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Der Israelit · 1904-10-17 · Heft 82 (17.10.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 82 (17.10.1904)
Date
1904-10-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1740 eine Methode, die eingelernt und eingeiibt wird, sondern eine Lehre, die man tief empfinden mutz. Die Empfindung aber führt eine leise, wenn auch mächtige Sprache. Der Spruch, den ich dir nenne 121 vpfKv rnba wie das Psalmwort. das Du zitirtest: „xobvz t» nwj“ — sie rühren beide her vom heiligen Psalter der vor der Gottesgrötze erbebenden Seele. R. Samuel will ferner sagen: War Deine Frage etwa minder ^nannte" minder schüchtern und mit Bedacht an den rn:n bvz und nur an diesen gerichtet. Nun .ttoeiw lvz ncmSs rvmos ^2 nvoibn wir ich die Frage vernommen, so gebe ich die Antwort zurück. Hätten wir nicht die Freiheit, das nimmer in seinem wahrhaften Wesen zu erfassende Gotteswalten und Wollen in deutendes Wort und Bild zu fassen und in sanft ansprechender Form uns menschlich nahe zu bringen, hätten wir nicht die wn, so dürften wir es nicht wagen, fragen wir die von R. Simon aufgeworfene zu stellen und Antworten wie die von R. Samuel ertheilte zu geben. rwm rrdid'rr w'nvob «6. Die Derascha. wie sie sich im jüdischen Lehrhause neben der streng wissenschaftlichen Halacha eingebürgert und wie sich, vom Herzen kommend zu den Herzen dringend, entwickelt, baut ihre Brücken über, die tiefen Klüfte metaphysischer Fragen, aus deren Grund die Zweifel emporwachsen. Die Sonnenhöhen der Erkenntniß, zu denen der Adlerflug des forschenden Menschengeistes sich nicht emporwagen darf, erklimmt das menschliche Gemüth mit seiner Sehnsucht und Ahnung. Es führt eine Leiter mit tausend unsichtbaren Sprossen von der Erde zu diesen Sonnenhöhen. Diese Leiter, an der Engel Gottes: Furcht und Liebe, Trost. Hoffnung und Erinnerung auf und niedersteigen, ist eine Gab§ der nem. R. Samuel hat recht. Die menschliche Vernunft ist der Wider st rahl des Lichtes, in das der Allheilige sich hüllt wie in ein weißes Gewand, und was von diesem weißen Gewände zu - rückgeworfen wird als erleuchtender Strahl auf die dunklen „Stellen" des Schriftthums und in die fragende, suchende Seele, ist der Reflex der menschlichenVernunft. R. Samuel hat recht: Alles Lernen, Forschen und finden ist ein Kreislauf von Empfangen und Geben heiligen Lichts, in dessen Fluthen sich die Welten mit ihren Räthseln spiegeln. Doch Mittelpunkt in diesem Kreislauf ist nicht der Mensch, sondern Gott. Darum hat R. Samuel dreimal recht, daß er seinen Bescheid in bescheiden demuthsvollem Tone rwrhz gegeben. Wie „Ritual»»,orve" gemacht werde«. Aus Hlinsko (Böhmen)" wird geschrieben: Am 26. September »vurde in dem Orte Kamenicek bei Hlinsko in Böhmen die Leiche eines circa 17-jährigen Mädchens mit durchschnittenem Halse aufgefunden. Auch das Gesicht »vies zahlreiche Schnittwunden auf und der Körper, der offenbar mehrere Schritte weit geschleift »vorden war, war fast blutleer. Zn der Toten wurde die im Orte ansässige Stephanie Pospischil agnoszirt und es gelange auch der energischen Thätigkeit der Gendarmerie, am selben Tage des Mörders in der Person des 22-jährigen Webers Anton Tlusty habhaft zu »verden. Dieser hatte das Mädchen Nachmittags vom Tanzboden fortgelockt und dasselbe in ein kleines Wäldchen, welches nur einige Schritte vom Dorfe entfernt ist. geführt, wo er das Verbrechen verübte. Charakteristisch ist folgender Umstand: Als die Leiche gefunden »vurde. befand sich auch der Mörder unter den Zuschauern und ivar bemüht, das Verbrechen mit dem Hinweise auf den Halsschnitt und das Fehlen des Blutes als „Ritualmord" darzustellen. ..Das kann kein Christ gethan haben", rief er aus. Der Mörder irurde dein Bezirksgerichte in Hlinsko eingeliefert. Dem Gecichtsadjunkten Dr. Pardus gelang es nach dreitägigem Verhöre, den Mörder zum Geständniß zu bringen. Der Zar in Südrutzla«-. Anläßlich der Truppeninspicirung in Slldrußland ist der Czar vielfach mit den Juden in Berührung gekoinmen und der von letzteren ihm bereitete herzliche Empfang dürste vielleicht günstige Folgen fürste haben. In Odessa. Tyraspol und Shmerinka in Südrußland, in Winniza, Pinsk Mosir. Lunninetz Laida und Wilna haben die jüdischen Gemeinden den Czaren mit Thorarollen empfangen und in ihren Begrüßungsansprachen ihre Bereitrvilligkeit ausgedrückt. alles für den Czaren und das Vaterland zu opfern. Da das Tschinownikthum überall die autonomen jüdischen Gemeinden vernichtet hat und in ganz Rußland niemand mehr da ist, der im Namen des russischen Judenthums sprechen könnte, so bestanden die Deputationen aus den Aeltesten der einzlnen Bethäuser sowie den Vorständen der non den Behörden genehmigten jüdischen Wohlthätigkeitsvereinen. In Odessa wurde der Czar auch von einer Deputation der jüdischen Kolonisten aus Cherson und Jekaterinoslaw begrüßt. Der Czar äußerte seine Freude, die Vertreter der jüdischen Bauern zu sehen und ließ die jüdischen Kolonisten grüßen. Ebenso freundlich wurde der Vorstand des Odessa» Vereins für Kolonisation Palästinas, bestehend aus den Herren Grünberg, Barbasch und Ettinger behandelt. die der Czar aufforderte, die jüdischen Kolonisten in Palästina von ihm zu grüßen. Die Vorstände der übrigen Vereine und Institutionen, welche von den das

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