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Der Israelit · 1904-12-08 · Heft 97 (8.12.1904) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 97 (8.12.1904)
Date
1904-12-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2092? Afters; das war Ja der jüngste, Benjamin, in noch höherem Maße. Doch Joseph war. seinem Vater ein wahrer Sohn, er war im eine Stütze, eine Freude, der Sonnenschein seines Alters. Und wodurch war er das dem greisen Patriarchen geworden? Weil die. heilige Erblehre des Abraham und Isaak bei keinem von Jakobs Kindern auf so fruchtbaren Boden gefallen war wir bei Joseph, v'ev iwna ib rwjn „und darum machte et ihm eiben bunten Rock/ oder wie einer unserer weifen Lehrer sagt, er machte ihm nxna „er machte ihm", der die größte Empfänglichkeit für die Hoheit dek abrahamitischen Gotteslehre bewies, und der darum als der Hauptträger derselben anzusehen war, „priesterliche Gewänder". Als die Brüder aber sahen, wie Joseph von ihrem Vater ausgezeichnet ward, da zog tiefer Haß in ihr Herz gegen ihn ein. Und dieser Haß fand noch mehr Nahrung, da Joseph ihnen von seinen bedeutungsvollen Träumen erzählte. . Ging es aber nicht ebenso dem ganzen Hause Israels? Auch Jsratl ward von seinem Vater geliebt, und das war sein Vater im Himmel, und ward vor seinen Menschenbrüdern ausgezeichnet und erwählt. Und warum gerade Israel, die kleinste und unscheinbarste unter den Nationen? Weil Israel allein, wie - Joseph, sich würdig gemacht hatte, den Gottesgedanken durch die Zeiten und Räume zu tragen. Weil Israel, das als ein winziges Geschlecht von nur 70 Seelen nach Mizraim eingewandert war. dennoch in den Millionen von Egvptern nicht aufgegangen war, weil Israel trotz aller Verführung eines sinnbethörenden Götzendienstes, weil Israel trotz jahrhundertelanger Knechtschaft und aller erdenklicher Kötperqual und Seelenpein Israel geblieben war, Israel mit der heiligen Sprache seiner Väter, Israel mit seiden hebräischen Namen, Israel mit seiner ursprünglichen Tracht, Israel ganz mit seiner erhabenen Lehre. Ein Volk, das mit solcher unbeugsamen Kraft und mit solchem ungebeugten Muthe an seiner Eigenart festgehalten hatte, das allein konnte sich eignen, zum Herold der Gotteslehre, und darum hat der Ewige dieses Volk geliebt und es erwählt und erkoren und mit heiligen Gewändern angethan und es zum Priester der Menschheit bestellt. Wie aber die Nationen sahen, wie dieses Völklein sich als Priester der Menschheit fühlte und sich, wie sie vermeinten, damit überhob, da entbrannten sie in loderndem Hasse gegen dasselbe. Und dieser Haß ward noch geschürt, wie sie vernahmen, welch' hochfliegenden Träumen dieses Volk sich hingab. Denn, wie Joseph, so träumte auch dieses Volk von einer gar herrlichen Zukunft. Sehet, sprach es zu seinen Brüdern: Wir heimsten alle unsere Garben ein, ihr und wir. Doch die unsere war soviel vornehmer als die eure. Denn worin bestand denn der Ertrag, die Ernte eures Erdenwirkens? Ihr Assyrier und ihr Römer, was habt ihr ewig Bleibendes gestiftet auf Erden?. Alles vor euch hinwerfend, alles zertretend und zermalmend zöget ihr vor euch her. Und man kann auch auf euch das Prophetenwort anwenden: „Bor ihm her frißt das Feuer, hinter ihm drein senget >ie Flamme. Wie Edens Garten lag das Land vor ihm, hinter ihm aber liegt es als eine wüste Trift und vor ihm gab es kein Entrinnen." Und um welches Zweckes willen habt ihr Ströme Blutes fließen lassen? Um ein Reich der Gerechtigkeit auf den Trümmern der Gewaltihat und des Unrechts zu errichten? Oder um das Völkergewirr, das ihr in euren Weltreichen vereinigt, mit einem festen Bande der Liebe zu umschlingen? Von all dem nichts. Ihr Assyrier, ihr fandet eben daran eure Freude, euren Fuß auf den Nacken des Besiegten zu setzen, ihr empfandet eine Wollust im Unterdrücken. Und ihr Römer, ihr feindetet alle Welt an. nur um ihre Reichthümer zu verschlingen, um eure ungezügelte Habsucht zu sättigen.' Und ihr Aegypter und ihr Griechen, ihr zöget zwar seltener als jene das Schwert, ihr fandet mehr an den Künsten des Friedens euer Wohlgefallen.' Aber wozu dienten euch alle Kunst und Wissenschaft? Etwa um zu einem Leben der Tugend und Herzensreinheit zu gelangen? O. ihr wäret noch mehr denn eure Brudervölker dem niedersten Sinnendienste ergeben. Nein, jene Künste waren euch nur gut genug dazu, euch Wohlleben und unreine Erdenfreuden zu bereiten oder ihnen als Würze zu dienen, . oder um die Eitelkeit und Prunksucht eurer Großen und Fürsten zu befriedigen. Sehet, wie ganz anders wir sind. Wir haben den Bogen nicht gespannt und das Schwert nicht von der Seite gerissen, es sei denn, um den Feind abzuwehren, um uns und damit die heil. Güter der Menschheit zu schützen. Aber wir gehen.hamü um. das Reich der Finsterniß zu stürzen und ein Reich des Lichtes darauf zu gründen, wir gehen damit um, die Herrschaft des Uebermuths und der Gewaltthat und Selbstsucht zu unterwühlen und dafür Gerechtigkeit und Liebe an ihre Stelle zu setzen. Wir gehen damit um, die Götzen, die Aberglauben und Trug sich geschaffen, von ihren Thronen zu stürzen, sie, die ihr schamloser handeln lasset als die Menschen, und wir wollen, daß nur Einem Preis und Dank gezollt werde, und das ist der Einige Gott des Himmels und der Erde, llnd wir gehen damit um, das Laster und die Sünde von der Erde zu vertilgen, auf daß Tugend und Herzensreinheit und Heiligkeit und Weihe des Lebens auf dem ganzen Erdenrund Platz greifen. Solches Erdenwirken aber könnet ihr euch nicht, können und dürfen nur wir uns rühmen, denn: bbnw b» *-» no* na iw bbw btt wiran btr voana can rwa „denn nicht darf sich rühmen der Kluge seiner Klugheit und nicht darf sich rühmen der Held seiner Stärke, und nicht darf sich rühmen der Reiche seines Reichthums." rm b-em bbnnvn *>Vw nxn ex <a 'rx „nur dessen darf sich rühmen, der sich rühmen will, daß er mich erkannt und erforscht hat." Und ihr

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