Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 85 (27.10.1904)
- Date
- 1904-10-27
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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1809 erdenklichen Mangel zu schauen, rc erc X3 npv . N ehnret doch etwas Wasser!" Lasset uns überhaupt eher bereit sein, unsere Ncbenmenschen aus dein L-er et: „sprudelnden Quell der Menschenliebe" rein zu waschen von etwaigen Mängeln, durch unsere Nachsicht und milde Beurtheilung — als durch Lieblosigkeit ihn zu beflecken. Sehet, auch von Abraham heitzt es im Talmud: mx rc-; b ncns „Der Eine schien ihm ein heidnischer Götzendiener zu sein, der den Staub an den Füßen anbetet." — Doch deshalb, so sehr er auch jede Spur des Heidenthmns von seiner geweihten Hütte ferne halten will, soll er nicht unerquickt von seiner Seite gehen. Er reicht ihnen Wasser, sich rein zu waschen von dem sündigen Staube. Und Gott der Herr findet Wohlgefallen an dieser milden Veurtheilung und spricht: :sm rrnx nnx „Du gibst, anstatt nach Menschenart, Koth zu werfen auf den Sünder, ihnen das Mittel, sich rein zu waschen und so der Nähe des Reinen würdig zu werden — wn "»tu6 «n „So soll's deinen Kindern von Mir geschehen!" Drum m. Br. u. Sch.! Wenn der Fremde, oder der Arme auch die Probe vor unserem zweifelsüchtigen, prüfenden Blicke nicht allshält; wenn er Euch zu tief steht, als daß er Euerer Gastfreundschaft würdig sei — lasset ihn rein waschen, an dem reinen Born Eurer Menschenliebe. Erhebet ihn zu Euch auf den Schwingen reiner Bruderliebe. Denket, wie oft wären auch wir Alle der göttlichen Güte, die uns so gastlich vereint an dem reichgedeckten Tische Seiner Gaben, unwürdig durch unsere Mängel, wenn's die unendliche Gnade nicht wäre, die uns rein waschen laßt in dem Quell Seiner unendlichen Vaterhuld. So lasset auch uns nachsichtsvoll urtbeilcn, wenn wir unsere Liebesgaben austheilen. Laßt uns milde sein gegen A l l e. auf daß auch Gott an uns und unseren Kindern erfülle, was Er an Abraham verheißen und sich so wunderbar erfüllt bis auf den heutigen Tag. III. .Lnb erb *rccc \::n icx3B> 732b jrrc '3tw -pn enb nc nnpxi „Und dafür endlich, daß Du ihnen Brod vorsetzest. werde Ich Deinen Kindern das Manna, das himmlische Brod, regnen lassen." (ibid.) „Lege immerhin getrost das Brod der Milde auf die raschen Wogen des an dir vorübereilenden Zeitenstromes. es wird nicht untergchen, du findest es einst wieder!" — sagt der weise König Salomo. Prediger 11.1. In veränderter Gestalt vielleicht, doch immerhin verherrlicht durch den Qpferduft reiner Dankbarkeit, wird der schnelle Zeitenstrom dir, früher oder später die ihm anvertrauten Liebesgaben wiederbringen. Findest d u sie nicht, nun so werden sie deine Kinder finden. Ach! es st so wohlthuend für Diejenigen, die ihre gel. Kinder aus ihren weichen, warmen Elternarmen reißen, und sie in die frostigen Arme der Fremde legen müssen, sich sagen zu können: Ich habe die Welt als Schuldnerin in meinem Buche stehen. Ich war nickt karg mit den Gaben der Menschenliebe. Mein Haus und mein Tisch waren den Fremden zugänglich. Ich habe mein Brod auf die Wogen des Zeitenstromes gelegt — mögen meine Kinder es finden. — Aber die Menschen sind undankbar. Selten zahlt die Mitwelt uns mit derselben Münze, mit der wir ihr geborgt. Bitter sind oft die getäuschten Erwartungen für die, die auf den Dank der Mitwelt rechnen. Aber Eines tröstet uns: nxw '.1 „Gott steht die Flammen der Liebe, die wir am Altäre der Pflicht angeflammt haben. Ferner ist's für uns trostverheißend, nvLri pxa rex „daß die Wahrheit aus der Erde selbst hervorwächst;" daß das Saatkorn des - Guten Felsen sprengt, um zur Frucht zu reifen. Die Gerechtigkeit kann nicht unterdrückt werden, wenn auch der Gerechte leidet. Was die Mitwelt nicht anerkennt, würdigt um so dankbarer eine einsichtigere Nachwelt; denn die Wahrheit ist eine Alles bezwingende Gewalt. Bor dem Lichte zerstiebt die F i n st e r n i ß; vor der Sonne der W a h r h e it, die That der fin ssern Lüge und Gehässigkeit. Künstliche, oder künstlich hervorgerufene düstere Strömungen, um das wahre und echte Verdienst zu verdrängen, versorgen Diejenigen, welche im Trüben niedrige Vortheile, selbstsüchtige Zwecke zu erringen gehofft haben. Das Gute aber hält sich in der Hochflutch des Lebens, im Wellengänge des Geschickes; Du übst es mit Verzicht auf Lohn, Anerkennung und Erfolg. Lohn. Anerkennung und Erfolg krönen dich aber — weil du grade das Gute um des Guten s e l b st willen geübt hattest. Es kommen Tage, und du findest wieder, was du redlich gespendet hast. Wie du g e s ä e t hast, so wirst du auch ernten. Blicket hin auf Abraham, euren Ahnherrn. Er that das Gute aus innerem, edlen Herzensdrange. Als er erfuhr, daß sein Brudersohn Lot in Gefangenschaft gerathen war, rüstete er seine Getreuen sofort zum Befreiungswerke. Nicht einmal den kommenden Morgen konte er abwarten. Nein, rhb ünby pbnn „Er theilte mit ihnen die Finsterniß der Nacht," er theilte ihnen die Nacht des Unglücklichen, Gefangenen mit und eilte, um den in der Nacht der Gefangenschaft Schmachtenden so bald als möglich der Sonne der Freiheit zuzuführen. Und als der König ihm den Vorschlag machte: -p np enrm vun H sn «Laß mir den Lot, doch fein Vermögen behalte d i r," da wies Abraham dies wahrhaft un - königliche Anerbieten mit edler Entrüstung zurück und sprach: rt b* n» wta „Ich schwöre Dir bei Gott, daß ick weder Faden, noch Schuhriemen mag. von dem, was mir nicht gehört!" Abraham war uneigennützig und selbstlos, und übte das