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Der Israelit · 1904-10-27 · Heft 85 (27.10.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 85 (27.10.1904)
Date
1904-10-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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18C0 tirbar. weil sie entschieden ist und sie zum Gegenstand einer Untersuchung zu machen überflüssig, ungereimt, ja verboten iss. Es ist eben keinen Glauben an die Offenbarung, der das Rückgrat unseres religiösen Bewusstseins bildet, der Boden. *anf welchem jüdische Religion. jüdisches Gemeinwesen sich gründen, ist kein von menschlicher Einbildungskraft erdichteter, ist keine Ausgeburt menschlichen Geistes. Die Grundlage unserer jüdischen Existenzbedingung ist eine historische 5 h a 1 fa ch c. die 600,000 Mann erlebt, geschaut und ihren .Bindern, diese wieder ihren Kindern, und so bis auf uns berab überliefert und eingeschärft haben. (Itkarim 1. 19.) Wir glauben nicht, dass die Offenbarung vor si'h ging; nein, und hier liegt der schneidende Puntt. wir wissen es; weil wir es von unseren Vätern, diese non unseren Vorfahren, diese wieder von unseren Urahnen, di? beim Berge Sinai standen und das gewaltige Ereignis; sahen, überkommen haben. Daher der tretende Ausspruch in P sp s'rvpp: r6rp t*w3 siran rrvji m p jv “abcn br ttw -V» cr> *j;r ■'jr'n -j*jr^> orj-nm -cx;r 'ja *no mnr TpS* tu Wer seinen Enkel das Gesetz lehrt, den betrachtet die Schrift, als hatte er es vom Berge Sinai empfangen, denn es heisst: mache sse. die Vorschriften, deinen Kindern und deinen Kindeskindern bekannt, und unmittelbar darauf heisst es: den Tag, wo du vor Gott, deinem Gotte, beim rvn standest. Schon xrne in x'3 r^r lässt durchbacken, daß das Subjekt zu n^r-p der lehrende Vater sowohl wie der lernende Sohn sein sann. Es dürfte demnach angenommen werden, dass *6 p rcrr -i dem Autor des Ausspruches, obiger Gedanke vorgeschwebt habe. (S. Hirsches Pentateuch 4. 9.) Und darin, dass die Manifestation der Thora an das jüdische Volk zur unumstösslichen Gewissheit gestempelt und den späteren Geschlechtern als solche überliefert werden musste, erblickt R. Josef Albo den Grund für die sonst auffassende Thatsache, dass der Urahne des jüdischen Volksstammes übergangen und die Thora erst seinen, nicht in jeder Hinsicht würdigen Nachkommen offenbart wurde. In seinem grundlegenden, religionsphilosophischen' Buche, genannt Ikkarim. fuhrt er aus: (Itkarim 1, 20): x px-b cm**« mcucc rrwn rare xb m -rryn •>: pcn “prt rca-Tr rrnx ir.'z r» rs rx rrs*r rpSib urex **n -irr z':zb r~xr tne nrrca rfcpn ’rtn ex *jx c*xm mrrr cnnrx rrrcr» zbz pc» wn p*E*cr icsm *r*! cv:sb vrrcn “rnr pxr* ne rw c^rppn B*ricr *;*ri nro mbs xn: mbi nxo Der Grund dafür, dass die Thora nicht in ihrer Totalität einem der Stammväter gegeben ward. ist. weil, wenn auch die Ueberlieserung von den Vätern auf die Kinder fortgepflanzt worden wäre, die Befürchtung nahe gelegen hätte, .daß die späteren Geschlechter. da die ursprünglichen Empfänger der Thora von unbedeutender Zahl waren, an einem Zweifel an der Thatsächlichteit der Offenbarung kränkeln würden, was bei einem Faktum, das von einer zahlreichen Menge sinnlich wahrgenommen und ihrer Nachkommenschaft tradiert wird, nickt so bald der Fall ist. Darum wurde die Thora durch Moscheh vor einer großen Oessentlichkeit gegeben. Es ist dies ein Gedanke, der zur Beantwortung einer Frage. die so oft ventilrrt wird, ganz genügend ist. Schon die srce wirft sie auf: Wesshalb war dec Schauplatz der Gesetzesoftenbarung eine herrenlose Wüste und nicht px das Land aller Länder, das Land unserer Sehnsucht? Meines Erachtens darum, damit Iedrm Gelegenheit gegeben werde, das bedeutsamste geschichtliche Ereigniß sinnlick wahrzunehmen. — eben im Interesse dieses Ereignisses. Das Volk war vollzählig versammelt, der Zutritt zu dem Boden, auf dem das Ereigniss sich vollzog, war Jeglichem frei (mpbz. St. -prn spcr cc*n), damit die Ueberlieserung des Erlebten von Vielen geschehe und desto glaubwürdiger sei. (Fortsetzung folgt.) Die Frage der Besetzung von RadbinalSstellen Ht Elsatz-Lothringe«.;.- A u s d e m E l s a ß . 24. Oft. In Psalzburg (Lothringen) ist die Nabbinatsstelle bereits seit 1. Juli vakant. Ueber die hohen Feiertage war dieses Rabbinat, zu de:n die bedeutende Gemeinde Saarburg gehört. vollständig verwaist, kein Mensch kümmerte sich darum, und auch heute denkt noch kein Mensch daran, dieses Rabbinat wieder zu besehen, weil es offenbar so der Wunsck und im Interesse des Oberrabbinats von Metz liegt. Aber wie kommt es, dass es so lange dauert, bis eine neue Ernennung erfolgt, zumal doch in Pfalzburg ein Lehrerseminar vorhanden ist. welchem alle israelitischen Seminaristen in Elsaß-Lothringen zur Ausbildung überwiesen werden, andererseits in Saarburg ein Gymnasium besteht, woran israelitischer Religionsunterricht vom Rabbiner aus Pfalzburg ertheilt werden soll? Run spricht man ab?r davon, den Sitz des Rabbinates von Pfalzburg nach Saarburg zu verlegen? Die Israeliten Pfalzburgs erheben mit Recht Einspruch gegen dieses Ansinnen seitens des lothringischen israelitischen Konsistoriums, und es wird daher die Entscheidung in dieser Frage noch sehr viel Staub aufwirbeln. Sollte je der Sitz des Rabbinates verlegt werden, so wusste dann die oberste Schulbehörde die israelitischen Kandidaten einem anderen Lehrerseminar überweisen, da ohne israelitischen Lehrer oder Rabbiner am Platze die israelitischen Schüler keinen genügenden

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