Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1904)
- Date
- 1904-12-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Lichtes und gemahnet uns, wie auch das Gotteslicht immer wachsen und wachsen wird und die Finsterniß immer mehr weichen macht, so daß ein strahlend schöner Tag anbricht, wo der Sonne und des Mondes Glanz eingezogen wird, weil dann Gott unsere Sonne und Seine Thora unser Mond sein wird, so daß anbricht jenes herrliche Zeitalter, von dem der Prophet spricht: "jrro xiav> Q'rbm *pxb 0*3 'obm „da wandeln Völler in deinem Lichte und Könige im Glanze deiner Strahlen." Dann kommt für Israel, wie einst für Joseph, die Erhöhung. Dann wird sich an ihm bewähren da§ Wort des Propheten: fix v'vrr *pex o^bo rn ’*.p iV2' xb ism Ti >3x nm “|b „dann werden Könige deine Wärter sein. Mit dem Angesichte zur Erde werden sie sich vor dir bücken; dann wirst du erkennen, daß Ich, der Ewige, es bin, der Ich nicht zu Schanden werden lasse alle, so auf mich hoffen." Amen. Repräsentanten-Versammlung. Berlin, 4. Dez. In ihrem Testamente vom 4. März 1896 hat die am 17. Juli verstorbene Frau Stadtrath Weigert der hiesigen jüdischen Gemeind: ein Legat von 5090 Ml. mit der Bestimmung ausgesetzt, daß aus den Zinsen alljährlich einige jüdische Mädchen in Ferienkolonien geschickt werden. Die Versammlung nimmt die Zuwendung an. — Die am 1. Juli d. I. verstorbene Frau Therese. H i r ch b e r g, geb. Jtzinger, hat in ihrem Testament einen Betrag von 900 Mk. vermacht, gegen Uebernahme der Verpflichtung, aus den Erträgen dieses Kapitals ihr Grab, sowie das ihres verstorbenen Ehemannes zu erhalten. Zur Erfüllung dieser Verpflichtungen ist eine Jahresleistung von 32 Mk. erforderlich, so daß das Kapital genügt. — Die am 15. Juni d. I. verstorbene Frau Pauline Caspary, geb. Treuherz, hat der Gemeinde einen Betrag von 100Ö Mk. zu dem Zwecke vermacht, daß an ihrem Sterbetage jährlich das Kaddischgebet verrichtet und die nöthigen Lichter angezündet werden. Ferner 500 Mk. zur Grabespflege. — Den Antrag der Versammlung vom 30. v. M., dem deutsch-israelitischen Gemeindebund zum Zwecke der Einrichtung von Kursen zur Vorbildung akademisch gebildeter Lehrkräfte. für den jüdischen Religionsunterricht an den höheren Lehranstalten einen Beitrag von 800 Mk. zu bewilligen, hat der Gemeindevorstand abgelehnt, dagegen beschlossen. den Gesammtbeitrag zum deutsch-israelit. Gemeindebund für die gegenwärtige Etatsperiode von 10,000 Mk. auf 10.500 Ml. jährlich zu erhöhen. — Zr/r Errichtung einer Spezialstiftung, ivelche den Namen „Julius und Clara Boehm-Stiftung" führen soll, hä? Frau Clara Boehm fürdie Alterverversorgungsanstalt in der Schönhauser Allee einen Betrag von 12.000 Ml. gespendet. Sie hat an diese Stiftung die Bestimmung geknüpft, daß alljährlich am 1. August in dem Betsaal der Anstalt, zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten, das Kaddischgebet verrichtet wird. — Es folgen die Rechnungsabschlüsse des zweiten Waisenhauses. — Zur Berathung der Frage, in welchem Theile des Synagogenbezirks das Bedürfniß nach Errichtung einer Synagoge am dringlichsten fühlbar ist, wird Herr Maurermeister Frenkel als Mitglied in die gemischte Deputation abgeordnet. — Die durch Gemeindebeschluß genehmigte Religionsschule in Wilmersdorf hat bisher nicht errichtet werden können, weil die Beschaffung eines geeigneten Lokals für die Schule unüberwindlichen Schwierigkeiten begegnet ist. Der Vorstand hat daher an die' Schuldeputation der Stadt Chalottenburg den Antrag gerichtet, der Gemeinde in der Joachimsthalstraße 32 Räumlichkeiten zur Ertheilung des Religionsunterrichts zu überlassen. Dort befindet sich die siebente Gemeindeschule. Da die Räume in der Joachimsthalstraße zur Zeit den Zwecken der Religionsschule des Religionsvereins Westen Kienen, so hat dieser Verein sich an den Vorstand mit der Bitte gewandt, seine Schule zu übernehmen, was auch am 1. April 1905 geschehen soll. Bei dieser Gelegenheit führte Herr Professor Geiger Dinge vor. von denen man kaum glauben konnte, daß sie in Berlin möglich seien. So hat der Direktor dieser Schule, Herr Rabbiner Dr. K r o n e r, für alle Mühen, die er gehabt. ein Jahresgehalt von d r e i z e h n Mark bezogen. Ehre dem idealen Manne, der diese Schule so lanoe geleitet! E. R.' DaS jüdische Krankenhaus. Hamburg. Das Krankenhaus der Deutsch- Israelitischen Gemeinde, welches Salomon Heine seiner Gattin Vettn Heine 1841 „zum Andenken"-erbaut, ist berühmt, und zwar nicht bloß durch das schöne Gedicht Heinrich Heines, sondern viel mehr noch durch seine großartigen Leistungen seit nun mehr als 60 Jahren. Jetzt ist der Bericht für die Jahre 1901,1902 und 1903, herausgegeben von der Verwaltung des Krankenbauses, erschienen. Es ist das sehr vernünftig, daß man von dem bisherigen System jährlicher Berichterstattung übergebt zu Uebersichten über größere Z< - 7ioden. Das verdient Nachahmung. Niemals seit Errichtung des Krankenhauses hat eine so große Umgestaltung stattgefunden, wie in den letzten Jahren, wo der Neubau zweier massiver Krankenpavillons erfolgte. Diese beiden Pavillons sind auf dem großen freien Platz hinter dem Hauptgebäude errichtet, stehen vollständig frei und gewähren Licht und Lust überall ungehinderten Zutritt. Der aseptische Pavillon enthalt außer zahlreichen Oekonomieraumen einen großen Operationsfaal nebst Vorbereitungszimmer, zwei gryße Krankensäle. fünf Privatkrankenzimmer, drei Badezimmer, einen Personenauszug und Tageräume für Patienten aller Klaffen. Der kleinere Jsolirpavillon