mit Blumen, grünenden Pflanzen und Guirlanden festlich geschmückt; alle nee rrrtn hatten ihr schönstes Festkleid angelegt. Die Gemeindemitglieder waren vollzählig erschienen; nach Verrichtung des MinchaGebetes wurde Herr Rabb. Dr. Carlebach durch den Vorstand der Religionsgesellschaft von seiner Wohnung abgeholt und mit einem wohleinstudirten xan unseres Synagvgenchores empfangen. Dor ve betrat unser verehr!. Vorstand. Herr Z. Wallach. den Almemor zu einer kurzen Ansprache. Zn herzlichen Worten begrüßte er den Rabbiner im Namen der ganzen Gemeinde. Er freue sich, daß endlich unsere Gemeinde, die lange in der Wahl eines geistigen Dberhauptes geschwankt, einen Mann wie Dr. Carlebach gefunden habe, von dem alle mit Bestimmtheit hoffen, daß er das von Herrn Rabb. Dr. Plato fast vier Dezennien verwaltete Amt zum Segen der Gesammtheit fortführen werde. hjik *rro (Sei eesegnet bei Deinem Eintritt, werde uns zum Segen nro rmi, und halte das geistige Panier unserer Gemeinde hoch!) Aber der Vorstand könne auch nicht umhin, von geweihter Stätte aus dem bisherigen Rabb. Dr. Plato für seine werthvolle Arbeit, die er uns bis ins hohe Greisenalter geleistet hat und die uns zum Segen geworden, im Angesichte der ganzen Gemeinde auf's Herzlichste zu danken. Möge if)mn"uw dafür nero N2ve angedeihen lassen und ihm ein nana nev n;p c’-HPjn nxo -y schenken. Mit erhobener Stimme übergab dann Herr Wallach Herrn Rabbiner Dr. Carleback' die Institutionen unserer Gemeinde, auf daß er sie zum Segen verwalte und zu gedeihlicher Entwicklung bringe fex! Tief gerührt und mit bebender Stimme erwiderte Dr. Carlebach: vvz non rurtp vpr» 'b rsmy n 'h'h „Wenn Du. o Gott, mir nicht zur Seite stündest, dann läge meine Seele still, verzagt und tief gebeugt." Denn wahrlich, schweigen müsste seine Seele, wenn er bedenke, wie mannigfach die Pflichten, die der heutige Tag ihm auferlcge, wie groß die Verantwortlichkeit, die er in dieser Stunde übernehme. Möge ihm Gott die Kraft geben, stets in seinen Wegen zu wandeln, auf daß die Furcht vor Menschen nicht die Gottesfurcht aus seinem Herzen banne, njrvt i-zvb wrx vb.inn rrx trpuxn, er wird ihm sicher eine Stühe sein in dieser Gemeinde, die so hohe Ziele und Ideale verfolgt, an deren Spitze ein weiser, ein Fürst und Großer, der Besten und Edelsten einer, gestanden hat. und die mm sein Wirkungskreis werden soll, für die Festigung der drei Grundpfeiler jedes jüdischen Gemeinwesens «73 ,nrep Sorge zu tragen, auf daß unsere /hp* ot* eine „Mutter- und Mustergemeinde" werde in Israel! 5».