Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 82 (17.10.1904)
- Date
- 1904-10-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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45. Jahrgang. eikage zu M 82 des „Zsraekit.* Werken aus Bibel und Talmud. Aphoristisch aneinander gereiht. Von Rabbiner I. Nobel—H alberstad t. XIX. — so *3 -nxn nx cpbx x*n — tx vp cp^K ^em* :”h -oi 'äto *c bxz& '2id bxv pisrn p pror?.Tnxn «**C3 prrc fmsx bvz nnxp jbp wcrr '»s rm m pram (rusS) nvbv2 rrspn nz rprrw -»So S’x :wn xSo Kipo y» 7ie"nb2 'b rrex ,ic» njn oSv.-i rpoo!wssw ,-jptiS2 H wc« wr (*rp o’Snn) noSpo tx rtm tMm ,npnS3 *jS mnjx -p hpt63 rroipcpp bps S*k cmpVn rc nai n’px'o runo,oS -pbx *6 npv» Da svrach Gott: es werde Licht!.. Und Gott sah das Licht, daß es gut sei.. (1. B. M. 1.) R. Simon. Sohn des Jehuzdak. fragte den R. Samuel, Sobn Nachmeni's, folgendermaßen sprechend: Da ich Deinen Ruf als Meister der Agada vernommen, so sage mir doch, woher das Licht geschaffen war? — Da sprach jener: wir sind darüber belehrt, daß der Allheilige, gelobt sei Er, stch in das Licht gehüllt, wie in ein t'weißess Gewand, und daß Er so den Glanz Seiner Herrlichkeit hinausstrahlen ließ von einem Ende der Welt bis zum anderen. — Dies sagte er ihm in leisem Flüstertöne. Hierauf R. Simon: Ein ausdrücklicher Psalmvers verkündet es ja: „Er hüllt stch in Licht, wie in ein Gewand" (Ps. 104), und Du thust mit Deiner Lehre so geheim und theilst ste mir nur flüsternd mit! Daru^r staune ich. O. sprach hierauf R. Samuel: In demselben Tone, in dem ick es vernommen, habe ich es Dir mitgetheilt, nämlich im Flüstertöne. Es ist eben ein (Geheimnis. und hätten wir nicht das Recht und die Pflicht, der Ausdeutung, die Derascha. so dürften wir LKrhauvt nicht darüber sprechen. (Bercsch. Rabba Kap. 3 und Jalkut.) Erklärung. Räthselhaft wie der Stoff, um den es sich handelt, erscheint uns diese Unterhaltung zwischen R. Simon und R. Samuel. R. Simon kennt den im Psalmvers enthaltenen Ausschluß und stellt dennoch an R. Samuel die verfängliche Frage, und gerade an R. Samuel, weil er ein Meister der agadischen Auslegekunst ist. R. Samuel hüllt den Sinn seiner Rede in das Gewand des Geheimnisses, wie der Allheilige sich in das Gewand des Lichtes hüllt. Wieso kommt nun Licht in die so schüchtern aufgeworfene Schöpfungsfrage? und wieso wird dem Erstaunen des R. Simon der Grund entzogen xnanx „Woher *) Fortsetzung au» Nr. 78J& 78. ist das Licht geschaffen" und wie wird es gefördert? Die Frage ist an den man Syo an den Schrifterklärer und Ausleger gerichtet, der mit Hilfe hermeneutischer Mittel dunkle Stellen der an das Schriftwort gelehnten Aussprüche der Weisen bin '-»NO zu beleuchten und durch Erklärungsgründe, mxo wms das Gebiet der Gottesgebote aufzuhellen sucht. Nicht immer ist Licht zu schaffen, ja, nicht immer kann und darf Licht gefordert werden — *jS nod — mvni V22i Wo Gott das Licht der menschlichen Einsicht entzogen wissen will, da kann sein voller Strahl dem Menschen nicht zum Heile dienen. Von welchem Grundsätze ckuß nun der rrun drv ausgehen, um zu wissen, um es zu fühlen, wo er Licht suchen darf und wie er Licht finden kann — das ist die Frage. Darauf die Antwort: Gerade die dunklen Hüllen bergen lichtvolle Wahrheit, und damit der ForschungStrieb wach erhalten und gestärkt werde, dazu ward die Hülle um die höchsten Wahrheiten geschaffen. Der . helle Blitz zuckt eben aus der schwarzen Wolke. Dos Licht, das der Forscher, das der "wo auf seinen Gegenstand wirft, ist das Gewand, in welchem er ihn darstellt, zur Erscheinung bringt. Er vergesse aber nicht daß nur dasjenige auf den Namen tw Anspruch hat, was wirklich Lichtgcwand für.rapn sein kann n*2pn mzb höSpb tuo rpvnr das gibt dem *nx seinen Werth und seine Kraft. Man darf nie dreist in dünkelhafter Anmaßung den Zipfel des Lichtmantels ergreifen. Weißes Licht bildet den Mantel des Gottesgedankens. Die Mcnschenvernunft bestrahlt ihn mit ihrem Lichte, und da sondern sich die Farben, an welchen das menschliche Erkennen haftet und durch die die Einzelgestaltungen der großen Idee, dem Menschen begreifbar hervortreten. Nur an den rron dp2 war die Frage: rmä rmaj pra gerichtet, denn dieser muß über die Art, wi» er Licht schaffen wolle, mit sich im Klaren sein. Die Frage: woher? und wieso? im allgemeinen und ^das Urwesen des von Gott geschaffenen Lichts betreffend hätte R. Simon nichtgewagt. Die Urquelle .des Lichts wie die Urquelle alles Seins — das wußte ,auch R. Simon — bleibt ewig verborgen, denn nvv 'nodps -sti verhüllt bleibt der Schöpfer, wenn auch in Licht gehüllt, aber — verhüllt. R. Samuel antwortet: Die Lichthülle verhüllt Gott, den Schöpfer! Dies ist Norm für alles Suchen, Forschen und Deuten. Warum so leise und zaghaft rwrbz fragt R. Simon. Hierauf erwidert R. Samuel: Was ich Dir mitgetheilt ist nicht eine Schul« .regel, die von Kanzel und Katheder herab laut verkündet wird, sondern es ist der leise Seelenzug, der sich von Gotigetreuen auf Gottgelreue vererbt; eS $ nicht