Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-10-20 · Heft 83 (20.10.1904) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 83 (20.10.1904)
Date
1904-10-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2450060--61603-2524502
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1750 goge in Weißensee. in welcher auch am Sabbat Gottes drenft stattfindet, werden 300 Mk. gewahrt. — Alle- Andere wird in die geheime Sitzung verlegt. E. R. Vergrößerung M Friedhofs VerDeutfch-ISrael. Gemeinde tu Hamburg. Der Vorstand der Deutsch-Israelit. Gemeinde in Hamburg hat beim Senat die Vergrößerung der israel. Abtheilung am allgemeinen Friedhöfe zu Ohlsdorf beontragt, worauf unter Vorbehalt bürgerschaftlicher Genehmigung ein Supvlementarvertrag zu demjenigen vom Juni 1882 vereinbart worden ist, wodurch das ursprüngliche Terrain von ca. 6 auf 10*4 Hect. vergrößert wird. Bei diesem Vertrage ist, abgesehen von dem Mangel des -cp zunächst bemerkenslverth, daß, wie bei dem vom Jahre 1882 die Gemeinde trotzdem sie das Terrain zum Einstandspreise mit Mt. 6000 und 10,000 per Hect. dem Staate baar bezahlt und sowohl die Einfriedigung, wie auch Entwäfferungs-- Arbeiten und Anlagen auf eigene kosten beschaffen muß, dennoch lein Eigenthum srecht an dem bezahlten Areal erwirbt, vielmehr noch alle dringlichen Einnahmen, wie Grabgelder und die sehr hohen tarifmäßigen Zahlungen für sogenannte Gitiergräber - nach bisheriger Statistik etwa Mk. riftfjO pro Jahr dem Staate zufallen, weil wie im Vertrage zum Ausdruck gelangt, der israel. Friedhof als ein zum allgemeinen Staatsfriedhof gehöriger Theil gilt und jene Summe nur als eine Ablösung für die einmalige Belegung der Grabstellen gilt, während die Vewirthschaftung des allgemeinen (nicht jüdischen) Theils eine etwa 15-jährige Grabesruhe vorgesehen. Der Gemeinde wurde jedoch zugestanden, ljeißt es weiter wörtlich im Vertrage:, „daß ihr der Friedhof nur im Falle dringender Nothwendigleit und auch dann nur durch Beschluß der Gesetzgebung wieder genommen werden sollet Daß die Bürgerschaft diesen für den Staat recht vortheilhaften Vertrag annehmen wird, steht außer Zweifel; bekommt doch der Staat für ein der Gemeinde zu Friedhosszwecken geliehenes Land volle Bezahlung — jedenfalls soviel wie er selbst unlängst gezahlt, bezieht die Revenuen daraus und kann es zurückfordern — wie es scheint ohne Gegenleistungen wenn er — der Staat also hier die Parier — es nothwendig gebraucht. Die Nothwendigleit ist der Konstruktion und Beurtheilung des Staates anheimgestellt. Daß die Gemeinde dem Staate eine bedeutende Last dadurch abnimmt, daß ste für die Beerdigung der Leichen armer Israeliten ohne Bezahlung genau so sorgt, wie für die wohlhabenden und für erstere sogar daS Grabgeld von je 10 Mk. zu Gunsten de? Staates drauflegen muß, findet auch in dem neuen Vertrage keine Berückstchtigung. Kein Wunder, dich das Beer diounasrrsp. Degrabnißwesen in der hiesigen Gemeinde einen bedeutenden Zuschuß aus der Gemeindekane. incl. Zinsen ca. 20,000 Mk. pro Jahr erfordert, während es überall, namentlich in größeren Gemeinden, tinen erheblichen Einnahmeposten bildet. # Die Fehler, die man in dieser Beziehung im Jahre* 1882 in der Hi Ne des Gefechts gemacht und die man längst als solch« erkannt, brauche man doch nicht zu wiederholen. Inzwischen war edoch einer Anzahl Gemeindemitglieder gelungen, einen ganz anderen Vertrag — wie ihn die Gemeinde s. Z. selbst, leider vergebens, angestrebt. auf benachbartem Gebiet zu schließen. An der Hand dieses hätte die Gemeinde ohne Zweifel wesentlich oortbeilbaftere Bedingungen erreicht. Ein eigener Friedhof mit eigener Verwaltung und Bewirt^ schaftung würde für die Gemeindefinanzen und Effekten, gering veranschlagt. 30.000 M. pro Jabr ausmachen, damit könnte ste manches Gute und Erstrebenswerthe leisten. H. B. Erleichterung DeS GrenzverkehrS für vir jüv. AnSwanVerer aus Rußland. Wie das „Memeler Tageblatt" meldet. haben sich in Memel, Insterburg. Tilsit, Eydtkuhnen und Protzten Ortsausschüffe gebildet, mit einer Zentrale in Königsberg. (Vorsitzender Bankdirektor M a r r.) Der 'Vorsitzende des Hilfsvereins der deutschen Juden, Dr. Paul R a t h a n . weilte Dienstag voriger Woche diescrhalb in Königsberg. Dem Staate sollen alle Garantien geboten werden, um ihn vor Einschleppung von Krankheiten zu schützen, sowie um Staat und Kommune vor Belastung durch unterstützungsbedürftige Auswanderer zu bewahren. Persisch« Zustände. Ein gewisser Khodadad Baghtch aus Zaignoun (einem 30 Kilometer von Schiraz liegenden Dorfepflegte jedes Jahr einige Monate in Zamedjoirn. 40 Kilometer von Zaigoun. zu verweilen, wo er sich als Spezereihändler ein bischen Geld sammelte, um nachher die Feiertage in seiner Familie verbringen zu können. ®.or c*lüQ!"ben Monaten verfügte er sich, wie gewöhnlich. nach Kamedjoün. um das Gekd für seine Waaren zu erheben. Als Bezahlung erhielt er eine Tracht Prügel und wurde grausam gequält, bis er sich zum Islam bekehrte. Sobald sie davon erfnbren, eilten der Onkel und der Bruder des Unglücklichen herbei, um ihn noch womöglich zu retten. Ohne sich zurecht finden zu können, fielen die Dauern über sie her und schlugen sie mit ihren Aexten, während sie die Kinder mit Steinen.bewarfen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.