Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-10-17 · Heft 82 (17.10.1904) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 82 (17.10.1904)
Date
1904-10-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2450059--61588-2524486
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1736 i Zugleich veröffentlicht die Gesellschaft einen Bericht über ihre Ausgrabungen in Abusir in Egypten, welche wiederum wichtige Resultate ergaben. Es ist gelungen, den Plan des Todtentempels und der Pyramide des Ne-woser-re vollständig aufzudecken. Es zeigt sich, daß der Thorbau während des hohen Wasserstandes, der das ganze Nilthal in einen großen See verwandelt, am Rande dieses Sees auf einer Art Quai stand, deffen Plattform man vom Wasser, aus auf der vorderen Rampe erreichte. Bei der Beisetzung des Königs, sowie bei den zahlreichen im Laufe jedes Jahres wiederkehrenden Todtenfesten fuhren die Leidragenden in Barken bis zum Portalbau, dort wurden die Opfergaben und Geräthe, die sie zum Todtenkult mitbrachten, von den Schiffen auf Schlitten geladen und den Aufweg. auf dessen Pflaster man noch heute die Schlittenspuren sehen kann, hinaufgezogen. Diese Szenen lassen sich ganz genau rekonstruiren, denn wir haben in genügender Anzahl Abbildungen des Transportes des Sarges und der Opfergaben auf Barken und auf Schlitten. Zum ersten Mal ist es bei diesen Ausgrabungen gelungen, wenigstens die halbe Seitenlänge der Grundfläche einer Pyramidein miturabireft zu messen, und zwar nach den alten Marken, die der Baumeister vor dem Bau, an Ort und Stelle, ausgezeichnet batte. Die Mittellinie der Ostseite und die Nordostecke ist eingeritzt vorgefunden worden, so daß ihre Distanz durch wiederholte Messungen mit verschiedenen Instrumenten auf 39,383 Meter sestgestellt werden konnte: die ganz» Pyramidenseite war also 78,766 Meter lang. Da nun mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen ist, daß di: Hauptmaße solcher Bauten sich durch egyptische Ellcnmaße in runden.Zahlen ausdrücken lassen, so dürfte dieses Maß — die egyptische Elle ist auf rund 52,6 Centimeter schon bestimmt — wohl 150 Ellen entsprechen. Das ergibt für die egyptische Elle 0,5251 Meter. Damit wäre also das alte egyptische Maß bis auf die vierte Dezimalstelle genau bestimmt. Wtttzeillinge« aus de» jüd. AmellverelM »ad für dieselbe». (Tiimwiliche jüd. Wanderbcttelvere'me und Kassen für Durchreisende sind gebeten. unS Mittheilungeu über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer Thatigkeit machen, znkommeu zu lassen.) Aschersleven. An der Unterzeichneten Kasse erschien ein Mann, dessen vorgeblicher Ausweis auf einen 59-jährigen israel. Seifensieder. Namens Martin Möller aus Altona lautete. Trotzdem er vergilbte Tefilin und auch einen alten Sidur vorzeigte, erhoben sich Zweifel an der Richtigkeit seiner Legitimation, und auf ergangene Anfrage theilte das Sekretariat der hochdeutschen Jsraeliten-Gemeinde zu Altona mit. daß es eine Person, wie die bezeichnete. in dieser Genleinde nicht gibt. Der Mann ist gewiß kein Jude, und seine Paviere sind nicht richtig. Die israel. Ünterstützungskassen werden ersucht, ihn abzuweisen und ihm die Ritualien, wenn möglich, abzunehmen. Er ist von hoher Statur, trägt einen am Kinn ausrasirten Bart und ist an einem Brandmal an der Schläfe deutlich erkennbar. I. N. der isr. Ilnterstützungskaffe zu Aschersleben. Feuilleton. vereitelte Mochzeit. von W. Mahner. [22 Um so versuchter war Josef am folgenden Morgen zu hören, was sich auf dem Schloßgut Thieny seit seiner Abwesenheit zugetragen, und wie es Hirsch Pappenyeim selber gehe. Dieser begann sofort nach dem Frühstück seinen Bericht: „Wenn ich Euch den Zweck meines Besuchs mittheilen will, so muß ich ganz von vorn beginnen. Als man Sie zu vermissen anfing war die Aufregung und Bestürzung groß auf dem Schlosse. Mich hatte man niemals im Verdacht, daß ich von Ihrer Flucht wußte, es hat auch außer dem Arendar niemand je erfahren, daß ich Jude bin. Ich blieb noch vier Monate nach Euerenr Verschwinden auf Thieny, dann fing ich mit dem von mir Ersparten und dem von Ihnen erhaltenen Gelde wieder ein Eisen- und Ledcrgeschäft an. Aber nicht in Veßprim, sondern in Preßbmg.- Ich fürchtete, es könne einmal nachträglich auf Schloß Thieny ruchbar werden, daß ich Jude bin und das könnte noch später für Sie und für mich schlimme Folgen haben. Der Graf und die Gräfin thaten mir in ihrem Schmerze Leid. Sie wußten, daß ich in den letzten Wochen bei den Vermessungen viel mit Ihnen zusammen war. Wo sie mich sahen, hielten sie' sich auf und baten mich, ihnen von ihrem Ignatius zu erzählen. Ich ließ mich also, wie gesagt, in Preßburg nieder und, Boruch Haschem. Ihr Geld hat mir Massol und Brocho gebracht. Nach zwei Jahren hatte mein Geschäft eine solche Ausdehnung gewonnen, daß ich's nicht niehr allein versehen konnte. Ich schrieb meinen beiden Söhnen nach Amerika, sie sollten zurück kommev. EL kam aber nur der Jüngste, der Aeltere hat sich drüben überm großen Wasser ansässig gemacht. Aber der jüngere ist nicht nur Jehudi geblieben, er ist, was sonst selten vorkommt, in Amerika noch besser und frommer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.