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Der Israelit · 1904-10-13 · Heft 81 (13.10.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 81 (13.10.1904)
Date
1904-10-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1697 Charlottenburg. Außerdem wurden auf Empfehlung des Preisgerichts fünf Entwürft für je 500 Ml. an gelaust und zwar die Arbeiten von: Privaidozent Dr. Vetterlein - Darmstadt, Robert Bischofs - Karlsruhe. Otto Kuhlmann - Charlottenburg, Jürgen Kröger- Berlin und Hellmuth Cuno (in Firma Philipp Holzmonn & Co.)-Frankfurt a. M. Pom Rhein, 9. Sept. Herr Dr. Frank- Cöln hat nach dem Berichte der „Köln. Zeit.* in dem Vereine gegen unsittliche Litteratur etc. emphatisch betont, „daß in unserem Gottesdienste selbst dem unlauteren Gedanken durch Trennung der Geschlechter vorgebeugt wird.* Es wäre nun schön, wenn diesem Herrn Dr. Frank auch nahegelegt würde, daß die Richttrennung der Geschlechter in den Orgelchorgesangen in den Synagogen in Dortmund, woselbst er predigte, in Crefeld und wahrscheinlich bald auch in Cöln. sowie die niedrige Balustrade in der Cölner Synagoge, welche die hübschen Gestalten der jüdischen Frauen sehr sichtbar zeigt, auch dem „unlauteren* Gedanken nicht genug Hindernis bereitet, und daß es unangenehm ist, wenn Herr Dr. Frank Christen gegenüber betont, was er Juden gegenüber leickt hingehen läßt. Benthe«. Der neue Synagogenbau hat bei Ken hiesigen Juden Gegensätze hervorgerufen. Mit Zweidrittel-Majorität war von den Repräsentanten der Gemeinde schloffen worden, eine Orgel in dem neuen Gotteshause errichten zu lassen. Das hat die Orthodoxen beleidigt, sie meiden die neue orgelgeschmückte Synagoge. Man versichert, am Sonnabend seien in dieser nur 30 Personen gewesen. Der Rabbiner soll zu den Orgelgegnern gehören. Bergen, 9. Okt. (Jubiläum der israelitischen Gemeinde.) Am 1 Oktober waren es 50 Jahre, dass die hiesige Synagoge ihrer Bestimmung übergeben wurde. Von der Synagogengenieinde wurde deshalb dieser Tag festlich begangen. Äm Freitag Abend fand eine religiöse, sowie eine unterhaltende Vorfeier statt. Rach einem am Samstag abgehaltenen Frühgottesdienst erfolgte um 9 Uhr die feierliche Ueberbrinaung einer neuen Seser Thora, deren Einweihung mit dem Feste verbunden war, vom Schullokal nach dem Oron-Hakodesch, wo unter den üblichen Zeremonien die alten Thorarollen aus- und die neuen eingehoben wurden. . Ein Gebet für den Landesfürsten wurde gesprochen. Die Festpredigt hielt Herr Grunebaum. Ein Chorgesang beschloß die Feier. Abends fand ein gut besuchter Ball in den Sälen des Gasthauses „Zur schonen Aussicht* statt. Karlsruhe, 9. Okt. Am Montag den 24. d. Mts. tritt die badische israelitische Landessynok« im Laadstandehaus, Sitzungssaal der zweiten Kammer, zu voraussichtlich dreitägigen Verhandlungen zusammen. Morgen Abend halb neun Uhr beginnen dahier im Kaufmännischen Verein die wintersemesterlichen Dorttäge. Den ersten Vortrag hüll Herr Universitäts- Professor Fr. Delitzsch aus Berlin über „Ninive und Babylon*, mit Lichtbildern. (Delitzsch ist den Lesern durch seine aufregenden Vorträge über „Bibel und Babel* bekannt.) Oesterreich. Kraka», im Okt. (Jüdische Kinder im O g i n s k i 'scheu Institut.) In der für christliche Kinder bestimmten Kinderbewahranstalt der Fürstin Oginska in Bobrek bei Oswiecim befinden sich seit einiger Zeit 110 jüdische, nach Galizien zuständige und in der niederösterreichischen Findelanstaü geborene Kinder, die der obengenannten Anstalt vom galizischen Landesausschuffe zur Erziehung übergeben 'wurden. Dieselben werden dort entgegen den Bestimmungen des Gesetzes in der christlichen Religion erzogen. Der Krakauer Oberrabbiner Horowitz hat soeben einen Aufruf erlassen, in dem er auf diesen Sachverhalt hinweist und dir Kultusgemeinden zur Einleitung einer Attio» ouffordert. Die nöthigen Schritte zur Sanirung dieses Zustandes bat der Krakauer Advokat Dr. Raphael Landau unternommen. Mittlerweile hat der Großvater eines dieser Kinder,- der auch vom Gerichte zum Vormunde desselben bestellt wurde, die genannte Anstalt um Ausfolgnng seines Enkels ersucht. Es wurde ihm die Herausgabe des Kindes von der Anstalt verweigert und vorerst die Bezahlung der bisherigen Erziehungskosten. die dieser zu bezahlen nicht in der Lage ist und wozu er gesetzlich verpflichtet werden kann, verlangt. Dr. Landau hat vom Dormundfchaftsgerichte Dabrowa die zwangsweise Ausfolgung des Kindes verlangt, doch ist bis nun die diesbezügliche Eingabe nicht erledigt worden. Rußland. Petersburg. Gegenüber der Meldung des Londoner „Morning Leader* vom 3. Oktober, nach welcher die Firma Rothschild eine neue russische, durch Vas Tabaksmonopol gesicherte Anleihe übernommen haben soll, und zwar unter der Bedingung, daß die Behandlung der Juden in Rußland eine bessere werde, ist die russische Telegraphen-Agentur vou autoritativer Seite ermäcktigt. folgendes zu erklären: Die kritische Lage, in der sich die Finanzen Japans befinden, veranlaßt europäische Freunde derselben, Gerüchte von einer ähnlichen Geldnoth Rußlands zu verbreiten. Rur auf ein solches Manöver ist die Meldung des „Morning Leader* zurückzuführen. Abgesehen davon, daß ein Tabaksmonopol in Rußland nicht besteht und die Einführung eines solchen gegenwärtig schwierig wäre, zeugt die Verbreitung einer solchen RachriÄ »ehr von Feindschaft gegen Rußland als von der Kcnntniß der fesigearündeten russischen Finanzen, deren Lage auch in der Zukunft nicht gefährlich werden kann. Der Umstand, daß die angebliche finanzielle Unternehmung,

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