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Der Israelit · 1904-10-17 · Heft 82 (17.10.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 82 (17.10.1904)
Date
1904-10-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1733 f f ’i? f beabsichtigten Regelung der kommunalen Schlachthäuser den Gemeinden die Möglichkeit entzogen werde, aus eigener Machtvollkommenheit das Schächten zu verbieten. Der Verband erklärte, daß derartige Verbcte als Eingriff in die verfassungsmäßig gewahrleistetr Gewissensfreiheit der orthodoxen Juden angesehen werden müßten. Raddinatsfrage in Memel. Nachdem der alte Rabbi F e i n b e r g in die Ewigkeit eingcgangen und Herr Dr. Carleb ach nach Köln a. Rh. übergesiedelt ist, ist die hiesige Judenschaft einstweilen ohne allen geistlichen Führer und Beratber geblieben. Wie verlautet, soll man beabsichtigen, einen akademisch gebildeten Rabbiner, strengreligiöser Richtung, aufzunehmen, dem ein tüchtiger Dajan (Rabbi natsaflessor) beigegeben werden soll. , Von der Nachsolgeschast des Herrn Dr. Carlebach ist noch nichts Bestimmtes bekannt geworden, wiewohl eine Anzahl Bewerber sich gemeldet haben sollen. Daß übrigens bei solchen bewährten Vorgängern die Wahl schwer fällt, ist leicht begreiflich. Möge diese Wahl zum Heile und Segen der alten guten Memeler Gemeinde ausfallen. Emil Benjamin. DaS Henriettenftift. Die israelitische Religionsgemeinde Dresden beging jüngst die Eimveihung des umgebauten und vergrößerten Henriettenstifts, des Asylhauses für arme israelitische Familien, an der Eliasstraße 24, einer 1851 begründeten milden Stiftung des Bankiers Wilhelm Schie. Dieses'Asylhaus gewährte 9 bis 10 armen Familien Wohnung und nach dem Vermächtniß der 1893 verstorbenen Frau verwittweten Henriette Schie auch Verpflegungsbeihilfen. Das letztere Vermächtniß bot jetzt die Möglichkeit, das Haus für 16 Familien einzurichten. Dieser Bau wurde von März bis September von Herrn Architekten Paul Markus ausgeführt. Jede der freundlichen Wohnungen besteht aus Stube. Kammer, Küche und Dorhaus, Wasser leitung. Leucht- und Kochgaseinrichtung und Badeeinrichtung sind vorhanden. — Es hatten sich zahlreiche Gemeindemitglieder zu der Feierlichkeit eingefunden, die im Vorsaul des.zweiten Obergeschosses abgehalten wurde. Orgelspiel und Sologesang des Herrn Kantor H o f st e i n leitete den Aktus ein. Die Rede bielt der Stiftsvorsteher Herr Fabrikdirektor Max E l b. Er gedachte der edlen Stifter und der gedeihlichen Entwicklung ihrer Stiftung. Innigen Dank zollte er allen Förderern.. Schützern und Helfern am neuen Werke. An erster Stelle galten sein Dank und seine Segenswünsche Sr. Majestät dem Könige, sodann den königlichen und städtischen Behörden, dem Architekten des Baues und den Mllarbeitern in der Verwaltung. Herr Oberrabbiner Dr. Winter hielt die Weiherede. Abermaliger Sologesang beschloß die Ftier, der eine Besichtigung der neuen Räume sich anschloß. Zentral-Waisen und MLdcheuhelm Bad E«iS. (Bericht, vom 1. Oktober 1903 bl« 31. Mär» 19040 „Können wir auch in diesem halben Jahre von keinen größeren Zuwendungen berichten, so wollen wir doch herzlichen Dank unfern Mitgliedern und zahlreichen Sammlern und Sammlerinnen für. ihre edle Liebesthätigkeit abstatten. Die uns aus wahrer Begeisterung für das Gute gewährten Gaben ermöglichten es uns. die eingetretenen Vakanzen sofort wieder zu besetzen und den Bestand unserer Zöglinge auf 32 zu belassen. Eine größere Zahl aufzunehmen, ist bei unseren beschränkten Raumverhältniffen leider ein Ding der Unmöglichkeit. 6 Zöglinge sind vollständig verwaist. 7 haben noch den Vater, 12 noch die Muttrr und 7 noch beide Eltern. Nach beendigter Schulpflicht und Ausbildung in Hausarbeiten kamen 2 Zöglinge zur Entlassung, und zwar 1 als Lehrmädchen in ein Manufakturwaarengeschäft und 1 als Dienstmädchen. Die Grundsätze, die uns bei der Erziehung leiten, sind wiederholt von uns ausführlich besprochen worden. Wir lassen unsere Zöglinge die städtische Simultanschnle besuchen und den Religionsunterricht in der Anstalt ertheilen. Da, wo sich besondere Anlagen zeigen, werden diese berücksichtigt und ausgebildet, wie wir überhaupt jedes Kind individuell und nicht schablonenhaft erziehen. Der Prämienfonds enMlt M. 166,95. Die Sparkassenbücher der einzelnen Zöglinge enthalten zusammen die Summe von M. 2639,74. Die Münzensammlung hat keine Bereicherung erfahren. — lieber den geplanten Bau des neuen Waisenhauses ist leider Neues nicht zu melden, da von keiner Seite Propaganda für diese vom Gesammtvorstande beschlossene und von der Regierung wiederholt geforderte Erweiterung unseres Werkes gemacht worden ist, und freiwillige größere oder kleinere Beiträge in dwsem Winter nicht eingegangen find. Abschs^Sfeier. Herr Lehrer Spatz verabschiedete sich am vorletzten Sabbat von Affaltrach, um nach Rexingen zu ziehen. Schon einige Tage vorher scharten sich trotz des schlechten Weiters eine stattliche Anzahl Kollegen des Bezirks Weinsberg um ihn und feierten ihn als lieben Kollegen, schätzbaren Berather und treuen Freund. Vor einigen Tagen nun bereitete die

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