Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1904)
- Date
- 1904-12-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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\ Iverdkt sehen, eure Pracht und Herrlichkeit wird verbleichen vor der Herrlichkeit, die wir geschaffen, rar, ™bxb pnrjem ’eyrcbx tcw ihr werdet Zeugen sein, wie eure Geistesernte wie ein Nichts erscheinen wird vor der unseren, wie sie gleichsam vor ihr in den Staub sinken und vor ihr sich bücken wird. Wie aber die Völker Israels also stolz und selbstbewußt seinen Zukunftstraum erzählen hörten, da ergrimmten sie nur noch mehr und fuhren es zornig an: 722 bvcn brvc 2» vbp 02 „ denkst du etwa über uns zu regieren, oder denkst du dir die Herrschaft über uns anzumaßen?" nix X2P ~vs vsivn „ und sie fuhren fort, es nur noch desto glühender zu hassen." Ihr wisset es, wie es nun Joseph erging. Dy ihn die Brüder einst fern von ihres Vaters Hause auf sich einherkommen sahen, da faßten sie den frevelhaften Entschluß, ihn zu tödten. Doch Rüben, der ihn gern retten wollte, überredete sie, seines Lebens doch zu schonen und, auf den Vorschlag Juda's, ihn lieber als Sklaven zu verkaufen. Aber theilte nicht auch Israel dieses Schicksal? Sehet, gegen kein Volk hat man solche Unmenschlichkeit geübt, wie gegen unseres. Wie viele Nationen auch von ehrgeizigen, gewissenlosen Eroberern unterjocht wurden, denen Menschenleben nichts dünkte, wenn es galt, ihren Kriegsruhm zu mehren, sobald ein Volk unterworfen war, da begüngte sich der Sieger, ihm einen vielleicht hohen Tribut aufzuerlegen. Aber er ließ es auf seinem Grund und Boden, er tastete sein Gesetz, seine Sitte, seine Götter nicht an. Ganz anders lautete der Kriegsruf, wenn es galt, Israel zu unterdrücken. Da hieß es: nrrai 12b „Auf, lasset es uns tödten," nc 1x121 dann wollen wir doch schon sehen, was aus seinen ^uiunftsträumen wird." Ja, nsii iw 2111221 xsb t* bsrvr cp *cr „auf. lasset sie uns vernichten, daß sie keine Nation mehr seien und daß nicht fürder gedacht werde des Namens Israel." Aber man besann sich und sprach gleich Juda: 2122 '2 nz ne „welchen Gewinn hätten wir denn, wenn wir es erschlügen. wenn wir dieses Volk durch Feuer und Schwert ausrotteten? Es hat geträumt von Reichthum und Herrschaft, darum: 1212021 12b auf. lasset es uns verkaufen, daß es zu einem Volke der Sklaven erzogen werde. Wir wollen in Erfüllung bringen, was der Gott Israels Seinem Volke angedroht: 122 umm 771222 nr 1PK2 ^^K1P» IP2 «t 2221 „Ich will schütteln das Haus Israels durch alle Völker, wie in einem Sieb geschüttelt wird." Ja, wir wollen es versprengen durch alle Völler und durch alle Länder, dann wird es twn seinem unbändigen Hochmuthe ablassen." Aber die Thoren! Sie glaubten, Israel damit d«r Garaus zu machen und hatten doch damit nur den Heilsplan Gottes mit diesem Volke auf das wirksamste gefordert. Den» unter allen Völkern konnte es nun umso wirksamer seine welterlösende Lehre verbreiten. seine Sendung auf Erden erfüllen. Und dann, wohin Israel kam, da fand es zunächst Gunst in den Augen seiner Herren. Es wurde bei seinem Herrn, wie Josevh bei Potiphar, ein Aufseher über sein Haus, und oft genug lagen in den Händen der Juden die Schicksale ganzer Reiche, sie wurden, wie unsere Weisen sagen, ci'2iixsi cjhx, sie wurden Herren ihrer Herren." freilich, es kamen dann auch grausige Zeiten, wo Israel wie Joseph, um Verbrechen, die es nie.begangen. in die finstersten Kerker geworfen ward. Aber wenn es auch undenkliche Zeit in denselben schmachten mußte. so kam doch der Tag, wo die Thore des Kerkers sich öffneten und Israel in die Freiheit zog. Nur soweit hat sich bis jetzt das Geschick Josephs an Israel erfüllt. Aber Israel ist noch nicht der König geworden, vor dem man 712* „beuget das Knie" rufet. Ja, gegenwärtig könnte man noch im Zweifel sein, ob Israel noch in der Gefangenschaft oder wirklich schon in der goldenen Freiheit ist. Aber unvsi pin iv - „noch gibt es eine Weissagung für die Zukunft." Trotz aller Demüthigung, die man uns immer noch anthun möchte, lassen sich doch schon gegen einst ungleich mehr und gar gewichtige Stimmen vernehmen, die das unernreßliche Verdienst Israels um die Menschheit vollauf zu rühmen wissen. Immer mehr sucht sich die Erkenntniß durchzuringen, daß Israel es war, pinn cp ^^2^ i'2Pv.i „das den Hungernden der ganzen Erde kräftiges Geistesbrod gereicht" und also die Menschheit erhalten hat. Immer mehr sieht man ein, daß die Völker verkommen wären, wenn ihnen nicht durch Israel die Gesetze aller Sittlichkeit und Tugend wären geoffenbart worden, wenn ihren blöden Geist nicht erhellt hätte der israelitische Glaube von einem einzigen, allheiligen ' Gott, der nur an denen Wohlgefallen hat , die Ihm' nacheifern in Heiligkeit. Aber was jetzt nur einzelne Geisteshelle erkennen, das wird dereinst der Allmenschbeit zu umso hellerem Bewußtsein aufgehen, je mehr sie sich zur vollen Lehre Israels' bekennen wird: ■ Dä^ wird es am Ende der Zeiten geschehen, daß alle Bölkev' beschämt und erschreckt vor Israel stehen, weil sie,' des Flehens des Brudervolkes nicht achtend, es verrathen und verkauft haben. Aber Israel wird ihnen keinen Groll nachtragen. Israel wird wie Joseph zu seinen Brüdern sprechen: cni2v '2 C2'2T72 irr *>ki icwn sin v2'2vsi epsirr '2nsip niosi '2 12.1 'rin „betrübet euch doch nicht darum und wöget ihr darüber nicht unmuthig sein, daß ihr mich hierher verkauft. Nur zu eurer Lebenserhaltung, nur um euch des wahren Lebens vor Gott theilhaftig werden zu lassen, hat mich Gott vor euch hergeschickt." i2vsi nepn orpbx njn 'sip crcpn am „habet ihr auch Böses wider mich ersonnen, so hat doch ' Gott es zum Guten gedacht." Die Hoffnung, daß dieser Tag einst erscheinet wird, lehret auch unsere Menora schel Chanuka. Bon' Nacht zu Nacht erstrahlt sie in größerer Fülle bell "