Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 82 (17.10.1904)
- Date
- 1904-10-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449986-2450059--61590-2524488- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1738 „Mt miH Ihr Alles was ich weiß und nun kann ich wieder heim reisen/ fuhr Hirsch Pappenheim fnrt. „Mich braucht Ihr nicht mehr, dagegen kann ich in meinem Geschärt in Pretzburg nur schwer abkommen. Also haltet mich nicht aus. da Haschem meinen Weg gelingen lieb un> latzt mich heute noch, aber jedenfalls nwrgen früh ziehen/ Josef entschloß sich, den alten Freund zu begleiten und gleichzeitig die Reise nach Wien zu machen. Als Abends Hirsch Pappenheim sich niedergelegt hatte, ries Fried und Frau Josef zu sich und sagten ihm: „Du sprichst also auf der Rückreise bei Rabbi (rlimelecf) vor und was er Dir rathet. thust Du. Run haben wir Beide aber noch einen Herzenswunsch. Begleite Reb Hirsch nach Pretzburg und sich Dir seinen Sohn an. Wenn er Dir gefällt, so gib ihm Trine frühere Kallo und mache dort Alles fertig. Dann reise nach Betzprim und siebe Dir die Tochter von Tusmenitz an; wenn sie Dir ansteht, so begebre sie als Frau, damit wir auf diese Weise einen Theil der großen Dankesschuld tilgen, die wir diesen wackeren Männer schulden. Bist Du einverstanden?" ..Vollkommen, ich werde soweit cs an mir liegt, alles nach Euerem Wunsch erledigen/ erwiderte Josef. ..Einundzwanzig Jahre habe ich mich demnach erfolglos gesehnt, den Willen meiner Eltern erfüllen zu können, und jetzt, wo sich mir di; Gelegenheit dazu bietet, sollte ich ihn nicht erfüllen, möchte ich mit Rabbi Akiba sprechen? An anderen Tage reisten Hirsch Pappenheim und Josef fort und wollten zunächst Rabbi Elimelech aufsuchen, um seinen Rath zu erbitten. Das war unmöglich. denn sie hörten schon unterwegs, daß die Leuchte Israels verlöscht sei; er wurde drei Tage vorher begraben. Joseph besprach seine Sache mit einem tüchtigen Wiener Advokaten. Diesem konstatirte. daß er nach dem Wortlaut des Testaments der alleinige rechtsmätziae Erbe sei. Nichtsdestoweniger rieth er zu einem Vergleich. Josef verlangte das Schloßgut Thieny und 500.000 Gulden in baar. dafür trat er alle anderen Rechte an die übrigen Erben ab. die glücklich waren, diesen Nebenbuhler so billig abgefunden zu haben und nun sofort den Besitz der Erbschaft antreten konnte», ohne noch fünf Jahre darauf warten zu müsse». Josef heiratbete Rachel Tusmenitz und ließ sich auf Thieny nieder. Seine Schwester wurde die glückliche Gattin von Efrajim Pappenheim. Rabbi Sisi segnete den Ehebund beider, und meinte, es sei doch eine schöne Sache, wenn eine vereitelte Hochzett zwei so solide Heiratben zur Folge habe, wie die der beiden jungen Paare. Ende. Wochen-Kslenöer. Irettag. 21. Oktober. 12. Cheschwan. Sabbat'Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 5 Ubr 00 Mia. Samstag. 22. Oktober. 13. Ehclchwan. "f> f>. Sabbat-AuSgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 6 Uhr 10 Mn. — Berlin 5 Ubr 41 Min. — München 5 Uhr 53 Min. — Stuttgart 6 Ubr 00 Min. — Straßburg 6 Ubr 10 Min. — Dofea 5 Ubr 20 Min. — Stettin 5 Ubr 36 Min. — Breslau 5 Uhr 29 Min. — Nürnberg S Uhr 52 Min. — Wien 5 Uhr 37 Mn. — Paris 5 Ubr 35 Min. — Prag 5 Uhr 40 Min. Der „Israelit* erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehr! durch V. x. Steinar-er, Lripftg,Rotzplatz )S. — Inserate25Pfennigdie vtergespattrne Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclamcthcil 75 Pfennig. - Dirccte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 1b Kronen österr., für's Ausland 16 Mark, an dir Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellcsuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende ,ftfehte AnSgade deS JSraelit* vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe* längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr.SSSL abonuvcru Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JuferttouSbetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. _ Inhalt (Sauptblalt): Eine russische Autorität über den MiLrachi.— Israelitisches Lebrerinn-nhi-in, — Q.impf Schacht» verbot. — Rabbinatsfrage in Memel. — Das Hennettenstift. — Zeutral-Waisen und Mädchen heim Bad Ems. — Abschiedsfeier. — Orthodoxer und neolozer Ncllgionsimtcrricht. — Londoner Brief. — Forschungen in Palästina und Egypten. — Mittheiluogea au» de« iiidischcn Armenvereinen und für dieselben: Ascherslebcu. — Feuilleton: Eine vereitelte Hochzeit. (Schlud) Inhalt »er SeUag« Perlen au» Bibel und Talmud (Fortsetzung). — Wie »Ritual morde' gemacht werden. — Der Zar 1» Süd» rußland. — Sprechfaul: London. — Vermischte». Srlra-DeUasn»: Illustration.- Jom-Kippur im Spital. — Svenden-Derzeichnisse. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition de« „JSraelit*. Schpttvrntze Nr-1 Druck und Verlag der Job. Wirtdlchrn Hosduchdruckerei Actien-Sesellschast ta Hierzu drei Beilage»